„Räume öffnen, in denen Beteiligung möglich ist“ – Rund 250 Gäste auf Jahresempfang in Poppenhausen

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Bürgermeisterin Alexandra Ballweg

Die Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) hat gestern Abend als erste Kommune im Landkreis Fulda zu ihrem traditionellen Jahresempfang geladen. Rund 250 Gäste waren der Einladung des Gemeindevorstandes um Bürgermeisterin Alexandra Ballweg (parteilos) ins Von-Steinrück-Haus gefolgt. Unter den zahlreichen Gästen waren mit Ballwegs beiden Vorgängern, Wolfgang Wehner und Manfred Helfrich, mitunter zwei langjährige hauptamtliche ehemalige Mandatsträger der Rhöngemeinde.

Ein besonderer Willkommensgruß der Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Irmtraud Becker, die zusammen mit Bürgermeisterin Ballweg die Begrüßung übernahm und durch den Abend führte, galt den vielen Repräsentanten der gemeindlichen Kommunalpolitik sowie aus den Vereinen, Verbänden und Institutionen. Ein ebenso herzliches Willkommen galt den vielen ehrenamtlich Aktiven aus beispielsweise aus dem Feuerwehrwesen, den Sportvereinen oder der Seniorenbetreuung. Nicht ungeachtet und deshalb bei der Begrüßung hervorgehoben wurden auch die Jugendorganisationen, die sich ebenfalls unter den Ehrengästen befanden. Von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda waren ihr Präsident Dr. Christian Gebhardt und mit ihm IHK-Hauptgeschäftsführer Dipl.-Kfm. M.A. Michael Konow der Einladung gefolgt. Die Vorsitzende der Gemeindevertretung adressierte im Namen der gemeindlichen Gremien allen Anwesenden die besten Wünsche für das neue Jahr 2026, daneben dankte ihnen die Kommunalpolitikerin für das hohe Engagement, dass der Gemeinde auch im vergangenen Jahr wieder in hohem Maße zuteilgeworden war.

Mitunter nutze die Vorsitzende der Gemeindevertretung den Empfang, um das vergangene Jahr kurz Revue passieren zu lassen, dabei Meilensteine und wegweisende Ereignisse zu beleuchten und einen Ausblick auf das noch junge Jahr 2026 zu geben. So wurde am 29. Juni 2025 Alexandra Ballweg mit 60,6 Prozent zur neuen Bürgermeisterin von Poppenhausen (Wasserkuppe) gewählt. Ihr Amtsantritt folgte vor rund 10 Wochen am 1. November 2025. Die Diplom-Verwaltungswirtin folgte auf Manfred Helfrich, der nach fast einem Vierteljahrhundert an der Spitze der Poppenhausener Gemeindeverwaltung am 31. Oktober 2025 im Von-Steinrück-Haus im Beisein von über 300 Gästen gebührend verabschiedet worden war. Um die Rhöngemeinde auch touristisch zukunftsfähig zu machen, wurden im vergangenen Jahr diverse Radwege fertiggestellt sowie in die gemeindlichen Feuerwehren in den Ortsteilen Steinwand und Abtsroda investiert. Darüber hinaus gründete sich ein Arbeitskreis, der das Projekt „Dorfmoderation“ zur Innenentwicklung begleitet.

Demokratie beginne nach Bürgermeisterin Ballweg nicht bei Wahlen oder großen Entscheidungen; Sie beginne dort, wo Menschen gehört werden und Vielfalt sichtbar sei. Als Bürgermeisterin möchte Ballweg Räume öffnen, in denen Beteiligung möglich ist – niedrigschwellig, in einem respektvollen Miteinander und auf Augenhöhe. In ihrer Rede verwies die Bürgermeisterin auch auf die erste Bürgerversammlung vor dem Hintergrund der Dorfmoderation als Auftaktveranstaltung zur Innenentwicklung am 5. Februar 2026 im Von-Steinrück-Haus. Erfreulich zeigte sich Ballweg über die hohe Beteiligung in der Poppenhausener Kommunalpolitik, durch diese die Bürgerinnen und Bürger „echte Wahlmöglichkeiten“ hätten – und das nicht nur im Hinblick auf die Kommunalwahl. „Was unsere Gemeinde stark macht, sind die Menschen, die Verantwortung übernehmen“, so Ballweg. Auch in Poppenhausen stünde man vor Veränderungen. „Aber wir können entscheiden, wie wir mit ihnen umgehen. Wir haben die Chance, unseren (Gebäude-)Bestand klug weiterzuentwickeln, Ortskerne zu stärken und Lebensqualität zu erhöhen. Neue Bedürfnisse eröffnen Raum für neue Ideen, Angebote und Formen des Zusammenlebens“, konstatierte die Bürgermeisterin. Auch Poppenhausen zeuge mit beispielsweise dem Projekt „Leben und Arbeiten“ davon.

Als Gastrednerin konnte die Architektin Alexandra Bub gewonnen werden. Bub stammt ursprünglich aus Poppenhausen, verlagerte vor einigen Jahren ihren Lebensmittelpunkt aber nach Hamburg, wo sie mit ihrer Familie lebt und in eigenem Architekturbüro beruflich tätig ist. In ihrem 50-minütigem Impulsvortrag unter der Überschrift „Weiterbauen statt Abreißen – Architektur, die Dorfkerne neu belebt“ verdeutlichte die selbstständige Architektin anhand vielfältiger Beispiele von Nord- bis Süddeutschland wie (Wohn)Gebäude durch innovative Architektur ein zweites Leben bekamen und dadurch auch Dorfzentren neu in Szene setzten. „Dichter Wohnen kann gelingen, sofern man nicht aus den Augen verliert, dass jeder seine Privatheit braucht“, zog Alexandra Bub ihr abschließendes Fazit.

Bürgermeisterin und Namensvetterin Alexandra Ballweg dankte Bub für die interessanten Einblicke, wie aus scheinbar ausgedienten Gebäudekomplexen etwas Neues und Hochmodernes entstehen kann. „Was wollen wir?“, stellte die Bürgermeisterin auf dem Neujahrsempfang heraus, womit sie auf eine demnächst hohe Beteiligung bei der Bürgerversammlung der Dorfmoderation zur Innenentwicklung, anspielte und zugleich dazu aufrief. „Was wollen wir? sollte uns allen ein Leitmotiv sein.“ Ballweg verabschiedete Alexandra Bub mit anerkennenden und wertschätzenden Worten wissentlich, dass Bub trotz reichlicher Arbeit gestern den Weg nach Poppenhausen fand. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahresempfang vom Jugendchor Poppenhausen unter der Leitung von Karin Mayle – Polivka und von Frank Tischer am Flügel und Keyboard. +++ jessica auth


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