Nach über 30 Jahren Kommunalpolitik – Bgm. Dietrich geht am 4. April in den politischen Ruhestand

Dietrich: „Ich hatte meine Zeit gehabt - und ich hatte sie gerne gehabt.“

Der scheidende Bürgermeister Werner Dietrich (UBL)

Am 4. April endet für Bürgermeister Werner Dietrich (Unabhängige Bürgerliste) nach über 30-jähriger Tätigkeit davon 12 Jahre als hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Großenlüder sein kommunalpolitisches Wirken. fuldainfo.de hat Werner Dietrich getroffen und mit ihm über seine Amtszeit als Bürgermeister und seine kommunalpolitischen Erfolge gesprochen.

„Es ist jeder Stein bewegt worden.“

Auf unsere Frage, auf welche Errungenschaften er besonders stolz ist, antwortet der 60-Jährige bemerkenswert unkonventionell: „Einen Erfolg sehe ich darin, dass es gelungen ist, den direkten Kontakt zwischen den Menschen – den Bürgerinnen und Bürgern, Kindern und Jugendlichen und den Unternehmen – so hergestellt gekonnt zu haben, dass ein gutes und erfolgreiches Miteinander möglich wurde. Man könnte wohl viele Projekte nennen – die Menschen und Bürger dieser Gemeinde wissen – ich bin ein Bürger dieser Gemeinde, ich bin hier geboren und aufgewaschen, ich lebe hier und habe schon mein ganzes Leben hier verbracht -, was in diesen 12 Jahren meiner Amtszeit geleistet wurde. Es ist im Grunde genommen alles und jeder Stein bewegt worden, jede Entwicklung aufgenommen worden, die möglich war.“

Ein paar Dinge wollte der scheidende Bürgermeister aber dann doch noch nennen: „Wir sind hier in Großenlüder im Bereich der Kinderbetreuung, der Kindertagesstätten bestens aufgestellt. Auch sind wir im Bereich der Sicherheit und Infrastruktur viele, gute Schritte nach vorne gegangen. In Großenlüder kann man einkaufen so wie in einer kleinen Stadt. Die Angebote von Kunst, Kultur, Sport und Freizeit, Wirtschaft, Arbeit und Ausbildung, Umwelt und Natur haben sich in den 12 Jahren meiner Amtszeit, vor allem in der guten Kooperation der Menschen und Unternehmen und der großen, fachkundigen Unterstützung des Teams hier im Rathaus und des Bauhofes, so gut entwickelt, sodass wir alle gemeinsam gut auf diese Entwicklung schauen können.“

Dass Großenlüder heute im Vergleich zu anderen Kommunen so gut dasteht, wertet der scheidende Bürgermeister auch ein Stück weit als Gemeinschaftswerk seiner Vorgänger und jenen Politikern, die in Großenlüder wirkten: „Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt, sie aufgenommen und Großenlüder mit den ansässigen Unternehmen vorangetrieben. Zwar jeder aus seiner Sicht und jeder so, was er persönlich für das Richtige hielt, aber in Summe doch zusammen. Wir haben gemeinsam für die Bürgerinnen und Bürger an einem Strang gezogen. So konnte auch ein Ortsmittelpunkt entstehen, der seinesgleichen sucht.“

„Ein Werner Dietrich im Bereich Zement- und Kalkwerke wird es nicht geben.“

Auf das immerwährende Thema Zement- und Kalkwerke Otterbein angesprochen, speziell darauf, ob Werner Dietrich hier künftig als Vermittler zur Verfügung stehen werde, entgegnete der scheidende Bürgermeister: „Nein! Ich hatte meine Zeit gehabt – und ich hatte sie gerne gehabt. Meine Zeit als Bürgermeister endet am 4. April. Ich habe mit Herrn Bürgermeister Fritzsch einen guten Nachfolger. Die Chance, für die Zement- und Kalkwerke jetzt mit dem neuen Bürgermeister Gespräche wieder aufzunehmen, die bestehen, aber ein Werner Dietrich im Bereich Zement- und Kalkwerke in welcher Form auch immer wird es nicht geben!

fuldainfo.de.: Was geben Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg?

Bürgermeister Werner Dietrich: „Meinem Nachfolger gebe ich nichts mit auf den Weg. Herr Bürgermeister Fritzsch ist ein gestandener Mann, ein Mann, der Verwaltungserfahrung hat und mitten im Leben steht. Wenn er meinen Rat sucht, so werde ich ihm gerne zur Verfügung stehen, aber ich vertraue auf Kopf und Verstand des neuen Bürgermeisters von Großenlüder; Er wird es richtig machen.“

„Mal rein in den Lockdown, mal raus – das macht die Menschen mürbe.“

Auf die Frage, auf was sich Werner Dietrich auf „die Zeit nach Corona“, wenn wieder mehr möglich sein wird, am meisten freut, sagte er: „Am meisten freue ich mich darauf, wenn Begegnungen wieder ohne Mundschutz und Abstand möglich sein werden, und dass wir uns wieder kulturell aufstellen können und dass die Wirtschaft wieder Auftrieb erfährt und die Menschen wieder Perspektiven bekommen. Die anhaltenden Meldungen – mal rein in den Lockdown, mal raus -, das macht müde, es macht die Menschen mürbe und es macht sie unsicher. Wir brauchen wieder eine Perspektive, und das sage ich auch als überzeugter Christ: Dieser Schrecken Corona wird enden. Wir werden denke ich spätestens Ende dieses Jahres, Anfang nächsten Jahres wieder in eine gewisse Normalität zurückkehren und darauf freue ich mich.“

Nach seinem über 30-jährigen kommunalpolitischen Engagement, dieses am 4. April dieses Jahres endet, wolle Werner Dietrich vor allem viel Zeit mit jenen Menschen verbringen, die fast ein halbes Leben auf ihn verzichten mussten, zu denen in erster Linie seine Ehefrau und seine beiden Söhne gehören – letztere inzwischen erwachsen geworden sind… Welchen Themen und Aufgaben sich Werner Dietrich darüber hinaus in seinem letzten Lebensabschnitt widmen wird, erfahren Sie im Video. +++ jessica auth

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