Liberaler Mittelstand fordert neues Innenstadtkonzept für Fulda

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„In der Vergangenheit haben wir es sehr gut verstanden, mit einem professionellen City-Marketing Fulda als Einkaufs- und Touristenstadt attraktiv zu halten“, so Dr. Herbert Büttner vom Liberalen Mittelstand Fulda. Steigende Einwohnerzahlen, ein florierender Stadt- und Tagungstourismus und attraktive kulturelle Angebote hätten in der Vergangenheit in Fulda vieles abgefedert.

„Als Liberaler Mittelstand sehen wir das aktuell jedoch akut gefährdet. Die Corona-Krise wirkt wie ein Brandbeschleuniger auf die drohende Verödung der Innenstädte, auch in Fulda. Die Insolvenzen von Karstadt und Kaufhof, von Erna Schneider oder auch der Messegesellschaft Kinold sind erst der Anfang. Wenn der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband befürchtet, dass in Fulda nach der Krise jeder vierte Gastronom gar nicht mehr aufmachen wird, dann herrscht Alarmstufe Rot“, so Büttner weiter. Es sei deshalb an der Zeit, City-Marketing neu zu überdenken. Man müsse Fulda jetzt managen wie ein großes Einkaufszentrum, das vom gesunden Mix aus großen Frequenzbringern, kleinen inhabergeführten Konzepten sowie einer Vielfalt an Gastronomie und Dienstleistern leben würde. Auch das Theater- Musical- und Messegeschäft sollte schnellst möglich wieder zum Laufen kommen.

„Die Absage des Musicalsommers ist für Fulda eine Katastrophe. Als Liberaler Mittelstand schlagen wir deshalb vor, City-Marketing, Touristik, Kultur sowie Gastronomie und Hotellerie aber auch die Haus- und Grundbesitzer möglichst schnell an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam Ideen für den Erhalt der Attraktivität der Stadt Fulda zu entwickeln“ so Büttner. Fulda müsse sich auf eine wachsende Zahl an Leerständen einstellen. Aber z.B. mit temporären Popup-Stores oder Outlets, mit attraktiven Grünflächen, interessanten wechselnden kulturellen Angeboten in Museen, Bibliotheken und auf öffentlichen Plätzen, aber auch mit einer intelligenten Öffentlichkeitsarbeit in den Sozialen Medien mittels Blogger und Influencer oder mit einer noch stärkeren Bewerbung von spuehre-fulda.de könne man der drohenden Verödung der Fuldaer Innenstadt entgegenwirken. Dafür sei es wichtig,

mehr Expertenwissen aus der Praxis mit ins Boot zu holen. „Wir brauchen jetzt kreative und unkonventionelle Lösungen. Mit der erfolgreichen Weiterentwicklung des Weihnachtsmarktes hat Fulda gezeigt, dass es so etwas kann. Wir vom Liberalen Mittelstand stehen deshalb bereit, uns aktiv in das City-Management Fulda einzubringen“, so Büttner. Außerdem müsse der Flächennutzungsplan und die Baunutzungsverordnung auf den Prüfstand gestellt werden. Der Liberale Mittelstand ist als gemeinnütziger Verein eine organisatorisch und finanziell unabhängige Einrichtung. Sie steht jedoch der FDP nahe und vertritt die Interessen der mittelständischen Wirtschaft gegenüber der Partei. Sie will deren Wirtschaftspolitik im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft nach liberalen Grundsätzen mitgestalten. +++ pm


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1 Kommentar

  1. ...jeder vierte Gastronom gar nicht mehr aufmachen wird... Nach meinen Gesprächen scheint es fast so, dass es eher um die Hälfte der Gastronomie geht als um ein Viertel. Vor allem die 10 Jahre Belastung durch die kfw schreckt viele voll ab, gerade, wenn sie über 50 sind. "Da darf ich bis zur Rente abstottern und dann fällt der Hammer. Das mache ich nicht." waren so die Aussagen. Bin mal gespannt, was sich da tut, bin aber sehr pessimistisch. Die Gastronomie wird wohl noch länger geschlossen bleiben, das halten die kleinen Betriebe alle nicht aus.

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