Trump bleibt hart: Hormus frei – doch US-Blockade gegen Iran-Schiffe steht weiter

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Donald Trump

Entspannung auf einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt? Nur auf den ersten Blick. Zwar hat der Iran angekündigt, seine Blockade der Straße von Hormus vorübergehend auszusetzen – doch US-Präsident Donald Trump hält dagegen und bleibt auf Konfrontationskurs: Die amerikanische Marineblockade gegen iranische Schiffe bleibt bestehen.

„Die Straße von Hormus ist vollständig geöffnet“, erklärte Trump am Freitag in Großbuchstaben auf seiner persönlichen Plattform. Handel und freier Schiffsverkehr seien möglich – allerdings mit einer klaren Einschränkung: Die US-Blockade richte sich weiterhin gezielt gegen den Iran und bleibe so lange in Kraft, „bis unsere Transaktion mit dem Iran zu 100 Prozent abgeschlossen ist“.

Zuvor hatte Irans Außenminister Abbas Araghtschi einen Schritt zur Deeskalation signalisiert. Auf der Plattform X kündigte er an, dass die Durchfahrt für alle Handelsschiffe durch die Straße von Hormus für die verbleibende Dauer des zehntägigen Waffenstillstands im Libanon vollständig freigegeben werde. Die Passage solle über eine koordinierte Route erfolgen, wie sie von der iranischen Hafen- und Seeschifffahrtsorganisation festgelegt wurde.

Der Hintergrund: Erst am Donnerstag hatte Trump eine Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon verkündet. Seit der Nacht zum Freitag gilt die auf zehn Tage angelegte Waffenruhe. Doch trotz dieser Entwicklung bleibt die Lage angespannt – auch, weil nach US-Angaben weiterhin amerikanische Streitkräfte die strategisch extrem wichtige Meerenge kontrollieren.

Bereits Anfang April hatte Araghtschi die Bedingungen klar formuliert. Ein Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA sei nur möglich, wenn die israelischen Angriffe auf den Libanon enden. „Die USA müssen sich entscheiden – entweder Waffenstillstand oder Fortsetzung des Krieges über Israel. Beides geht nicht“, schrieb er damals auf X und verwies dabei auf eine Mitteilung des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif vom 8. April, in der eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA verkündet worden war.

Die Botschaft aus Teheran ist deutlich: Die Welt beobachte genau, ob die USA ihren Verpflichtungen nachkommen. „Die Welt sieht die Massaker im Libanon. Nun sind die USA am Zug“, so Araghtschi.

Damit bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus ein geopolitischer Drahtseilakt: Während der Iran den Weg für Handelsschiffe freimacht, hält Washington den Druck aufrecht – ein fragiles Gleichgewicht mit ungewissem Ausgang. +++


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