SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – 0:1 in Sandhausen – SGB nutzt Chancen in starker erster Halbzeit nicht

Diese Niederlage wirft die SG Barockstadt nicht um. Aber sie war ärgerlich. Verdammt ärgerlich. Aus dem Hardtwald-Stadion beim SV Sandhausen brachte die SGB eine 0:1 (0:0)-Niederlage mit. Sie fiel wieder vom siebten auf den zehnten Platz der Regionalliga Südwest zurück, was aber völlig unerheblich ist.

Ob ihn die Tatsache der Dominanz und den daraus resultierenden ungenutzten Chancen sehr gewurmt habe? „Das war definitiv sehr ärgerlich“, sagte SGB-Trainer Daniyel Cimen. Er hatte zunächst allen Grund, sein Team zu leben. „Das war mit eine der besten Halbzeiten von uns in dieser Saison“, beobachtete er, „wir haben nichts zugelassen und fünf klare Chancen nicht nutzen können. Das ist sehr schade und Wahnsinn“, schwankte er irgendwo zwischen Nüchternheit und Unfassbarem.

Kurzfristig musste die SGB auf Moritz Dittmann verzichten, der im Abschlusstraining vor dem Spiel einen Schlag auf die Wade abbekommen hatte; der wanderte hinunter Richtung Achillessehne, ein Einsatz vor dem Hessenderby am Dienstag gegen den KSV Hessen in der Johannisau musste nicht sein. Für „Ditti“ rutschte Moritz Reinhard in die Anfangsformation, er nahm die „Zehn“ ein. Von Beginn war die SG Barockstadt Herr im Haus im Hardtwald. Dass Reinhards Kopfball geblockt (6.) und Göbel nicht der passende Abschluss gelang (7.), waren erste Anzeichen dafür, was die Gäste wollten.

Doch die Klarheit der Möglichkeiten nahm zu. Zunächst glückte Arcanjo Köhler nach Habermehls Flanke nicht das gewollte Ende (20.) – und neun Minuten später war es einfach nur Pech. An Göbels Lupfer – die SGB-Spitze wurde von Reinhard geschickt -, begann Sandhausens starker Keeper Schneller noch die Fingerspitzen, der Ball ging an den Innenpfosten. Wenig später strich Göbels Kopfball nach Pomnitz‘ Ecke knapp am Tor vorbei, und endete eine weitere Möglichkeit glücklos, als Arcanjo Köhler auf Göbel ablegte, Göbel auf Reinhard, dessen Schuss der Gastgeber erneut blocken konnte (32.). Ein „dickes Ding“ bot sich Roko Ivankovic, dessen Schuss der erneut stark reagierende Schneller auf der Torlinie reflexartig abwehrte (37.).

Doch es ist nicht neu, dass es im Fußball zwei Halbzeiten gibt. Die ersten zehn Minuten verliefen aus Sicht der Gäste noch okay – doch mit fortlaufender Dauer bekam die SGB für längere Zeit keinen Zugriff mehr auf Ball und Gegner. Sandhausen spielte aggressiver, lief früher an – und drehte im zweiten Abschnitt auf, wie zuletzt beim Sieg in Haiger. Zapico rettete noch gegen Herrmann (54.), Kolbe traf ans Außennetz (58.) und Halbauers verunglückte Flanke landete auf der Latte (62.). Noch nichts furchtbar Besorgniserregendes für die SGB – sechs Minuten später aber ging der Ex-Zweitligist in Führung. Niklas Tarnat, Sohn des Ex-Bayern-Spielers Michael, traf per Freistoß gefühlvoll ins Tor. Und es sollte der siegbringende und entscheidende Treffer sein.

Die SGB fand nicht mehr so recht zu sich. „Wir sind einfach zu wild geworden“, sah Cimen die Spielentwicklung, Stadtdessen hatte Sandhausen einige Male das zweite Tor auf dem Fuß. In Ramsak (74.), Torjäger Testroet (79.), nach einem schlecht ausgespielten Konter oder durch de Meester (beides in der Nachspielzeit). Die SGB vermochte – außer einem Kopfball des eingewechselten Pourié (81.) – nichts Nennenswertes mehr geltend zu machen.

Cimen sah es pragmatisch – und völlig richtig. „Das ist auch wieder ein Lernprozess, dass du dein Spiel anpassen musst.“ Er wies aber auch darauf hin: „Das war in Sandhausen.“ Freuen wir uns doch einfach auf den Dienstag: Treffpunkt Johannisau, Derby gegen den KSV Hessen. Auch der verlor am Samstag: sein Heimspiel gegen die U23 des Bundesligisten SC Freiburg. Aus einem 0:2 machte er ein 2:2 – um eine Minute vor Schluss das 2:3 zu kassieren.

SV Saandhausen: Schneller – Schulz, Kolbe, Tarnat (86. de Meester), Mamutovic (86. Nollenberger), Herrmann (55. Gutmann), Osee (72. Wimmer), Halbauer, Krauße (55. Ramsak), Gipson, Testroet

SG Barockstadt: Zapico – Kraft, Habermehl, Frey, Schmitt, Sarpei (86. Besso), Ivankovic (76. Klein), Pomnitz, Reinhard (76. Pourié), Köhler, Göbel

Schiedsrichter: Tobias Huthmacher

Zuschauer: 1.938

Das Tor: 1:0 Niklas Tarnat (68.) +++ rl


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