Schwesig kritisiert Papst-Äußerungen: Gewalt gegen Kinder inakzeptabel

Berlin. Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat die Äußerungen von Papst Franziskus über das Schlagen von Kindern scharf kritisiert. “Es gibt kein `würdevolles` Schlagen von Kindern”, sagte Schwesig der “Welt”. “Hier darf es kein falsches Verständnis geben. Jegliche Gewalt gegen Kinder ist vollkommen inakzeptabel.” Die Vizepräsidentin des Bundestages, Claudia Roth (Grüne), kritisierte die Bemerkung ebenfalls mit deutlichen Worten. “Die Äußerung des Papstes zeigt, dass trotz seiner vielen guten Ansätze weiter ein eher mittelalterliches Denken in großen Teilen der Katholischen Kirche vorherrscht”, sagte die frühere Grünen-Vorsitzende. “Und, dass es Reformen in der Kirche immer noch dringend braucht.” Papst Franziskus hatte am Mittwoch bei seiner Generalaudienz das Schlagen von Kindern für akzeptabel erklärt, solange dabei deren Würde geachtet werde. +++ fuldainfo

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3 Kommentare

  1. K-)Ein Schlag ins Gesicht bei unseren Kindern

    Endlich haben wir Gewissheit! „Schläge mit Würde verhelfen unseren Kindern zu Wachstum und Reife.“ Ich dachte eigentlich immer, wir Menschen seien alle Gottes Kinder und unsere Kirche würde Gewalt ablehnen. In den vergangenen Wochen wurden in vielen Kommentaren in den Medien von „guten Christen“ die Gewaltbereitschaft des Islam angesprochen und auf die entsprechenden Stellen im Koran verwiesen. Wir Christen verwiesen bei unserem Glauben auf das Neue Testament und auf die Liebe Gottes zu jedem Menschen. Diese Liebe würde Gewalt in jeglicher Art ausschließen. Und nun kommt der Papst, der Stellvertreter Gottes auf Erden und klärt uns endlich auf. Schläge gegen Kinder sind gut! Aber bitte keine Schläge ins Gesicht, die kann man sehen und dies ist menschenunwürdig! Es muss schließlich nicht jeder sehen, dass einem zu Wachstum und Reife verholfen wurde. Auch auf Beleidigungen gegenüber der Kirche und der Mutter dürfen wir neuerdings, nach Meinung des Papstes, mit Faustschlägen reagieren. Als in Saudi-Arabien ein Mann wegen Beleidigung des Islam zu einer öffentlichen Prügelstrafe verurteilt wurde oder ein Imam in Berlin zur Gewalt gegen Frauen aufrief, die den Männern nicht gehorchen wollen, waren unsere Gedanken sofort: „Der Islam steckt gedanklich noch im Mittelalter und hat mit dem modernen Menschenbild des Christentums nichts zu tun.“ Und jetzt kommt das Oberhaupt der katholischen Kirche und erschüttert unser liberales Denken mit seinen mittelalterlichen Erziehungsweisheiten in der Öffentlichkeit. Der Pontifex Maximus hat nichts dazu gelernt. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die UN-Kinderrechts-Konvention hinweisen, in der auf den weit verbreiteten körperlichen Missbrauch in katholisch geführten Schulen hingewiesen wurde. Welche Wertigkeit der Schutz von Kindern im Vatikan hat, kann man auch daran ersehen, dass im Vatikanstaat den Erwachsenen bereits Sex mit 12 jährigen Kindern gestattet ist. Der Vatikanstaat hat damit das niedrigste Schutzalter in ganz Europa. Ich würde mir wünschen, dass die Christliche Kirche im Sinne des Neuen Testamentes im inneren gedacht und nach außen hin gelebt wird und dass der Papst erst über den Sinn seiner Worte nachdenkt und sie dann mit Bedacht ausspricht. Den Samen, den er in den Wind gestreut hat, kann er im Nachhinein nicht mehr zurückholen.

    Dieter Wieseler

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