Neue Spitze bei hessischen Grünen

Erster Parteitag nach Wahlniederlage

Grüne

Das neue Jahr beginnt für uns Grüne nach der Landtagswahl mit einer Neuausrichtung und der Neuwahl des Landesvorstandes: Mit großer Mehrheit haben die rund 700 Grünen-Mitglieder beim Landesparteitag in Frankfurt gestern Kathrin Anders und Andreas Ewald als neue Vorsitzende gewählt. Die beiden bisherigen Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Sebastian Schaub haben nicht mehr kandidiert.

Anders und Ewald: „Unser Focus wird auf der Stärkung der Orts- und Kreisverbände liegen, deren Mitglieder mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes die Basis unserer Partei sind und unglaublich gute und wichtige Arbeit leisten. Wir werden sie in diesen Krisen-Zeiten und besonders in ihrem Kampf gegen Rechts mit unserer ganzen Kraft unterstützen und fördern.“ Professor Dr. Meron Mendel sagte in seiner Gastrede zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus: „Seit der Correctiv-Recherche wissen wir um die Vertreibungspläne der AfD, diese Pläne sind die Grundlage für Vernichtungswünsche.“ Es gehe darum, alles zu tun gegen diese Feinde der Demokratie. Er sei aber optimistisch, die Zivilgesellschaft stehe derzeit auf. „Alle müssen verstehen, welche unmittelbare Gefahr uns bevorsteht.“ Er beantragte offiziell die Parteimitgliedschaft bei den Grünen: „Denn gemeinsam schaffen wir das.“

Nach dem Regierungswechsel in Hessen stand auch ein Ausblick auf die neue Rolle der Grünen als Opposition auf der Tagesordnung des Landesparteitages. Der Vorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, Mathias Wagner, sagte auf dem Parteitag: „Wir nehmen unsere neue Rolle an: kritisch, konstruktiv und munter. Allen, die uns zurück in eine politische Nische wünschen, sagen wir: das hättet ihr wohl gern. Wir bleiben, wo wir hingehören: mitten auf dem Platz, mitten im Leben, mitten im Kampf um gesellschaftliche und politische Mehrheiten für Grüne Politik.“

Sebastian Schaub sagte zum Abschied, jetzt stehe für die Grünen ein Prozess der Veränderung und der Neuausrichtung an, der am besten mit neuen Protagonisten gemacht werde. Daher habe er sich entschlossen, nicht mehr als Landesvorsitzender zur Verfügung zu stehen. Sigrid Erfurth ergänzte: „Ich habe mich mit großer Freude meiner Aufgabe als Landesvorsitzende gewidmet. Wir haben die Partei durch die Corona-Krise gesteuert und den Landtagswahlkampf gestemmt. Jetzt freue ich mich auf andere Aufgaben und wünsche dem neuen Landesvorstand eine glückliche Hand für die Führung unserer stetig wachsenden Partei.“ +++