Bei einem schweren Zugunfall am Bahnübergang an der Bad Nauheimer Straße in Reichelsheim ist am Dienstagabend eine Autofahrerin schwerst verletzt worden. Nach ersten Informationen ist ihr Zustand kritisch. Ein Ableben kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Die Frau musste nach einer aufwendigen technischen Rettung mit dem Rettungshubschrauber „Christoph Mittelhessen“ in eine Klinik nach Gießen geflogen werden.
Der Alarm für die Feuerwehr ging um 19.08 Uhr ein. Nach Angaben von Alexander Hitz, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Reichelsheim, war ein kleinerer Pkw auf dem Bahnübergang von einem Zug erfasst worden. Die Fahrerin wurde bei der Kollision in ihrem Fahrzeug eingeklemmt. Für die Einsatzkräfte begann damit eine besonders schwierige Rettung unter beengten und durch den Unfall stark veränderten Bedingungen.
Die Feuerwehr rückte mit Vollalarm aus. Insgesamt waren 40 Einsatzkräfte aus vier Stadtteilfeuerwehren an der Unfallstelle im Einsatz. Zunächst musste der Pkw vom Zug weggezogen werden, damit die Einsatzkräfte überhaupt einen ausreichenden Zugang zu der schwerstverletzten Frau schaffen konnten. Erst danach war es möglich, das schwere hydraulische Rettungsgerät einzusetzen.
Die Rettungsarbeiten erwiesen sich als besonders aufwendig. Der Pkw war durch die Wucht des Zusammenstoßes erheblich deformiert worden. Um die eingeklemmte Fahrerin aus dem Fahrzeug befreien zu können, mussten die Einsatzkräfte Schritt für Schritt Teile des zerstörten Fahrzeugs entfernen. Unter anderem wurde der Motorblock nach vorne abgekippt, um die Beine der Frau freizulegen und eine Rettung zu ermöglichen.
Nach der Befreiung übernahm der Rettungsdienst die medizinische Versorgung der Schwerstverletzten. Aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen wurde entschieden, die Frau mit dem Rettungshubschrauber „Christoph Mittelhessen“ in eine Klinik nach Gießen zu fliegen. Die Rettung aus dem Fahrzeug und die anschließende Versorgung standen damit über längere Zeit im Mittelpunkt des Einsatzes.
Auch im Zug wurden Menschen verletzt. Nach Angaben der Feuerwehr befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls 14 Fahrgäste an Bord. Drei von ihnen erlitten leichte Verletzungen. Sie lehnten jedoch eine weitere rettungsdienstliche Behandlung ab. Auch der Triebfahrzeugführer wurde bei dem Unfall verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.
Für die Einsatzkräfte bedeutete der Unfall nicht nur eine technisch anspruchsvolle Rettung. Auch die psychische Belastung der Beteiligten spielte eine Rolle. Neben Feuerwehr und Rettungsdienst waren deshalb Kräfte der Notfallseelsorge vor Ort. Fünf Einsatzkräfte unterstützten die Feuerwehr bei der Einsatznachbesprechung.
Die Bundespolizei übernahm die Unfallaufnahme und die weiteren Ermittlungen. Wie es zu der Kollision zwischen dem Pkw und dem Zug kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Die Ermittler müssen nun die Abläufe am Bahnübergang rekonstruieren und klären, unter welchen Umständen es zu dem Zusammenstoß kam.
Der Bahnübergang an der Bad Nauheimer Straße sowie die betroffene Bahnstrecke bleiben zunächst auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die Dauer der Sperrung hängt unter anderem von den weiteren Ermittlungen und den notwendigen Arbeiten an der Unfallstelle ab.
Zur Höhe des entstandenen Sachschadens liegen bislang keine Angaben vor. Weitere Informationen werden nach derzeitiger Einschätzung frühestens am Mittwochvormittag erwartet. Bis dahin bleibt insbesondere die Frage nach dem Unfallhergang offen. Im Mittelpunkt steht zugleich der Gesundheitszustand der schwerstverletzten Autofahrerin, deren Zustand nach den ersten Informationen weiterhin kritisch ist. +++ kec

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