TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – Auch ohne Ovtcharov beweist das Team aus Fulda Stärke in der Breite

Ttc fan2

Die Aussichten auf die Play-offs waren eh nicht mehr gegeben, der Klassenerhalt ist endgültig perfekt: Für die Tischtennis-Spieler des Bundesligisten TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell geht es nach dem 3:1-Sieg bei den TTF Liebherr Ochsenhausen am Sonntagnachmittag in den verbleibenden drei Spielen der Saison (gegen Grenzau, in Saarbrücken und gegen Borussia Dortmund) noch darum, sich von ihrer besten Seite zu zeigen.

Vorjahres-Double-Sieger Ochsenhausen indessen wird voraussichtlich die Play-offs nicht mehr erreichen können. Der vierte Platz im Gesamtklassement der Bundesliga-Tabelle solte – nach Borussia Düsseldorf, Werder Bremen und dem 1. FC Saarbrücken Tischtennis an den TTC Schwalbe Bergneustadt gehen, der glatt und überzeugend mit 3:0 in Bad Königshofen gewann. Das Team um die Familie Duda würde die Runde der letzten Vier erstmals nach 2019 wieder erreichen.

Auch ohne die Top-Spieler Shunsuke Togami (verletzte sich bei einem Turnier in China am Knie und reiste in seine japanische Heimat zurück) und Dimitrij Ovtcharov (erkrankt) entwickelte sich eine spannende Auseinandersetzung in der Dr.-Hans-Liebherr-Sporthalle in Ochsenhausen. Jung (die gastgebenden Tischtennisfreunde) gegen erfahren (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell) könnte man meinen – und der Vergleich endete zu Gunsten der Gäste, die wieder einmal bewiesen, welche Substanz im Team steckt.

Aber gerade in diesem Punkt muss sich das Team aus Fulda überdenken und einen neuen Weg einschlagen. Denn die drei Punkte zum Sieg holten die Routiniers Ruwen Filus und Jonathan Groth. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison bewies der 37-jährige Filus, wie wichtig er für sein Team ist. Wieder einmal entpuppte er sich zum Matchwinner.

Fanbo Meng hatte sein Eröffnungseinzel gegen den 20-jährigen Rumänen Iulian Chirita, der seinen Vertrag in Ochsenhausen gerade um ein Jahr verlängert hatte, glatt in Dreien verloren. Dabei hatten die Sätze eins und drei hinreichend Spannung zu bieten. Fanbo zog mit 11:13 und 10:12 den Kürzeren – vermochte aber seinen Sieg gegen Chirita aus dem Hinspiel in Fulda nicht zu wiederholen. Vielmehr musste Fanbo in seinem 17. Einzel der Saison die 13. Niederlage schlucken.

Dann aber glich Ruwen Filus zum 1:1 im Team-Gesamtstand aus. Er schlug Leonardo Iizuka glatt in Dreien – nur der Zweite verlief eng, als sich der Fuldaer mit 14:12 durchsetzte. Und was brachte der Däne Jona Groth an diesem Nachmittag für sein Team ein? Wie beschenkte er es? Sein Auftritt verdient das Etikett „super“. In Vieren besiegte er den Österreicher Andreas Levenko.

Den Ersten holte sich Groth im Schnelldurchgang – dann aber das. Im Zweiten hatte er sage und schreibe vier Satzbälle gegen sich, zeigte blendende Moral, wehrte die allesamt ab – machte fünf Punkte in Folge und hatte beim 11:10 gar Satzball. Levenko, der seinen Vertrag in Ochsenhausen nicht verlängerte, glich zum 11:11 aus. Beim Stande von 13:12 hatte der Däne noch einen – um sich den Zweiten noch mit 14:12 zu schnappen. Welch eine Willensleistung. Welch eine kämpferische Leistung. Klar wie den Ersten, fischte sich Groth auch den Dritten. Auch den Vierten gewann er deutlich. Sein Team führte 2:1.

Und, die vielleicht wichtigste Botschaft dieser Saison: Was wäre der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell ohne Ruwen Filus. Ein Einzel hatte er schon gewonnen, einen Punkt hatte er seinem Team schon geschenkt – doch all das, was in ihm steckt, was in seinem Herz vergraben liegt und angekratzt und ausgepackt werden muss – das zeigte er nun. Wieder in einer Situation, in der kaum jemand damit rechnete.

Im Spitzen-Einzel der beiden Einser hatte er es mit Chirita zu tun. Und Filus kommt immer wieder zurück. Immer wieder. Im Ersten lag er bereits mit 6:9 zurück – und machte dann fünf Punkte in Folge. Mit dem Ergebnis, dass er sich Durchgang Nummer eins mit 11:9 schnappte. Den Zweiten sicherte sich Chirita klar. Es Rang 1:1 nach Sätzen. Im Dritten war es nicht viel anders: 11:6 für den Rumänen.

Aber da war sie wieder – die Situation, in der Ruwen Filus zurückschlug. Und war der Vierte. Verdammt eng. Mit 8:7 lag Chirita vorn. Filus egalisierte. Gleichstand auch beim 9:9. Bis der Fuldaer sein Herz auf die Platte legte. Zunächst sicherte er sich einen Satzball. Und auf Anhieb den Satz. 11:9. Und 2:2 nach Sätzen.

Das Match hatte sich zum Krimi entwickelt. Das Drehbuch war nichts mehr für solche, die schwache Nerven haben. Der entscheidende Fünfte wurde zum Spiegelbild des Vierten. Wieder lag Chirita mit 9:8 vorn. Wieder glich Filus aus. Und wieder setzte er sich mit 11:9 durch. Und der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hatte mit 3:1 gewonnen in Ochsenhausen. Und das ohne Dima. Wer hätte das gedacht?

Wie zuvor schon angesprochen: So groß, nach- und reichhaltig die Substanz im Team des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell ist – so sehr bedarf es einer Blut-Auffrischung im Kader. Ein Kader, der mit Blut angereichert und mit Leben gefüllt werden kann. Da fehlte noch ein Charakter-Spieler. Diese Lücke ist vor allem entstanden, weil Kao gar nicht eingesetzt werden konnte dieser Saison. Dem Vernehmen nach steht auch ein Zugang vor der Tür, letzte Details müssten noch geklärt werden, so hört man. Damit der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell nicht nur die Play-offs erreicht – sondern auch ein gehöriges und ernstes Wort um die Deutsche Meisterschaft mitreden kann.

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 1:3

Iulian Chirita – Fanbo Meng 3:0 (13:11, 11:2, 12:10)

Leonardo Iizuka – Ruwen Filus 0:3 (7:11, 12:14, 7:11)

Andreas Levenko – Jonathan Groth 1:3 (4:11, 12:14, 11:4, 7:11)

Iulian Chirita – Ruwen Filus 2:3 (9:11, 11:5, 11:6, 9:11, 9:11) +++ rl


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