Berlin. Historiker und Migrationsexperte Klaus Bade rät zu Zuversicht und Gelassenheit angesichts der Flüchtlingskrise. Deutschland sei seit 1945 ein Einwanderungsland und es gebe dabei keine objektive Kapazitätsgrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen: „Die Grenze liegt immer da, wo die Akzeptanzgrenze liegt“, sagte Bade in „Zeit Campus“. „Eine objektive Grenze gibt es nicht. Wenn man in die deutsche Geschichte zurückblickt, könnte man sehr gelassen sein: Integration hat in Deutschland, manchmal eher schlecht als recht, aber letztlich immer funktioniert.“
Allerdings, so Bade weiter, sei jedes Mal aufs Neue eine Schwelle zu übersteigen gewesen, bei der Teile der Bevölkerung den Eindruck hatten: „Das ist so nicht zu machen. Das war bei den Vertriebenen so, damals hatten viele gehofft, sie zögen weiter in die USA. Das war bei den sogenannten Gastarbeitern so, das war bei Aussiedlern so.“ Auf die Frage, warum die Deutschen trotz guter Erfahrungen nicht zuversichtlicher reagieren würden, sagte Bade: „Man muss da unterscheiden: Ein gutes und wachsendes Drittel der Gesellschaft, gerade jüngere Menschen, erlebt kulturelle Vielfalt als selbstverständlich in seinem Alltag.
Das sind Kulturpragmatiker oder sogar Kulturoptimisten. Ein anderes, schrumpfendes, aber umso lauter lärmendes Drittel, häufig Ältere, sind eher Kulturpessimisten.“ Für die bedeute kulturelle Vielfalt infolge starker Zuwanderung das Ende des Abendlandes. „Um das dazwischenliegende Drittel kämpfen diese beiden Pole.“ Klaus Bade gilt als einer der profiliertesten Experten zum Thema Integration und Zuwanderung in Deutschland. Er war Professor für Neueste Geschichte in Osnabrück und bis 2012 Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration. +++ fuldainfo
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@sue: was den kriegseinsatz deutscher soldaten angeht, rennen Sie bei mir ausgehängte türen ein – das dürfte es einfach nicht geben (und ich fasse es einfach nicht, mit welcher übereifrigkeit zumal der entschluß zum einsatz in syrien durchgewunken wurde), ebenso wenig wie die waffenlieferungen, die unsere wirtschaft ja so schön (mit) am laufen halten :-/ .
dem deasch kann m.e. nur anders begegnet werden: auf politikerebene, monitär, im internet und mit einem sozial-, arbeits- und bildungswesen, das nicht xenophobisch ausgrenzt und sozial abhängt – da hinein hätte von anfang an investiert werden müssen.
aber solange es dieses gebilde gibt, müssen so viele unbeteiligte wie nur irgend möglich aus der gefahrenzone, finde ich.
daß vor assad geflohen wird, ist mir natürlich klar, ich habe das vielleicht nur nicht klar genug ausgedrückt und mit der erwähnung der kriegsverbrechen gegen die eigene bevölkerung als „abgehakt“ betrachtet; sorry.
allerdings gehe ich nicht davon aus, daß „ein großteil der jungen männer“ mit dem deasch sympathisiert (anbei: es gibt nicht nur junge und es gibt auch weibliche sympathisanten, wobei letztere vermutlich eher hier eingeborene sind); dann hätten sie nicht erst die teure und unbequeme flucht auf sich nehmen müssen, sondern hätten gleich dort zum deasch stoßen können, um gegen assad und ungläubige zu kämpfen (und sich für den fall des falles ihre paradiesischen jungfrauen zu verdienen); angesichts der bekanntermaßen extrem gefährlichen überfahrten kann man wohl niemandem, der sie antrat, ernsthaft der feigheit bezichtigen.
ich denke eher, daß die aggressionen und verunglimpfung, auf die sie hier teilweise stoßen, sie schwer enttäuschen + verletzen, und bei passender seelenstruktur haben ansässige deasch- werber leichte beute.
die hiesigen xenophoben fanatiker sind nunmal wertvolle quasi- mitarbeiter der deasch- werber, und werden dafür mit zulauf und stimmenzuwachs belohnt.
falls es nicht klar ist: ich sehe Sie nicht bei pegida, afd und den anderen fanatikern.
mir selbst (so wie allen, ganz besonders wohl den flüchtenden) wäre es doch auch am liebsten, wenn die situation nicht so wäre. ich will z.b. nicht massig zusätzliche häuser auf ehemals freien flächen, ich will hier nicht noch mehr homophobie und schächterei als es eh schon gibt etc.
aber es ist nunmal eine zeit, in der bewegungen in größeren massen und schneller über größere entfernungen als früher erfolgen; die schutzbedürftigen leute gibt es nun mal und „ich will das nicht“ ändert nichts daran. augen zumachen (wie viel zu lange geschehen) auch nicht – wir weltbewohner müssen da durch.
ich bin allerdings etwas überrascht über die relative plötzlichkeit, mit der sich der drang nach europa ereignet, aber DAß das geschieht (und in viel größerem ausmaß), ist mir schon lange klar.
die internationale organisation für migration rechnet inzwischen mit 400 millionen bis 2050 – nur aufgrund des klimas (was die betroffenen dann zu dem machen dürfte, was wir hier satt und selbtgerecht als „wirtschaftsflüchtling“ diffamieren) – wie werden wir erst DAmit umgehen?
fg
@Sue:
Das bringt es gut auf den Punkt, was ich noch ergänzen möchte ist, dass der Einsatz der Bundeswehr in Syrien gegen das Völkerrecht verstößt und gegen das Grundgesetz.
An letzteres hält sich nicht mal mehr Merkel, sie wird sich in die Reihe der Despoten einreihen die schon 1914 und 1939 Deutschland und Europa an den Rand der totalen Vernichtung geführt haben.
Die Zeichen stehen jetzt schon auf Sturm und keiner will sie sehen.
Wo sind Männer wie Graf Schenk zu Staufenberg, Männer mit Rückgrad die diesem Wahnsinn Einhalt gebieten?
Es gibt sie anscheinend nicht mehr, nur noch speichelleckende Parteisoldaten….wir tragen unsere Werte und unsere Demokratie zu Grabe.
Nachricht an „Großzügiger Geist“ und „Anneliese“:
Ich habe mitnichten etwas gegen die Flüchtlinge oder die deutsche Flüchtlingspolitik gesagt. Ich arbeite beruflich seit vielen Jahren mit Flüchtlingen zusammen und kenne daher die Thematik sehr gut.
Ihre Ausführungen mögen im Kern stimmen, aber erklären Sie mir bitte weshalb z.B. französische, britische und nun auch deutsche Soldaten in den Kampfeinsatz nach Syrien gesandt werden, während sich wehrfähige junge Syrer in Deutschland verkriechen. Das war/ist mein Anliegen.
Unsere Jungs beteiligen sich am Kampf gegen den IS und stärken damit (leider) automatisch das Assad-Regime… Und erzählen Sie mir jetzt bitte nichts von wegen unsere deutschen Soldaten beteiligen sich nur an Aufklärungsflügen… Die Afghanistan-Einsätze unserer Truppen sollten angeblich auch nur zur Friedenssicherung stattfinden. Tatsächlich aber waren sie auch an Kampfeinsätzen beteiligt. Mehr als 150 deutsche Soldaten haben ihr Leben in Afghanistan verloren. Einer davon war ein sehr guter Freund von mir. Also erklären Sie mir bitte weshalb europäische Männer unter Einsatz ihres Lebens für die Freiheit der dortigen Bevölkerung kämpfen, während die dortige männliche Bevölkerung ihr Heil in der Flucht sucht.
Außerdem fliehen viele der jungen syrischen Männer nicht vor dem IS, sondern vor Assad! Ein Großteil der jungen Männer sympathisiert sogar mit dem IS! Deshalb ist meine Frage nach der Einstellung dieser jungen Männer zu unseren Grundrechten legitim.
Aber anscheinend ist es seit dem Sommer in Deutschland verboten seine Meinung öffentlich kundzutun, falls sie nicht mit der Politik der Kanzlerin übereinstimmt. Sobald man auch nur ansatzweise mögliche negative Folgen erwähnt, wird man sofort in die rechte Ecke (AfD, Pegida etc.) gedrängt.
also… ich hatte schon alle möglichen nachbarn (natürlich auch muslimische familien); und die (bisher; und es reicht für´s leben!) einzigen beiden knalltüten unter ihnen waren blond, blauäugig und vollständig deutsch „benamt“.
wat nu?
ist eigentlich schonmal jemandem aufgefallen, wie nahezu perfekt afd/“die rechte“/ pegida & co auf der einen und der deasch (sogenannter IS) auf der anderen seite sich ergänzen und einander zuarbeiten? (ich werde jetzt mal gewollt grobsprachig:) das paßt doch wie a*sch auf pi*pott (wobei ich nicht zu entscheiden vermag, wer denn nun was ist…):
die einen treiben die leute hierher, die anderen treiben einen ungewissen teil in die arme von (oft hier eingeborenen) deasch- leuten, die in und vor den lagern anwerben. die einen sorgen hier für stimmvieh, die anderen dort für kanonenfutter-nachschub + selbstmordattentäter.
was besseres als die jeweils anderen hätte denen doch gar nicht passieren können!
( (((g))) vielleicht sollten ja die hiesigen gruppen und grüppchen ihre aggressivsten mitglieder mal genauer ansehen, ob sie nicht etwa schon unterwandert sind? )
@sue: „für ihr land und dessen freiheit zu kämpfen“?!
WIE denn, WO denn sollen sie kämpfen? etwa in der regulären armee für den kriegsverbrecher assad, der faßbomben und giftgas gegen seine eigene bevölkerung einsetzt? bei einer der rebellengruppen (die meines wissens nichtmal alle teile eines ganzen sind), die von assad, den russen UND den sich IS nennenden deasch*- schlächtern gleichzeitig verfolgt werden? mit den kurden, auch wenn sie selbst gar keine sind?
auf selbstmordmission gehen und die familien schutzlos zurücklassen: ist es WIRKLICH das, was Ihnen für diese leute vorschwebt, als strafe für — für was? dafür, daß sie jung und männlich sind? dafür, daß sie in der falschen region geboren wurden? einfach nur als blutopfer für die westlichen fehler in der nahostpolitik? das kann nicht sein!
* „deasch“ ist wörtlich die arabische übersetzung von „IS“, hat aber zudem umgangssprachlich auch die bedeutung „fanatiker“. das habe ich kürzlich in einer heute- sendung gelernt und finde es eigentlich wünschenswert, daß der terminus sich auch hier durchsetzt (in frankreich ist „deasch“ wohl schon üblich).
fg
Gott sei Dank sieht das unsere Bundeskanzlerin anders als Sie, liebe*r Sue…
Vielleicht gilt ja auch folgender Spruch von Ambrose Gwinnett Bierce: „Ein Feigling ist ein Mensch, bei dem der Selbsterhaltungstrieb normal funktioniert.“
Ich zumindest hüte mich davor, andere Menschen als Feiglinge zu bezeichnen, solange ich selbst nicht weiß, wie ich in einer derartigen Situation handeln würde.
Ich bin CDU-Wählerin und habe kein Problem mit kultureller Vielfalt. Sie kann eine echte Bereicherung darstellen, aber ich empfinde es als bodenlose Unverschämtheit die heutige Flüchtlingssituation in Deutschland mit der Situation von 1945/46 zu vergleichen. Damals waren weite Landstriche Deutschlands entvölkert und zerstört. Die damaligen Flüchtlinge/Vertriebene mussten zusehen wie sie über die Runden kamen. Sie wurden zusammengepfercht in Baracken untergebracht und bekamen keine Geldgeschenke vom Staat. Außerdem waren fast alle deutschstämmig und somit mit der deutschen Sprache und Kultur vertraut.
Ein Großteil der heutigen Flüchtlinge sind junge Männer, die zu feige sind/waren für ihr Land und dessen Freiheit zu kämpfen. Ich frage mich ernsthaft was diese jungen Männer tun werden, wenn der IS seine Präsenz in Deutschland verstärkt. Werden diese jungen Männer dann für Deutschland und dessen Gesetze eintreten oder sich erneut als Feiglinge outen und zum IS übertreten?
Wow, ein Experte. Hat bestimmt einen großen Bücherschrank und keinen einzigen von diesen Knalltüten in seiner unmittelbaren Umgebung. Sein Häuschen ist bestimmt irgendwo im Grünen.
Aber wenn es kein Experte wäre, der das sagt, dann würde ich es direkt für einen dämlichen Propagandaartikel halten.
da kann ich nur sagen , wenn die älteren nach Meinung des Schlaubergerproffessor Kulturpessimisten sind, dann ist er ein unverbesserlicher träumender Sp….
Ein Professor der das sagt und schreibt, da Zweifel ich an sein IQ – Morgenland ist Morgenland – Abendland ist Abendland – da gibt es kein Misch Masch – beim Mixen von speziellen Substanzen kommt in fast allen fällen Misst bei raus, das sollte eigentlich ein Professor Wissen