Musikvideo aus Fulda bei Wettbewerb in den USA unter den Gewinnern

Weitere Ideen für Kurzfilme und Musikvideos sind bereits ausgearbeitet

Sascha Loffl im Musikvideo . Foto: Loffl

Fulda. Die US-Band They Might Be Giants hatte für das offizielle Musikvideo des Lieds ‚I Left My Body‘ einen Wettbewerb ausgeschrieben. Ich habe mitgemacht und ein Musikvideo produziert, das es letztendlich unter die Gewinner geschafft hat, und nun 1 der 3 offiziellen Musikvideos ist! Ich hatte erst wenige Wochen vor dem Abgabeschluss vom Wettbewerb erfahren, daher wurde das Projekt mit kleinstmöglichem Aufwand Hals über Kopf angegangen.

Glücklicherweise fanden sich genügend Freunde, die Lust und Zeit hatten, spontan ein paar Stunden am Abend nach der Arbeit oder am Wochenende zu opfern, um vor oder hinter der Kamera zu agieren. Es gab kein detailliertes Drehbuch, sondern es wurde vielmehr lediglich die Grundstimmung der Handlung und der grundsätzliche Ablauf einer Szene definiert, und dann dementsprechend improvisiert. Ein Glücksgriff war dabei auch Freddy, der Border Collie einer Arbeitskollegin. Er ist wunderbar zutraulich und hervorragend dressiert, und durch die Tierfotografie seines Frauchens auch schon daran gewöhnt, gezielt vor der Kamera zu agieren. Als stilistische Orientierung für das Musikvideo wünschte sich die Band, dass auf keinen Fall einfach bebildert wird, was man im Liedtext hört. Das wäre auch schwierig geworden, da der Text sehr bildhaft und oft auch verwirrend und zusammenhanglos erscheint. Es gab also einen erheblichen Interpretationsspielraum, und dementsprechend sollte vielmehr ein Zugang zur grundsätzlichen Idee und Stimmung des Lieds gefunden werden, und diese ‚eher poetisch als erzählerisch‘ abbilden.

Dies kann naturgemäß alles und nichts bedeuten, und stellt darüber hinaus einen höchst subjektiven Bereich des Filmemachens dar. Ich habe einen Ansatz einer bewusst banalen Szenerie verfolgt, der beim Zuschauer im Verlauf erst eine sympathische Verwirrung durch scheinbar absurde Handlungselemente auslöst, und schlussendlich einen aha-Effekt bietet, wobei die Auflösung selbst noch Interpretationsspielraum lässt. Was mich sehr freut, ist, dass diese zugrunde liegende kreative Strategie und Wunschvorstellung, wie das Musikvideo stilistisch und von der Stimmung her im besten Fall auf den Zuschauer wirken soll, offenbar voll aufgegangen ist! Denn Juror Open Mike Eagle schreibt als Begründung für die Wahl meines Musikvideos: ‘The “It Took Me Two Viewings to Get it then it Blew my Mind Award” goes to Sascha Loffl: this was a very unique and effective way to interpret this song visually and its an amazing way to show how much fascinating material can come from a simple idea executed in a novel way.’ Auch Kommentare unter dem Video auf dem offiziellen They Might Be Giants-YouTube-Kanal (über 50.000 Abonnenten) bringen das auf den Punkt: ‘i was confused at first but once the meaning hit me, i really started to appreciate it!’ Da es der größte Erfolg beim Filmemachen ist, wenn Zuschauer das Ergebnis genießen und wertschätzen, ist das natürlich Balsam für die Filmemacher-Seele!

Mit drei vorherigen Produktionen (zwei Kurzfilme und ein Musikvideo) war ich bereits auf diversen internationalen Kurzfilmfestivals vertreten, doch dieser Wettbewerb war der erste, bei dem neben der ideellen Auszeichnung als Bonus auch noch eine materielle ausgelobt wurde: Neben einem Preisgeld gab es professionelle Filmemacher-Software im Wert von insgesamt fast 4.700 $. Das Software-Paket optimiert technische Abläufe von Filmprojekten, und erleichtert die Umsetzung von visuellen Effekten. Des Weiteren kann allein die Verfügbarkeit der Software zu neuen Ideen für bestimmte Effekte inspirieren, da deren technische Umsetzung damit überhaupt erst ermöglicht wird. Für einen weiteren Kurzfilm finden in nächster Zeit die letzten Nachdreharbeiten statt: ‚Doppelmord‘ ist ein skurriler Kurzfilm über ein zerstrittenes Ehepaar, das seine Unstimmigkeiten mehr als einmal durch blutige Maßnahmen mit letalem Ausgang klärt. Als Schauspieler sind bekannte Namen aus den Fuldaer Musicals dabei: Sascha Kurth, Larissa Windegger und Torsten Paul. Weitere Ideen für Kurzfilme und Musikvideos sind bereits ausgearbeitet – mehr als ich wahrscheinlich jemals umsetzen kann. +++ pm

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