Schäuble spricht sich gegen Abschaffung von Bargeld aus

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Wolfgang Schäuble (CDU)

Berlin. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich gegen eine Abschaffung des Bargeldes ausgesprochen. Er fürchtet eine Einschränkung von Freiheit und Privatheit, wenn alle nur noch bargeldlos zahlen: „Wir wollen ja ganz generell nicht in allen Punkten unseres Lebens in jeder Weise kontrollierbar sein, wir haben es ja sonst auch mit Datenschutz und mit dem Recht auf Privatheit“, sagte Schäuble im Interview mit dem „Deutschlandfunk“.

Wenn man ein paar Euro in der Geldbörse habe, dann müsse das nicht kontrolliert und erfasst werden. „Der Verkehr zwischen den Banken, der wird ja kontrolliert durch die Notenbanken, durch die Bankenaufseher und so weiter.“ Aus der Tatsache, dass ein Großteil des Geldkreislaufes bereits bargeldlos vollzogen werde, „könnte man ableiten, dass man das stärker kontrolliere könnte, dass man bestimmte Formen von kriminellem Missbrauch von zu viel Bargeld unterbinden könnte und im Übrigen hätte man eine bessere Steuerung der Möglichkeiten der Geldpolitik“, so der Finanzminister. Aber: „Eine völlige Abschaffung des Bargeldes, so lange die Menschen auch Geld anfassen wollen, das, finde ich, sollten wir wirklich nicht machen.“

Zuvor hatte unter anderem der ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Ken Rogoff, eine Abschaffung des Bargelds gefordert. Zur Begründung hatte Rogoff in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ angeführt, die Anonymität von Bargeld werde gerne für illegale Transaktionen genutzt oder um Steuern zu hinterziehen, daneben gebe es aber auch geldpolitische Erwägungen: „Wenn die Geldhalter auf zinsloses Bargeld ausweichen können, dann kann die Zentralbank den Leitzins nicht allzu weit unter Null senken, selbst wenn das sinnvoll wäre, um eine lahmende Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.“ +++ fuldainfo


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7 Kommentare

  1. wenn Sie nur nicht irren – weshalb sollte die Politik dies nicht wollen?
    Allumfassende Kontrolle
    Keinerlei Schwarzgeld mehr
    Banken können negative Zinsen einführen und der „Kunde“ kann nocht mehr ausweichen, indem er sein Geld abzieht
    Konsumgewohnheiten führen zu Konsequenzen an anderer Stelle, z.B. Kauf von Alkohol zu höhereren Versicherungsbeiträgen.
    Ich hoffe sehr, mich zu irren.

  2. Ja, der Herr Schäuble und seine Vorliebe für Bares… Er ist sicher auch gegen die Abschaffung von schwarzen Koffern und Parkplätzen…

  3. Wenn Schäuble sich gegen etwas ausspricht, dann ist er dafür.
    Hat dass denn wirklich noch keiner verstanden?

  4. Der Hauptgrund, der gegen eine Abschaffung von Bargeld spricht, ist leider noch nicht genannt worden: Der gemeine Bürger hat nur über Bargeld zu „echtem“ Zentralbankengeld Zutritt.
    Denn: Jedwedes Guthaben bei einer Bank ist kein Zentralbankgeld. Geht die entsprechende Bank pleite, ist das Geld futsch.
    Abschaffung von Bargeld geht also nur dann, wenn JEDER ein Zentralbankkonto bei der EZB eröffnen kann, bei dem Guthaben 1:1 mit Zentralbankgeld hinterlegt ist. Alles andere wäre absurd…

  5. Man sollte auch an all die Menschen denken, die von Hartz IV leben müssen.

    Da ist jeder zusätzlich verdiente EURO stets willkommen, da der Hartz IV Regelsatz zum Leben eigentlich vorn und hinten nicht reicht. Nicht immer ist das im Staatssinne ganz legal verdientes Geld, aber viele (auch in den Behörden) drücken da beide Augen zu, eben gerade weil sie wissen, wie wenig das ist.

    Wenn man diesen Menschen jetzt durch Abschaffung des Bargeldes diese kleine Möglichkeit, sich hin und wieder etwas hinzuzuverdienen auch noch nimmt, wird es da ganz trübe.

    Aber auch der Lokalpolitiker oder Klein-Unternehmer, der gerne mal eben einen Hartz IV-ler schwarz beschäftigt, hätte dann ein Riesen-Problem.

    Wollen wir dieses Fass aufmachen und die totale Überwachung durch Abschaffung des Bargeldes ermöglichen?

    Ich glaube, das wollen selbst die Politiker nicht wirklich.

  6. Bitte? Muss mir grad die Augen verwundert reiben. Leider wissen wir ja, wie schnell sich die Meinung von Politikern nach dem Wind dreht – siehe aktuell Gabriel bezüglich TTIP – aber wenn das wirklich ernst gemeint ist, dann hätte ich diese Einstellung zum Bargeld grade von Herrn Schäuble wahrlich nicht erwartet.
    Ich hoffe, er bleibt bei seiner Einstellung.

  7. Juhu,es lebe der Schwarzmarkt der kein Geld braucht und nur Ware gegen Ware und Dienstleistung gegen Ware tauscht oder doch nicht?

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