Bei der Bundestagswahl ist die Union laut 18-Uhr-Prognosen von ARD und ZDF klar stärkste Kraft geworden.
Im Durchschnitt kommen CDU/CSU demnach auf 28,8 Prozent, vor der AfD mit 19,8 Prozent. Dahinter folgen SPD (16,3 Prozent), Grüne (12,8 Prozent) und Linke (8,8 Prozent). FDP und BSW müssen derweil zittern: Die Liberalen erreichen den ersten Prognosen zufolge im Schnitt 5,0 Prozent, das BSW 4,9 Prozent. Die Sonstigen kommen zusammen auf 4,0 Prozent.
Die Daten beruhen auf Nachwahlbefragungen von Infratest (ARD) und Forschungsgruppe Wahlen (ZDF), die am Sonntag in den Wahllokalen durchgeführt wurden. Die Stimmen von Briefwählern gehen auch zum Teil ein, allerdings über wesentlich unzuverlässigere Telefon-Befragungen.
SPD räumt Niederlage ein – Regierungsauftrag bei Union
Kurz nach der Veröffentlichung der ersten Prognosen zur Bundestagswahl hat die SPD ihre Niederlage bereits eingeräumt.
„Es ist eine historische Niederlage, es ist ein ganz, ganz bitterer Abend“, sagte SPD-Generalsekretär Matthias Miersch der ARD. Die Union und CDU-Chef Friedrich Merz hätten jetzt den Regierungsauftrag. Ob die SPD Regierungsverantwortung übernehmen „muss, kann oder soll“, könne er noch nicht sagen. „Wir werden wahrscheinlich jetzt sehr lange warten müssen, bevor die Konstellationen, die möglich sind, überhaupt klar sind.“
Scholz übernimmt Verantwortung für historische SPD-Wahlschlappe
Nach dem historisch schwachen Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl hat Bundeskanzler Olaf Scholz die Verantwortung für die Wahlschlappe übernommen.
„Das ist ein bitteres Wahlergebnis für die Sozialdemokratische Partei“, sagte er am Sonntagabend im Willy-Brandt-Haus. „Das letzte Mal war das Wahlergebnis besser und ich habe dafür auch Verantwortung gehabt. Dieses Mal ist das Wahlergebnis schlecht und deshalb habe ich auch Verantwortung für dieses Wahlergebnis.“
Die Union und CDU-Chef Friedrich Merz hätten klar die Aufgabe, die nächste Regierung zu bilden, so Scholz. Er zeigte sich zudem entsetzt über das starke Abschneiden der AfD. „Das darf niemals etwas sein, mit dem wir uns abfinden werden“, so der Kanzler.
AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel gab unterdessen die Prognose ab, dass ihre Partei bei der nächsten Wahl stärkste Kraft sein wird. „Die CDU hat uns noch überholt, das nächste Mal wird sie das nicht mehr schaffen“, sagte Weidel den Sendern RTL und ntv. „Die Prognose gebe ich hier ab. Wir werden keine vier Jahre mehr warten müssen, wir werden die CDU überholen. Weil die CDU ihre Wähler betrügt, von uns abschreibt und nur linke Politik macht.“
Laut Hochrechnungen von ARD und ZDF ist die Union bei der Wahl mit im Schnitt 28,8 Prozent klar stärkste Kraft geworden. Die SPD liegt mit 16,3 Prozent hinter der AfD (19,7 Prozent) nur auf dem dritten Platz. +++

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