1979 hatte man im erst zwei Jahren zuvor gegründeten RSC `77 Bimbach die Idee, eine Touristik-Rundfahrt zu organisieren. Rund 300 Radfahrer fanden sich damals ein. Die so genannte Rhön Rundfahrt gibt es als Volksradfahren heute immer noch. 10 Jahre später kam allerdings der Rhön Radmarathon hinzu, der vor allem sportlich orientierte Radler anziehen sollte – und dieser schlug mächtig ein. Heute sind es über 6.000 radfahrende Menschen, die sich alljährlich auf knapp 15 Touren verteilen – von der leichten Familienrunde bis zur kräftezehrenden Marathondistanz.
„Das Wacken des Radsports“ nennt die Szene das Pfingst-Event in Bimbach: Freies Camping, Party und Aussteller auf dem Platz und in diesem Jahr spielt sogar die Fuldaer Band „Cool Down“ am Sonntag. Ein bisschen wie „Woodstock mit Fahrrad“. „Bimbach“, wie die Veranstaltung in der Szene schlichtweg heißt, ist längst zum Kult der Radsportler geworden. Das sieht man auch daran, dass wenige Stunden nach Öffnung des Online-Anmeldeportals alle Marathonplätze ausgebucht sind. Anders sieht es bei den Startplätzen der parallel laufenden Rhön Rundfahrt, der Ur-Veranstaltung, aus. Hier kann man einfach kommen, anmelden und fahren. Von 20 bis über 150 Kilometer lange Touren durch die Rhön ist alles dabei. Auch zwei Mountainbike Strecken sind im Programm, so dass für alle Interessen und sportliche Ambitionen etwas geboten wird.
In diesem Jahr rechnet der Club mit besonders viel Andrang. Das Wetter soll perfekt werden, die Strecken sind komplett neu geplant und das Rahmenprogramm wurde anlässlich des Jubiläums ausgebaut. So kann man auf dem Gelände am Bimbacher Schützenhaus über das Ausstellungsgelände schlendern, Radsportartikel einkaufen oder einfach nur ein Bierchen trinken und das bunte Treiben genießen.
Über 300 Kilometer durch die Rhön – Magnet für Marathon-Experten
Das 30 jährige Jubiläum des Rhön Radmarathons hat Chefplaner Florian Auth zum Anlass genommen, komplett neue Strecken zu konzipieren. So werden auch Stammgästen der Veranstaltung bisher unbekannte Eindrücke der Rhön geboten. Doch auch das Thema Sicherheit spielt bei der immer größer und populärer werdenden Veranstaltung eine große Rolle. Florian Auth dazu: „Pfingsten sind viele Ausflügler mit Auto und Motorrad unterwegs. Wir haben daher potenzielle Passagen mit viel Verkehr, wie beispielsweise die Wasserkuppe, herausgenommen und führen unsere Strecken mehr über ruhigere Straßen. Auch haben wir die Richtung gewechselt und fahren jetzt im Uhrzeigersinn. Dadurch wird tendenziell eher rechts statt links abgebogen was die Sicherheit zusätzlich erhöht.“
30 Jahre Rhön Radmarathon haben die Planer des RSC dazu animiert, eine Null an die Jubiläumszahl dranzuhängen und eine knapp über 300 Kilometer lange Strecke anzubieten – anfangs jedoch ohne große Hoffnungen, dass sich viele Fahrer hier anmelden. Man staunte nicht schlecht, als von den 2.300 Marathonstartplätzen über 800 für die Extremdistanz gebucht wurden. Denn man muss schon ein wenig speziell sein, um sich den Strapazen zu stellen, die einen hier erwarten: 10-12 Stunden im Sattel, fast 6.000 Höhenmeter und dann auch noch der Start am Sonntagmorgen um 5.30. Die, die sich das antun, zählen zu den absoluten Experten und strömen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland nach Bimbach, um sich den letzten Schliff für die Radsaison zu holen.
Hilders, Bischofsheim, Fladungen, Thalau gehören zu den Stationen, durch die der Tross am Sonntag ziehen wird. Für die ganz lange Distanz gibt es noch ein besonderes Schmankerl, wenn die Route einen abschließenden Schlenker über den Hoherodskopf im Vogelsberg macht.
Pfingsten und Radsport – das ist Bimbach. Bleibt nur zu hoffen, dass keiner, der auf die Strecken geht, auch auf dieser bleibt, sondern wohlbehalten wieder in Bimbach einrollt. Wer Lust hat, vorbeizukommen, ob mit oder ohne Rad, ist herzlich willkommen. Das Festgelände in Bimbach bietet Samstag und Sonntag den ganzen Tag über Programm. Und wer sich sportlich betätigen will, für den bietet der Club ausgeschilderte Routen von 20 (Familientour), 52, 85, 113 und 159 (Samstag) Kilometern sowie zwei Mountainbikestrecken (40, 58 km) an. Anmeldung und Start ist Samstag/Sonntag jeweils von 7 bis 10.30 Uhr. +++

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