Point Alpha zieht positive Bilanz: Mehr Schulklassen, starke Besucherzahlen und Auszeichnungen im Jubiläumsjahr

Haus an der Grenze. Foto: privat

Die Point Alpha Stiftung blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück. Geprägt von bedeutenden Jubiläen, zahlreichen Bildungsangeboten und einer Vielzahl kultureller Veranstaltungen sei das vergangene Jahr ein Jahr des Erinnerns, des Dankes und des Aufbruchs gewesen. Zu diesem Fazit kommt der jetzt vorgestellte Geschäftsbericht 2025, den der Stiftungsvorstand mit Benedikt Stock und Philipp Metzler präsentiert hat. Drei Jubiläen verliehen dem Berichtsjahr dabei eine besondere Bedeutung: 35 Jahre Deutsche Einheit, 35 Jahre seit der letzten Patrouille der US-Streitkräfte an der innerdeutschen Grenze und 30 Jahre Point Alpha als Lern- und Erinnerungsort. Nach Auffassung der Stiftung wurde dadurch erneut deutlich, welche herausragende Bedeutung der historische Ort für die Gegenwart besitzt.

Die Gedenkstätte verzeichnete im vergangenen Jahr rund 56.500 Besucherinnen und Besucher. Auch die Zahl der Führungen blieb mit etwa 1.340 auf einem konstant hohen Niveau. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei Schulklassen aus. Knapp 510 Führungen wurden von Schulen gebucht, was einem Anstieg von 15 Prozent entspricht. Für Stiftungsvorstand Philipp Metzler ist dies ein Zeichen dafür, dass Schulen die Workshops und Zeitzeugengespräche zur deutsch-deutschen Geschichte zunehmend in ihren Unterricht einbinden. Gleichzeitig investierte die Stiftung nach eigenen Angaben vor allem mithilfe von Fördermitteln in die Modernisierung der technischen Ausstattung sowie der Gebäude. Ziel sei es gewesen, sowohl jungen Menschen als auch Touristengruppen einen noch eindrucksvolleren Aufenthalt an dem authentischen Geschichtsort zu ermöglichen.

Das Jubiläumsjahr war von zahlreichen Gedenktagen und Veranstaltungen geprägt. Gemeinsam mit einem breit gefächerten Bildungsprogramm hätten diese Ereignisse dazu beigetragen, den Blick vieler Menschen erneut auf Point Alpha zu richten. Benedikt Stock, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung, beschreibt Point Alpha als einen Ort, der wie kaum ein anderer für die Erfahrung von Teilung und deren Überwindung, für die Bedrohung durch Diktatur und militärische Konfrontation, zugleich aber auch für den Mut zur Freiheit, demokratische Verantwortung und internationale Partnerschaft stehe. Die zahlreichen Begegnungen und Gespräche während des Jubiläumsjahres hätten gezeigt, dass Point Alpha weit mehr sei als ein Erinnerungsort. Die Gedenkstätte verstehe sich als Ort des Austauschs, der Demokratiebildung und der gemeinsamen Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Freiheit.

Neben den positiven Entwicklungen war das Berichtsjahr auch von Abschieden geprägt. Die Stiftung trauerte um ihren langjährigen Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Wolfgang Hamberger sowie um ihren Förderer Prof. Dr. Bernhard Vogel. Beide hätten den Aufbau und die Entwicklung der Gedenkstätte über viele Jahre maßgeblich begleitet und geprägt.

Für besondere Anerkennung sorgte die Auszeichnung als „Museum des Monats“ durch das Land Hessen. Gewürdigt wurden dabei insbesondere die vielfältigen Vermittlungsangebote der Stiftung. Dazu zählen Workshops, Projekt- und Seminartage, Theater- und Fotoprojekte, digitale Bildungsangebote, Zeitzeugengespräche sowie neue Formen kultureller Bildung. Auch der Förderverein Point Alpha e. V. konnte sich über eine bedeutende Ehrung freuen und wurde mit dem Deutschen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.

Zu den Höhepunkten des Veranstaltungsjahres gehörten unter anderem die Kunstausstellung „Durch Blick“ mit Werken von Dr. Ulrich Barnickel, virtuelle Zeitreisen mithilfe von Virtual-Reality-Brillen, die Theaterproduktionen „Die geschleiften Höfe“ und „Inside Stasi“, die musikalische Lesung „The Dark Side of the GDR“ sowie die Neuauflage des Buches „Zur eigenen Sicherheit“.

Mit Blick auf die Zukunft betont Benedikt Stock, die Geschichte dieses Ortes verpflichte dazu, wachsam zu bleiben, Brücken zu bauen und Demokratiebildung immer wieder neu zu denken. Point Alpha werde auch künftig ein Ort bleiben, an dem Erinnerung bewahrt, Geschichte vermittelt und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen diskutiert werden. Gleichzeitig lädt die Stiftung dazu ein, die vielfältigen Veranstaltungen und Bildungsangebote im zweiten Halbjahr 2026 zu besuchen.

Der vollständige Geschäftsbericht 2025 ist auf der Internetseite der Stiftung Point Alpha abrufbar. +++


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