Solidarität mit der Ukraine – Friedensandacht im Fuldaer Dom setzt starkes Zeichen

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Zahlreiche Menschen kamen am Samstag (28. Februar) in den Fuldaer Dom, um gemeinsam für Frieden zu beten und Solidarität zu zeigen. Die ökumenische Andacht fand rund um den vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine statt. Foto: Marzena Seidel

Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die gesamte Ukraine ist im Fuldaer Dom ein bewegendes Zeichen der Solidarität gesetzt worden. Am Samstag (28.02.2026) versammelten sich zahlreiche Gläubige zu einer ökumenischen Friedensandacht, die als Ausdruck der Verbundenheit im Glauben und der Unterstützung für die Menschen in der Ukraine gedacht war. Anlass war der vierte Jahrestag des Kriegsbeginns, der sich am Dienstag (24.02.2026) jährte.

Die Andacht wurde gemeinsam gefeiert vom Fuldaer Weihbischof und Bischofsvikar für die Weltkirche, Prof. Dr. Karlheinz Diez, dem Dekan des evangelischen Kirchenkreises Fulda, Dr. Thorsten Waap, Pfarrer Ivan Hnativ von der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche sowie Diakon Ivan Kolodii von der Fuldaer Stadtpfarrei, der ebenfalls dieser Kirche angehört. Vor dem Altarraum war eine ukrainische Ikone aus Odessa aufgestellt, die sonst an einem Seitenaltar des Domes zum Gebet einlädt.

Weihbischof Diez bezeichnete den Krieg als „brutal und völkerrechtswidrig“. Die Friedensandacht solle den Menschen Mut machen, Trost spenden und zugleich deutlich zeigen, dass die Ukraine in ihrem Leid nicht allein sei.

Besonders bewegend waren die persönlichen Berichte im Mittelpunkt der Veranstaltung. Drei Frauen aus der Ukraine, die bereits länger oder erst seit Beginn des Krieges im Bistum Fulda leben, schilderten eindringlich ihre Sorgen um Angehörige, die belastende Ungewissheit über deren Schicksal sowie ihre Erfahrungen von Flucht und Neuanfang. Zugleich berichteten sie von großem Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und konkreter Unterstützung, die sie in Deutschland erfahren hätten. Eine der Frauen betonte: „Es ist so wichtig, dass wir nicht allein sind.“ In Fulda besteht eine aktive ukrainische griechisch-katholische Gemeinde, die eng mit dem Bistum zusammenarbeitet.

Auch der Mediziner Franz Lutz aus Oberaula berichtete von seinen Erfahrungen. Er organisiert Hilfstransporte und engagiert sich ehrenamtlich in der Versorgung von Kriegsverletzten. In seinem Beitrag schilderte er das große Leid der Zivilbevölkerung.

Dekan Waap griff die bewegenden Zeugnisse der Frauen in seinen Worten vor den Fürbitten auf. Ihre Berichte hätten bei ihm Sprachlosigkeit und Ohnmacht ausgelöst, zugleich aber auch tiefe Trauer und Wut. Christen seien aufgerufen, diese Ohnmacht auszuhalten und dem Frieden sowie der Liebe Christi Raum zu geben.

Neben Gebet und Anteilnahme setzt das Bistum Fulda auch weiterhin auf konkrete Unterstützung. Seit Beginn des Krieges engagiert es sich gemeinsam mit Caritas und Maltesern in Hilfsprojekten für die Ukraine. Für den 7. März ist ein weiterer Hilfstransport geplant, der von Petersberg in die Westukraine führen soll. Geladen werden unter anderem Pflegebetten sowie medizinische Hilfsmittel wie Rollstühle und Rollatoren, um die Not der Menschen vor Ort zu lindern. +++


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