Regierungspräsident Klüber unterwegs im östlichen Regierungsbezirk

Austausch mit der DESOI GmbH

Der Regierungsbezirk Kassel umfasst die Regionen Nord- und Osthessen (NOH). In seinen sechs Landkreisen sowie den Oberzentren Kassel und Fulda ist er Heimat für rund 1,2 Millionen Menschen. Die Regionen sind wirtschaftlich stark und besonders vielfältig. Das Regierungspräsidium versteht sich als Mittler und Dienstleister für die Region. Um sich über wichtige Themen, Anliegen und Projekte in der Region zu informieren, besucht Regierungspräsident Klüber in dieser Woche Menschen und Unternehmen an vielen Orten in ganz NOH. Heute steuerte er Stationen im östlichen Bereich des Bezirks – zwischen Werra und Fulda – an.

Waldbewirtschaftung und zur Borkenkäferproblematik

Im Forstamtsbezirk Wehretal informierte sich Regierungspräsident Klüber zum gegenwärtigen Zustand der Wälder in der Region und besichtigte vor allem Schadflächen, die durch Sturm- und Schädlingsschäden entstanden sind. Der Austausch fand statt im Revier Sontra. Neben Forstamtsleiter Dr. Thomas Rysavy und Revierleiter Alexander Göllner nahm auch Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt an dem Austausch teil. Hessen Forst betreut im Forstamtsbereich Wehretal neben 7.000 Hektar Staatswald auch 2.600 Hektar Kommunal- und 4.000 Hektar Privatwald. Die nordosthessischen Wälder haben vielerorts unter Sturmschäden und Schädlingsbefall zu leiden – so auch im Revier Sontra. Im Bereich des Stadtwaldes etwa bilden mehrere Abteilungen eines ursprünglichen Fichten-Reinbestands inzwischen nahezu eine Freifläche von 52 Hektar. Auslöser war Orkan Friederike in 2018. Ein darauffolgender Käferbefall tat das Übrige, um den restlichen Fichtenbestand absterben zu lassen. Stellenweise wachsen nun Birken, Weiden, Ebereschen und andere Bäume nach, was hoffen lässt, dass ein artenreicher Mischwald durch Naturverjüngung und Ergänzungspflanzungen entsteht. Um die weiteren Flächen wieder aufzuforsten, kommen allerdings hohe Kosten auf die Stadt Sontra zu. Auch im Bereich des Buchenbestandes haben die Försterinnen und Förster inzwischen vermehrt mit Schädigungen zu kämpfen: Besonders auf Muschelkalkstandorten weisen die Bestände starke Schäden auf. Regierungspräsident Klüber zeigte sich betroffen von dem Schadensbild: „Die Situation in den Wäldern unseres Regierungsbezirks ist stellenweise wirklich dramatisch. Die Wiederaufforstung geschädigter Flächen ist eine Herkulesaufgabe für die kommenden Jahre. Mein großer Respekt gilt den Försterinnen und Förstern sowie den Waldbesitzerinnen und -besitzern. Mit großem Einsatz und enormen Durchhaltevermögen schultern sie die aktuellen Herausforderungen und kämpfen dafür, dass sich NordOstHessen weiterhin mit Fug und Recht als grüne Mitte Deutschlands bezeichnen kann.“

Begehung der renaturierten Fuldaaue bei Rotenburg

Infolge wiederkehrender Hochwasserereignisse 2012 haben die Kommunen Bebra, Rotenburg und Alheim 2012 den Masterplan Fuldaaue aufgelegt. Dieser soll die Belange von Natur- und Hochwasserschutz, Tourismus und Wasserwirtschaft harmonisieren und wird u.a. vom Regierungspräsidium Kassel gefördert. Regierungspräsident Klüber informierte sich vor Ort zusammen mit Bürgermeister Christian Grunwald über die erreichten Ergebnisse. In Rotenburg ist die Fulda inzwischen umfassend renaturiert worden: So wurden zwei historische Hochflutrinnen reaktiviert, in denen nun wieder Hechte laichen. Im innerstädtischen Bereich wurde die Fulda auf 60 bis 70 Meter aufgeweitet und so der Hochwasserspiegel um ca. 80 cm abgesenkt. Zudem entwickeln sich nun auf rund 60 Hektar Fläche wieder naturraumtypische Auenstrukturen mit ihren spezialisierten Pflanzen- und Tiergemeinschaften. Hinzu kommt im Masterplan ein ausgefeiltes Zonierungskonzept, das für einzelne Bereiche entlang der Fulda verschiedene Nutzungsschwerpunkte festsetzt und so einen Interessenausgleich herbeiführt. Regierungspräsident Klüber zeigte sich erfreut über die erfolgreichen Anstrengungen, bei der alle Beteiligten um Konsens bemüht sind: „Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal führt uns ganz aktuell wieder vor Augen, wie wichtig es ist, in wirksamen Hochwasserschutz zu investieren. An der Fulda hat man das Thema schon vor Jahren angepackt – und die Ergebnisse sprechen für sich. Dass dabei alle Beteiligten an einem Strang ziehen und Wohnen, Arbeiten und Freizeit entlang der Fulda sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern ergänzen, ist ein außerordentlicher Erfolg.“

Austausch mit der DESOI GmbH in Kalbach/Rhön zur regionalen Wirtschaftslage

Anschließend besichtigte Regierungspräsident Klüber den Stammsitz des weltweit tätigen Industrieunternehmens DESOI GmbH mit rund 100 Beschäftigten in Kalbach/Rhön. Dort sprach er mit Geschäftsführerin Regina Desoi, sowie kam mit Mitarbeitenden des Unternehmens ins Gespräch. Kalbachs Bürgermeister Mark Bagus nahm ebenfalls an dem Austausch teil. DESOI ist weltweit führender Hersteller im Bereich der Industrie- und Injektionstechnik und vertreibt seine Produkte mit Kooperationspartnern in mehr als 25 Ländern. Die Produktpalette umfasst Injektions- und Mischgeräte, Ankersysteme sowie Gewinde-Ausschraubeinheiten für Kunststoffspritzgusswerkzeuge. DESOI legt Wert auf eine umfassende Beratung. So bietet die Firma etwa Web- und Fachseminare zu ihren Produkten an. Der Regierungspräsident ließ sich durch die Fertigung führen und zeigte sich beeindruckt von der Produktion auf höchstem technischen Niveau: „Sie sind ein Musterbeispiel, dass wir in NordOstHessen traditionsbewusste Familienunternehmen besitzen, die mit ihren Produkten gleichzeitig weltweit in der Ersten Liga spielen. Darauf können wir zu Recht stolz sein.“ Klüber besichtigte auch die neue Lagerhalle des Unternehmens, die im Juni 2021 eingeweiht werden konnte. Hier setzt DESOI auf eine innovative Schwerlast-Verschiebeanlage; die Halle ist nachhaltig ausgestattet mit einer Wärmepumpe und Photovoltaik auf dem Dach. Er freue sich, dass das Unternehmen trotz der Corona-Situation in den Standort investiere, so Klüber abschließend. +++ pm

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