Studie: GroKo würde vor allem Rentnern finanziell nutzen

Union und SPD kündigen an, die Kita-Gebühren zu reduzieren

Berlin. Von einer neuen Großen Koalition profitieren finanziell insbesondere Rentner. Haushalte mit über 65-Jährigen können mit netto 622 Euro mehr im Jahr rechnen, dem höchsten Vorteil unter allen vier untersuchten Altersgruppen in Deutschland. Das geht aus Berechnungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zum Koalitionsvertrag hervor, über die die “Süddeutsche Zeitung” berichtet.

Das Forscherteam ermittelte, wie sich Pläne von CDU, CSU und SPD wie etwa der Abbau des Soli-Zuschlags, mehr Kindergeld, etwas geringere Sozialbeiträge und stabile Renten in den verschiedenen Altersgruppen auswirken würden. Danach profitieren Seniorenhaushalte vor allem von höheren Mütterrenten und der Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent des Durchschnittslohns. Läuft die Konjunktur so gut wie prognostiziert, kosten beide Maßnahmen nach Schätzungen der Rentenversicherung und der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände im Jahr 2025 etwa 7,5 Milliarden Euro. Durchschnittlichen Seniorenhaushalten verheißen die Koalitionspläne einen Gesamtvorteil von gut 600 Euro pro Jahr. Das ist deutlich mehr, als 26-bis 39-Jährige zu erwarten haben – diese Gruppe profitiert vom steigenden Kindergeld und kann mit knapp 450 Euro mehr rechnen.

Entwickelt sich die Konjunktur weniger gut als erwartet, würde es deutlich teurer werden, das Rentenniveau stabil zu halten. Bezahlt werden müssten die Mehrkosten zum großen Teil von aktiven Arbeitnehmern unter 65 Jahren durch höhere Beiträge. Ihr finanzieller Vorteil aus den Koalitionsplänen würde damit sinken, während jener der über 65-Jährigen über 1.400 Euro im Jahr steigt. Zweiter großer Gewinner der Koalitionspläne neben den Rentnern sind Familien mit Kindern. So profitieren die 26- bis 39-Jährigen unter allen Altersgruppen am stärksten von der geplanten Erhöhung von Kindergeld und Kinderfreibeträgen. Union und SPD kündigen außerdem an, die Kita-Gebühren zu reduzieren. Würden diese komplett abgeschafft, wie es die Koalition in Aussicht stellt, würden Haushalte mit 26- bis 39-Jährigen sogar um 740 Euro im Jahr entlastet. In diesem Durchschnittswert sind Haushalte mit und ohne Kinder eingerechnet. +++

Print Friendly, PDF & Email
Bevorstehende Veranstaltungen!
Speyside Tasting
Rock n Roll im Pub
Karaoke mit Regina Schäfer
Live.... Der Pubgig
Disconacht mit DJ Weili
VIP-Status für Azubis
Bietet Azubis einen echten Mehrwert
Innovativ - einfach - angesagt
Slider

Es gibt einige Regeln, die alle Diskussionsteilnehmer einhalten müssen. Wir bitten um Beachtung.

[Kommentarregeln hier klicken]

1 Kommentar

  1. Mit solchen Überschriften werden Kampagnen gegen die jetzigen Rentner gestartet, die jeder Grundlage entbehren. Das heutige Rentenniveau bei 48 Prozent zu halten, hilft nicht den jetzigen Rentnern, sondern denen, die es in den nächsten zehn Jahren werden, also den aktiv Beschäftigten! Wobei ein Rentenniveau von 48 Prozent an sich schon ein Skandal ist, wenn man sich mit anderen EU-Industrieländern vergleicht. Das einzige, wovon die derzeitigen Rentner profitieren, ist die sogenannte Mütterrente, also ca. 30 Euro mehr für Frauen, die mehr als zwei Kinder vor 1992 (!!!) geboren haben. Toll!!! – Leider verstehen die wenigsten Nachrichtenagenturen und Journalisten was vom Rentenrecht. Nur so lässt es sich erklären, dass solche schwachsinnigen Meldungen verbreitet werden. Dass die Unternehmerverbände wieder mit Horrorzahlen jammern, gehört zu deren Geschäft und sollte nicht weiter Beachtung finden.

Demokratie braucht Teilhabe!