Tankstellenverband wirft Mineralölwirtschaft Preistreiberei vor

Tankenpreis

Es ist ein Anstieg, der sich nicht langsam vollzieht, sondern plötzlich sichtbar wird – binnen Minuten, auf den Anzeigetafeln der Tankstellen im ganzen Land. Zur Mittagszeit springen die Preise, um mehrere Cent nach oben. Für viele Autofahrer ein vertrautes Bild, diesmal aber eines mit politischer Schärfe.

Angesichts der deutlichen Preissteigerungen hat der Interessenverband der Tankstellen die Mineralölwirtschaft scharf kritisiert und ihr Preistreiberei zulasten der Verbraucher vorgeworfen. „Der einzige Preistreiber sind die hohen Spritpreise, die von den Konzernen aufgerufen werden, und in deren Folge die deshalb höhere Mehrwertsteuer“, sagte Verbandssprecher Herbert Rabl der „Rheinischen Post“.

Besonders deutlich weist der Verband die Darstellung zurück, staatliche Abgaben seien für das aktuelle Preisniveau verantwortlich. Rabl bezeichnete diese Argumentation als „respektlosen Verdummungsversuch von über 40 Millionen Autofahrern“. Seine Begründung: Weder Steuern noch CO₂-Abgaben seien zuletzt erhöht worden. „Jeder kann rechnen und sich an allen fünf Fingern abzählen, dass eine Steuer und eine CO₂-Abgabe, die nicht verändert wurden, für derart massive Preiserhöhungen nicht verantwortlich sein kann.“

Auslöser der aktuellen Debatte ist eine neue Regelung für Tankstellenpreise, die bereits an ihrem ersten Tag Wirkung zeigte. Zur Mittagszeit kam es zu einem deutlichen Preissprung von mehr als vier Cent. Nach Angaben des Automobilclubs ADAC stieg der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 am Mittwoch von 2,099 Euro kurz vor zwölf Uhr auf 2,147 Euro kurz danach.

Ein kurzer Zeitraum, eine klare Bewegung – und erneut die Frage, wer sie eigentlich auslöst. +++


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