Heute beginnt der Mordprozess gegen den mutmaßlichen Lübcke-Mörder. Der 46-Jährige soll den CDU-Politiker am 2. Juni 2019 aus rechtsextremen Motiven erschossen haben. Lübcke hatte sich 2015 für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen und war so zu einer Hassfigur der extrem Rechten geworden. Der mutmaßliche Täter hatte nach seiner Festnahme ein Geständnis abgelegt, dass er später widerrief. Vor Gericht steht auch ein 44-jähriger Mann wegen Beihilfe zum Mord. Er soll die Tat mit vorbereitet haben.
Die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus, erklärte: „Die Ermittlungsbehörden der Polizei und der Justiz haben viel getan, um die Tat schnellstmöglich aufzuklären und die Anklage der Bundesanwaltschaft vorzubereiten. Der Prozessauftakt vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main ist ein sehr wichtiger Schritt, damit die mutmaßlichen Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Wir sind in Gedanken stark verbunden mit der Familie von Dr. Lübcke, die als Nebenkläger auftreten. Für sie beginnt wiederum eine schwere Zeit, aber sie wissen, die CDU-Familie ist auch in diesen harten Stunden weiter fest an ihrer Seite.
Dr. Walter Lübcke war ein lebensbejahender Mensch, ein Brückenbauer, der die Interessen der Bürger in Nord- und Osthessen und weit darüber hinaus mit großer Empathie vertreten hat. Dr. Walter Lübcke war zehn Jahre lang Mitglied unserer Fraktion im Hessischen Landtag. Er war ein engagierter Wahlkreisabgeordneter, immer bodenständig und mit seiner Heimat fest verwurzelt. Als Kasseler Regierungspräsident setzte er sich für eine demokratische Gesellschaft ein und zeigte humanitäre Größe in schwierigen Zeiten.
Es war sein christliches Menschenbild, das ihn immer wieder an der Seite der Schwachen in unserer Gesellschaft stehen ließ. Und es war sein Demokratieverständnis, das ihn immer wieder klare Worte für die Werte unserer freiheitlichen Gesellschaft finden ließ. Umso unverständlicher ist, dass es genau diese vorbildlichen Tugenden waren, die ihm menschenverachtende Anfeindungen und puren Hass entgegenbrachten. Er wurde zum Feindbild von Rechtsradikalen, aus deren Reihen er hinterrücks und kaltblütig ermordet wurde. Der Prozess macht es sich zur Aufgabe, diese fürchterliche Tat und seine Hintergründe aufzuklären“, so Claus. +++

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