Politiker von CDU und FDP fürchten Chinas Zugriff auf Zoom-Daten

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Politiker von CDU und FDP sehen den US-Videodienstanbieter Zoom als mögliches Ziel chinesischer Geheimdienste und raten daher Ministerien und Behörden von der Nutzung der Anwendung ab. "Bei der Programmierung der App scheint man sehr leichtfertig vorgegangen zu sein, und der Zugriff durch chinesische Behörden kann nach den Vorfällen im Februar nicht ausgeschlossen werden", sagte der CDU-Sicherheitspolitiker Patrick Sensburg dem "Handelsblatt". Es gebe "viele alternative Anbieter", sodass von der Nutzung von Zoom "derzeit abzuraten" sei.

Sensburg ist Mitglied im Geheimdienstgremium des Bundestags. Auch der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle verwies auf "die Möglichkeit, dass Zoom-Kommunikation für chinesische Nachrichtendienste offen zugänglich war". Zoom sei "zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund massiver Sicherheitsbedenken für die sichere Kommunikation von Behörden und Ministerien nicht geeignet", sagte der FDP-Politiker der Zeitung. Bei der Verwendung von Zoom gebe es "erhebliche datenschutzrechtliche Schwierigkeiten auf allen Betriebssystemen". Zudem seien Daten bei Zoom "augenscheinlich nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt".

Das alleine disqualifiziere "den Dienst schon für vertrauliche Gespräche zwischen staatlichen Stellen", so Kuhle. Zoom hatte im Februar die Daten einiger Konferenzen über Server in China geleitet. Dieses Problem sei inzwischen behoben, teilte das US-Unternehmen der Zeitung auf Nachfrage mit. Zoom verfügt nach eigenen Angaben über 17 eigene Rechenzentren weltweit, eines davon in China. Das Unternehmen hob zugleich hervor, "niemals einen Mechanismus geschaffen" zu haben, "um Live-Meetings für das rechtmäßige Abschöpfen von Daten zu entschlüsseln". Außerdem würden alle Video-, Audio- und Chat-Inhalte "während der gesamten Zeit, in der sie das Zoom-System durchlaufen" verschlüsselt. +++


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1 Kommentar

  1. Wie gerne erinnere ich mich noch an die Zeiten, als auf dem Münchner Marienplatz junge Chinesinnen und Chinesen verzückt ihre teuren I-Phones zückten und auf das Glockenspiel im Rathausturm richteten. Auch in Corona-Zeiten wollen wir unsere schöne Welt genießen und uns - häufig mit einem Smartphone bewaffnet - auf Erkundungs- und Genießertour begeben. Allerdings unter Beachtung von Hygieneregeln wie Abstand, Gesichtsmaske etc., um dem Feind, dem Corona-Virus, nicht unsere Gesundheit preiszugeben.
    Es gehört nicht viel Fantasie dazu, um vorherzusehen, dass wir auch in Post-Corona-Zeiten das weiterhin tun wollen. Allerdings haben wir es dann bei der Nutzung eines Smartphones mit einem anderen Feind zu tun. Einem Feind, der in unsere Privatsphäre eindringt – dem „Datenkapitalisten“ wie Google, FaceBook, Apple etc. Diese nehmen für sich in Anspruch, die Nutzungsregeln - quasi gottgleich - selbst zu bestimmen. Von der Bekämpfung des Corona-Virus werden wir aber hoffentlich folgendes gelernt haben: wie wir unter Beachtung anderer (Hygiene-)Regeln verhindern, dass „Datenkapitalisten“ hemmungslos und ungefragt unsere privaten Daten absaugen.
    Die erfreuliche, für manche neue, Erkenntnis dabei ist: wir müssen dafür nicht jemandem etwas, was er für schön und gut hält – so zum Beispiel ein schickes Smartphone -, wegnehmen, sondern dieses Etwas gewissermaßen virenfrei, also ungefährlich, machen. Aufgrund der Erfahrungen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie bin optimistisch, dass dies gelingen kann. 
    
    Näheres in
    https://www.freitag.de/autoren/sigismundruestig/die-eroberung-der-digitalen-welt

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