Unternehmer befürworten Merz als CDU-Chef

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Friedrich Merz (CDU)

Mehrere Unternehmer sprechen sich nach dem angekündigten Rücktritt von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer für den Vizepräsidenten des CDU-Wirtschaftsrates, Friedrich Merz, als Nachfolger an der CDU-Spitze aus. "Das ist die Stunde von Friedrich Merz. Er kann die Hoffnungen aus der Wirtschaft - gerade auch von Familienunternehmen - am besten erfüllen", sagte der Mitgründer und geschäftsführende Gesellschafter des Europa-Parks, Roland Mack, der "Welt". Parteichef und Kanzlerkandidat müssten "zwingend in einer Hand bleiben".

Auch Trigema-Chef Wolfgang Grupp forderte, dass Merz beide Posten übernehmen sollte. "Jetzt muss Friedrich Merz die CDU anführen. Er wäre in der aktuellen Lage der richtige Kandidat", sagte Grupp der Zeitung. Dann sei die Partei für ihn auch wieder wählbar. "Ich habe zuletzt regelmäßig und deutlich gesagt, dass ich den Kurs der Damenriege an der Spitze nicht mittragen kann", so der Trigema-Chef weiter. Wenn Merz das Ruder übernehme und "sowohl Parteichef als auch Kanzlerkandidat wird", gebe es "aber wieder Anlass, der CDU zu vertrauen." Es sei ein grundlegender Wandel notwendig, das höre er auch immer wieder von anderen Unternehmern. "Friedrich Merz ist in meinen Augen sogar in der Lage, 50 Prozent der Protestwähler von der AfD zur CDU zurückzuholen", sagte Grupp der "Welt". Dübel-Fabrikant Klaus Fischer spricht sich zwar für Merz als CDU-Vorsitzenden aus, hält aber einen anderen Kanzlerkandidaten der Union für geeigneter: "Markus Söder ist ein sehr gescheiter Kopf. Er hat ein gutes Gespür für Entwicklungen in der Politik und für die Stimmungen in unserer Gesellschaft", sagte Fischer. Er glaube nicht, "dass es unter seiner Führung zu einem solchen Desaster wie in Thüringen gekommen wäre. Meiner Meinung nach ist er jemand, der die Kraft hätte, Deutschland wieder dorthin zu bringen, wo es hingehört - zu den Besten", so der Unternehmer weiter. Er sieht jedoch auch Probleme, sollte der Kanzler kandidat nicht auch zugleich CDU-Chef sein. "Als Parteivorsitzender könnte Friedrich Merz der richtige Mann sein, aber ob das mit zwei Alphatieren gutgeht, ist eine andere Frage", sagte Fischer der "Welt". Notwendig sei, dass die CDU jetzt festlege, "wie sie sich positionieren muss und wo die Reise hingeht. Die CDU muss ihre Zukunftsstrategie für alle in der Partei festlegen und konsequent umsetzen", so der Unternehmer.

Althusmann für möglichst schnelle Klärung von CDU-Führungsfrage

Niedersachsens CDU-Landesvorsitzender Bernd Althusmann hat eine möglichst zügige Klärung der Führungsfrage in der CDU nach der Rückzugsankündigung von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer gefordert. "Die neue Lage kann für uns auch eine Chance sein. Wir sollten die Führungsfrage jetzt so besonnen, aber auch zügig wie möglich klären, ohne uns dabei von den Medien treiben zu lassen", sagte Althusmann der "Welt". Die Niedersachsen-CDU werde klar machen, dass es für die Union insgesamt weder eine Zusammenarbeit mit der AfD noch mit der Linkspartei geben dürfe. "In der Partei gibt es eine tiefe Sehnsucht nach einer profilierten Führungspersönlichkeit. Ein Kandidaten-Casting, wie es zuletzt die SPD vorexerziert hat, wird es mit uns nicht geben", so der niedersächsische CDU-Landeschef

Eisenmann plädiert für Spahn als CDU-Chef und Kanzlerkandidat

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat sich in der Diskussion über den nächsten Kanzlerkandidaten der CDU und die Nachfolge Kramp-Karrenbauers für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ausgesprochen. "Bei allem Respekt vor den unbestrittenen Qualitäten von Armin Laschet und Friedrich Merz sollten wir als CDU nun ernsthaft diskutieren, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Generationenwechsel einzuleiten. Jens Spahn ist ein erfolgreicher Bundesminister, er steht für die jüngere Generation, er verbindet ein modernes Gesellschaftsbild mit einer konservativen Haltung", sagte Eisenmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Sie habe großen Respekt für die Entscheidung der CDU-Chefin, die Kanzlerkandidatur nicht weiter anzustreben und den Bundesvorsitz abzugeben. Die Frage aber, wer die CDU führe und Kanzlerkandidat werde, müsse nun "zügig" und in einem geordneten Verfahren geklärt werden, so die baden-württem bergische Kultusministerin weiter. "Eine monatelange Hängepartie, womöglich bis zum Bundesparteitag im Dezember in Stuttgart, können wir uns als CDU nicht erlauben. Es wäre mit Blick auf die Landtagswahl im März 2021 in Baden-Württemberg hilfreich, wenn wir Rückenwind statt Gegenwind aus Berlin hätten", sagte Eisenmann der "FAZ".

Faeser: Respekt für Entscheidung der CDU-Vorsitzenden

Zu der Ankündigung der aktuellen CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, auf die Kanzlerkandidatur zu verzichten und bis zum Sommer auch den Parteivorsitz aufzugeben, sagte die Vorsitzende der SPD Hessen, Nancy Faeser, heute in Frankfurt: „Annegret Kramp-Karrenbauer hat erkennen müssen, dass sie als Parteivorsitzende nicht die Kraft und die innerparteiliche Autorität hat, um die widerstreitenden Lager in ihrer Partei zu einem Konsens zu führen. Das ist menschlich wie politisch bedauerlich, denn die CDU braucht eine durchsetzungsstarke Führung, um nach den Ereignissen in Thüringen ihr Verhältnis zur AfD klären. So sehr ich die Entscheidung von Frau Kramp-Karrenbauer respektiere, so sehr sorge ich mich auch darüber, dass nach dem heutigen Tag die nationalkonservativen Kräfte in der Union an Einfluss gewinnen und die Öffnung zum rechten Rand des politischen Spektrums betreiben könnten. Das wäre fatal für die CDU, vor allem aber für die freiheitliche Demokratie in unserem Land.“ +++


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