Spritpreise weiter auf Rekordniveau – Allzeithoch bei Super E10

Die Spritpreise in Deutschland bewegen sich weiter im Bereich der bisherigen Rekordwerte. Ein Liter Diesel kostete am Montag im Durchschnitt 2,307 Euro pro Liter und damit 0,2 Cent mehr als am Vortag, sagte eine ADAC-Sprecherin am Dienstagmorgen der dts Nachrichtenagentur. Super E10 verteuerte sich binnen 24 Stunden um 0,4 Cent auf durchschnittlich 2,203 Euro pro Liter – dies ist ein neues Allzeithoch. Der Rekordwert bei Diesel liegt weiter bei 2,321 Euro pro Liter. Der Anstieg der Spritpreise hatte am vergangenen Donnerstag seinen bisherigen Höhepunkt erreicht. Seitdem gab es auf hohem Niveau nur noch geringe Veränderungen. Es ist allerdings weiter unklar, wie die Reaktion der Politik auf die Preisexplosion aussehen wird. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte einen sogenannten Tankrabatt vorgeschlagen, damit aber auch innerhalb der Bundesregierung nicht nur für Begeisterung gesorgt. Unterstützung erhielt Lindner aber von SPD-Chef Lars Klingbeil. „Das ist richtig, dass sich der Bundesfinanzminister da Gedanken macht“, sagte der SPD-Vorsitzende den Sendern RTL und ntv. Klingbeil erwartet, dass solche Vorschläge in der Regierung jetzt durchdacht werden. Er sei „jetzt vorsichtig, einzelne Instrumente zu diskutieren“. Aber es dürfe nicht auf die lange Bank geschoben werden. „Wir brauchen noch in dieser Woche konkrete Verabredungen und daran wird jetzt mit Hochdruck gearbeitet“, so Klingbeil.

DIW nennt Tankrabatt „ökonomisch und ökologisch unsinnig“

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) lehnt den von Finanzminister Christian Lindner (FDP) geplanten Tankrabatt für Autofahrer ab. Ein Tankrabatt sei „ökonomisch und ökologisch unsinnig“ sowie „enorm teuer und sozial ungerecht“, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert der „Rheinischen Post“. „Statt reichen SUV-Fahrern die Tankfüllung zu bezahlen, sollten wir besser ein Mobilitätsgeld für ökologisch ausgerichtete Mobilität an wirklich Bedürftige zahlen.“ Zwanzig Prozent aller Haushalte könnten sich gar kein Auto leisten. „Besser wäre ein einkommensunabhängiges Mobilitätsgeld oder eine Pro-Kopf-Klimaprämie, bei der die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung an alle Haushalte rückerstattet werden“, sagte die DIW-Expertin. Insbesondere Menschen mit niedrigen Einkommen würden davon profitieren. Kemfert forderte zudem „eine Abwrackprämie für spritfressende Fahrzeuge und für Öl- und Gasheizungen“. Jede vierte Pkw-Fahrt diene de r Freizeit. Hier gelte es Alternativen zu finden mit dem Elektrofahrrad oder der Bahn. „Tempolimit und autofreie Sonntage sind ebenfalls sinnvoll“, sagte sie. „Man sollte es wie in Neuseeland machen: die Kosten für den ÖPNV halbieren. Das Geld dazu kann durch eine Sonderbesteuerung der Kriegsgewinne der Energiekonzerne hereingeholt werden.“ +++


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