Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am kommenden Sonntag, Sven Schulze, hat die Erwartungen an den Wahlausgang in seiner Partei gedämpft. „Es wäre vermessen, zu sagen, dass wir jetzt noch einen Rekordwert für die CDU erreichen können“, sagte Schulze der „Welt“. Ein Erfolg wäre, wenn man danach in der Lage sei, eine Regierung zu bilden, die das Land weiter nach vorn bringe, so Schulze.
Minister der AfD und der Linken in einem Kabinett schloss er aus, nicht hingegen Gespräche mit der Linken. Er beschäftige sich derzeit nicht mit den Forderungen der Linken, sagte Schulze. Vor allem aber beschäftige er sich mit dem, was er selbst machen möchte. Dafür brauche er Mehrheiten. Seine Aufgabe wäre es dann, Menschen auch im Landtag für Vorhaben zu gewinnen. Er mache sich dafür „weder von links noch von rechts abhängig“.
Er warne davor, allein die Verhinderung einer absoluten AfD-Mehrheit als Erfolg zu betrachten. „Es geht um viel mehr“, sagte der CDU-Spitzenkandidat und Landeschef. Er habe in diesem Wahlkampf sehr viele positive Rückmeldungen auf die vielen Gespräche bekommen. Diesen Weg müsse man auch außerhalb von Wahlkämpfen verstärkt gehen. Man sei eine große Partei, müsse aber wieder viel stärker auf die Menschen zugehen.
Schulze gestand Fehler seiner Partei ein. „Wir haben in der Vergangenheit vielleicht zu sehr zugelassen, dass es der AfD gelingt, unser Land so negativ darzustellen, wie sie das permanent macht.“ Man dürfe kommunikativ nicht denen die Oberhand überlassen, die ausschließlich darüber sprechen, was schlecht läuft, und die uns in eine längst überwundene Vergangenheit zurückführen wollen. Die CDU sei schlecht beraten, bestimmte Themen zu meiden, nur weil sie vermeintlich nicht auf das eigene politische Konto einzahlen. Genau das sei in der Vergangenheit ein Fehler gewesen.
Der CDU-Landeschef übte auch Kritik an Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz. „Insgesamt war das Erwartungsmanagement in der Vergangenheit nicht immer das Beste. Das wissen wir, das weiß die Bundesregierung, das weiß auch der Kanzler. Ich glaube, dass man inzwischen auch kommunikativ anders unterwegs ist.“ +++

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