SPD sieht Schulen nicht vorbereitet – Karliczek verantwortlich

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Anja Karliczek (CDU)

Die SPD fürchtet, dass Deutschlands Schulen auf mögliche neuerliche Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht ausreichend vorbereitet sind und sieht dafür eine Verantwortung bei Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). „Was immer noch fehlt ist ein einheitliches Konzept, wie Schule in Zeiten der Pandemie gelingen kann“, sagte sie stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagfraktion, Bärbel Bas, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Die SPD wirft Karliczek vor, dass die Bundesmittel aus dem so genannten Digitalpakt Schule nicht schnell genug abflössen, weil bürokratische Hürden zu hoch seien. „Die Schulen brauchen jetzt das Geld über den Digitalpakt und nicht erst in ein paar Monaten oder gar Jahren“, sagte Bas. „Es braucht eine schnelle Lösung, die Karliczek zusammen mit der Kultusministerkonferenz entwickeln sollte“, so die SPD-Politikerin weiter. „Das Geld ist da und kann jetzt dazu beitragen, den Schulalltag inmitten der Corona-Pandemie zu vereinfachen. Statt Home-Schooling, das auf aktive Elternarbeit setzt, braucht es eine Mischung aus Präsenzunterricht und E-Learning Zuhause“, fügte sie hinzu.

Darüber hinaus forderte Bas finanzielle Unterstützung für Familien, die sich die Neuanschaffung digitaler Endgeräte nicht leisten könnten. „Für Kinder und Jugendliche aus finanziell schwachen Familien brauchen wir zudem ein Förderprogramm, um die digitale Spaltung an Schulen zu überwinden“, sagte sie. „Es darf nicht am Geldbeutel der Eltern liegen, ob die Kinder Förderrückstände aufholen können. Auch hier ist die Bildungsministerin Karliczek gefragt.“ In der Coronakrise war deutlich geworden, dass deutsche Schulen im Vergleich zum Ausland bei der Digitalisierung und dem elektronischen Lernen zum Teil weit hinterherhinken. +++


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1 Kommentar

  1. Im Rahmen der Corona-Krise kam die mangelhafte Digitalisierung der Schulen erst richtig ins Bewusstsein!
    Naja! Entgegen dem Eigenlob vieler Politiker gibt es in Deutschland aber noch viele Verbesserungspotentiale für die Pandemiebekämpfung. Ganz zu schweigen von der EU, die ja praktisch abgetaucht war. Und das EU-Parlament versinkt noch mehr!
    Und es wird noch viele Schritte zur Lockerung des Lockdowns geben, die insbesondere bei den Politikern Empörung hervorrufen, die diese nicht als Erste auf den Marktplatz getragen haben – insbesondere wenn es kein bayerischer Marktplatz war!

    https://www.freitag.de/autoren/sigismundruestig/die-corona-krise-1

    Zum Thema Schulen:

    Mit der Schließung der Schulen sollte der Schulpflicht durch Homeschooling Genüge getan werden. Was unter Homeschooling zu verstehen war, hatte sich schnell unter Schülern und Eltern herumgesprochen: eine klägliche Simulation von Schule!
    Kein Wunder, dass bei einer aktuellen europaweiten Umfrage zum Stand der Digitalisierung an Schulen Deutschland den Platz 27 erreichte! Nicht nur ein peinliches Armutszeugnis, sondern vielmehr ein Skandal!

    Dazu passte, dass sich die lange unterbelichteten Perspektiven für eine Rückkehr zum Präsenzunterricht vorwiegend mit organisatorischen, den Corona-Hygieneanforderungen geschuldeten, Themen – also eigentlich Hausmeisteraufgaben – befassten. Wie etwa die versäumten Bildungsinhalte und/oder die verlorenen Schulzeiten hätten nachgeholt, wie längerfristige Nachteile hätten ausgeglichen werden können, war offensichtlich außerhalb der Vorstellungskraft der Verantwortlichen.
    Und dass immer noch nicht eine regelmäßige – wöchentliche? – prophylaktischen Testung für alle Kinder, Schüler, Betreuer und Lehrer als derzeit wichtigste Voraussetzung für einen Präsenzunterricht ohne Abstandsregelung beschlossen ist, kann nicht länger akzeptiert werden. Stattdessen streuen Spahn, aber auch der bayerische Kultusminister Piazzolo, Sand in aller Augen, um ihr Versagen in dieser Frage zu verschleiern.

    Länderspezifische – übrigens datenschutzkonforme – Lernplattformen für Schulen – in Bayern zum Beispiel mebis – waren gar nicht auf den infolge der Schulschließung erforderlichen Massenbetrieb ausgerichtet und damit praktisch nutzlos. Der dadurch induzierte abrupte, ungeplante Wechsel auf andere Schul-Lernplattformen wie sie zum Beispiel von Microsoft oder Google zur Verfügung gestellt wurden, wurde u.a. auch von Wirtschaftsführern wie dem Präsidium des Verbandes deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gelobt. Das Risiko, dass Schülerdaten massenhaft von diesen Internet-Giganten abgegriffen werden, muss offensichtlich hinter der Funktionalität dieser Plattformen zurückstecken, ja wird noch nicht einmal als besorgniserregend gesehen.
    Und die Googles, Apples, Microsofts haben sich die Hände gerieben …!

    Alles in allem:
    Auf Bildungsinhalte scheint man locker dauerhaft verzichten zu wollen, denn ein Nacharbeits-Konzept ist nicht in Sicht.
    Digitalwüste Schule ist das vorherrschende Bild.
    Der Schaden, der aus einem unkontrollierten Eindringen von IT-Unternehmen in die Bildungseinrichtungen erwächst, wird ignoriert!

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