Millionen Hessen zur Wahl aufgerufen

Kommunalwahl1

Ganz Hessen schaut an diesem Sonntag auf die Kommunalwahl: Millionen Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, über die politische Zukunft ihrer Städte und Gemeinden zu entscheiden. Bei den landesweiten Kommunalwahlen können knapp 4,7 Millionen Menschen ihre Stimme abgeben. Punkt 8 Uhr öffnen die Wahllokale im ganzen Bundesland – um 18 Uhr schließen sie wieder.

Neben gut 4,2 Millionen Wahlberechtigten mit deutschem Pass dürfen auch rund 430.000 Bürgerinnen und Bürger aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union an der Abstimmung teilnehmen. Damit ist die Wahl nicht nur eine Entscheidung deutscher Staatsbürger, sondern auch ein wichtiger Moment kommunaler Mitbestimmung für viele EU-Ausländer, die in Hessen leben.

Gewählt werden an diesem Sonntag die kommunalen Parlamente im ganzen Bundesland. Konkret geht es um die Zusammensetzung der politischen Gremien in 21 hessischen Kreistagen sowie in den Parlamenten von 421 Städten und Gemeinden. Dort werden später Entscheidungen getroffen, die den Alltag der Menschen unmittelbar betreffen: von Stadtentwicklung und Verkehr über Schulen bis hin zu Finanzen und Infrastruktur.

Doch damit nicht genug: In mehreren Kommunen stehen auch Direktwahlen an. In 23 Städten und Gemeinden werden neue Bürgermeister bestimmt. Besonders im Fokus steht dabei die Wahl des Oberbürgermeisters in Hanau.

Neben Personalfragen haben die Wählerinnen und Wähler in einigen Orten auch über Sachthemen zu entscheiden. In vier Kommunen finden parallel Bürgerentscheide statt. Hier stimmen die Einwohner direkt über konkrete lokale Fragen ab.

Die Kommunalwahl gilt traditionell als wichtiger Gradmesser für die politische Stimmung im Land. Gleichzeitig rücken dabei Themen in den Mittelpunkt, die die Menschen ganz unmittelbar betreffen. Während auf Landes- oder Bundesebene häufig ideologische Auseinandersetzungen dominieren, geht es in den Kommunen oft um sehr konkrete Projekte: neue Baugebiete, Verkehrsprojekte, Schulstandorte oder die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden.

Für viele Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Wahltag deshalb vor allem eines: die Chance, direkt Einfluss auf die Politik vor der eigenen Haustür zu nehmen. Doch wer auf schnelle Ergebnisse hofft, braucht Geduld. Denn durch das komplizierte Wahlsystem mit Kumulieren und Panaschieren dauert die Auszählung deutlich länger. Am Wahlabend selbst werden zunächst nur die Stimmen ausgezählt, bei denen Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen komplett einer Partei mit einem Kreuz gegeben haben. Das Trendergebnis werden wir voraussichtlich nach 02:00 Uhr in der Nacht veröffentlichen können. Die endgültigen Ergebnisse werden deshalb erst im Laufe der kommenden Tage erwartet.

Das Statistische Landesamt schätzt, dass rund 40 Prozent der Wählerinnen und Wähler vom Kumulieren und Panaschieren Gebrauch gemacht haben. Also bleibt die Wahl auch in den kommenden Tagen spannend. Man rechnet bis Mittwoch mit einem vorläufigen Endergebnis – ähnlich wie zuletzt bei der Wahl in Bayern.

Auch auf den Straßen war der Wahlkampf kurz vor dem Urnengang am gestrigen Samstag noch deutlich zu spüren. Am Uniplatz in Fulda etwa war am Tag vor der Wahl noch einmal Wahlkampfendspurt angesagt. Parteien und Kandidaten zeigten Präsenz, verteilten Flyer und suchten das Gespräch mit Passanten. Zwischen Infoständen und Wahlplakaten wurde deutlich: Auch auf lokaler Ebene wird mit viel Engagement um jede Stimme geworben – oft ganz direkt im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern. +++


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*