Nach Anfeindungen: Spahn appelliert an Kritiker

Es dürfe bei "kontroversen Debatten" auch emotional werden

Jens Spahn (CDU)
Jens Spahn (CDU)

Angesichts massiver Anfeindungen bei öffentlichen Auftritten hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gelassen gezeigt. „Mir geht es gut“, sagte Spahn der „Bild“. Zuvor hatten lautstark Protestierende Auftritte Spahns in Bergisch Gladbach und Bottrop gestört. Wie es ihm gehe, sei aber nicht entscheidend, so Spahn. „Entscheidend ist, wie wir miteinander umgehen.“ Es gehe nicht um „absolute Wahrheiten“, sagte der Minister.

„Die Frage, ob ich eine Maske im Schulunterricht trage, ist keine Wahrheitsfrage, sondern eine Frage des Ausgleichs zwischen Gesundheitsschutz und praktischem Alltag. Darüber kann man reden. Voraussetzung ist aber, dass man einander zuhört. Das gelingt, wie die Bilder zeigen, dieser Tage nicht immer.“ Es dürfe bei „kontroversen Debatten“ auch emotional werden, sagte der Minister, solange man „eine Sekunde lang versucht, einander zu verstehen, warum der andere eine andere Meinung hat.“

Es sei wichtig, auch bei den aktuellen Themen im Gespräch zu bleiben. Deshalb stelle er sich auch öffentlich der Debatte. „Wenn das Angebot nicht angenommen wird, dann geht`s halt auch nicht.“ Die allermeisten Bürger suchten den Austausch, sagte Spahn. „Selbst die, die echten Frust haben und genervt sind vom Corona-Alltag der letzten Monate, mit denen kann ich gut ins Gespräch kommen.“ Eine Veranstaltung in Münster war zuvor wegen erwarteter Proteste aus der Innenstadt in ein Gebäude am Stadtrand verlegt worden. +++

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1 Kommentar

  1. Ganz offensichtlich machen sich viele Bürger Sorgen um die Grundrechte in unserer Demokratie im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Diese teilweise begründeten Sorgen werden zum einen vom Mißtrauen in manche Politiker und Parteien befeuert, die ja in vergangenen Krisen – man denke nur an 9/11 oder an die Flüchtlingskrise – nicht nur ständig neue bzw. verschärfte „Sicherheits“-Gesetze durchsetzten – frei nach dem grundrechtswidrigen Motto „Sicherheit hat Vorrang vor Bürgerrechten“ -, die später aber fast nie wieder zurückgenommen wurden. Diese Sorgen werden auch aktuell wieder befeuert von unbedachten, teils wissenschaftlich unhaltbaren, teils grundgesetzwidrigen Äußerungen und Handlungen mancher regierender Politiker zu Impfpflichten, zu Immunitätsausweisen, zur Relativierung des Rechts auf Leben, zu angeblichen Übertreibungen beim Datenschutz. Letzteres wird gerne von Regierenden im Bund und in den Ländern verwendet, um vom unübersehbaren digitalen Dilettantismus – nicht nur in Schulen und Gesundheitsämtern – in unseren Regierungen abzulenken.

    Wenn sich allerdings diese Bürger bei ihren berechtigten Demonstrationen mit bekannten Grundrechts- und Demokratiezerstörern der AfD-, PEGIDA-, Identitären-, Reichsbürger- etc.-Randalierern sowie mit Verschwörungs-Erzählern zusammentun, tun sie sich und ihrer Sache keinen Gefallen. Die Rechtsfaschisten haben nur darauf gewartet, locken diese kritischen Bürger mit Querfront-Strategien a là AfD-Vordenker Götz Kubischeck – in ihren Dunstkreis und versuchen, diese teilweise wohlmeinenden Bürger – möglicherweise unbemerkt – für ihre kruden Ansichten zu instrumentalisieren. Wenn sich die kritischen, wohlmeinenden Bürger damit nur nicht plötzlich in eine faschistische Gesellschaft hineinmanövrieren!
    Das werden die ehrlichen Demokratieverteidiger diesen dann aber auch nicht durchgehen lassen! Auch nicht den Verharmlosern von der FDP und den schamlosen Verstärkern von der AfD!

    Und wenn sich Demonstranten darüber hinaus nicht an die Spielregeln halten bzw. halten wollen – der Verzicht auf Gesichtsmasken und Abstand ist verantwortungslos und nicht zu tolerieren -, dann haben sie auch ihr Demonstrationsrecht in diesen Fällen verwirkt (vgl. u.a. GG Artikel 18) – in unserer Demokratie durchzusetzen durch Demo-Verbot oder Demo-Abbruch. Wer dies dann als Diktatur brandmarkt, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft -, so wie gerade wieder einmal auch die Medien des SPRINGER-Konzerns oder Demo-Teilnehmer am 29.8. in Berlin! Das Virus hat sich davon nicht beeinflussen lassen und wütet weiterhin in der Welt!

Demokratie braucht Teilhabe!