Länder geben mehr als zwei Millionen Impfdosen an Bund zurück

Hessen gibt 185.200 Impfdosen zurück

Die Bundesländer wollen mindestens 2,3 Millionen Impfdosen an den Bund zurückgeben, weil für sie keine Nachfrage besteht. Das geht aus einer Umfrage der „Welt am Sonntag“ hervor. Demnach planen 14 Bundesländer eine Rückgabe von Impfstoffen und werden dazu bis Montag konkrete Zahlen an das Bundesgesundheitsministerium melden. Die bayerische Staatsregierung ist noch dabei, die Zahl von Impfstoffen zu ermitteln, die zurückgegeben werden sollen.

Sie würde zu den 2,3 Millionen addiert werden müssen. Schleswig-Holstein macht keine Angaben. Lediglich das Saarland sieht keine Notwendigkeit, Impfstoffe an den Bund abzugeben. Die Impfbereitschaft ist in der Bevölkerung zuletzt deutlich gesunken, vor allem die Nachfrage nach dem Mittel von Astrazeneca ist stark zurückgegangen. Daher wollen die Länder in erster Linie den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers zurückgeben, in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern kommen außerdem Impfdosen von Johnson & Johnson hinzu. Allein Nordrhein-Westfalen sieht keinen Bedarf mehr für insgesamt knapp 1,05 Millionen Impfdosen, davon rund 922.400 des Herstellers Astrazeneca und 125.200 von Johnson & Johnson. Sie sollen nun aus den Landeslagern an Sammelstandorte des Bundes geschickt werden. Baden-Württemberg sieht keine Verwendung mehr für 450.000 Impfdosen zurückgeben, Hessen 185.200 und Sachsen 150.000. Die kleinste Rückgabemenge meldet Brandenburg mit 30.500.

Generell wird die Versorgung der Länder mit Corona-Impfstoffen zum 16. August umgestellt. Von da an liefert der Bund nicht mehr die maximal verfügbaren Mengen an Impfstoffen, sondern gemäß dem von den Ländern angemeldetem Bedarf. Die an den Bund zurückgegebenen Impfstoffe sollen unter anderem an ausländische Staaten weitergegeben werden, in denen Mangel besteht. Bis Ende des Jahres sollen mindestens 30 Millionen Dosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson unentgeltlich an Drittstaaten gehen, insbesondere an Entwicklungsländer. „Wir sollten die Menge schrittweise weiter aufstocken, da in Deutschland inzwischen ausreichend Impfstoff verfügbar ist“, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) der „Welt am Sonntag“ zu den zugesagten 30 Millionen Impfdosen. Es sei nicht nachvollziehbar, wenn in Deutschland Dosen verfielen, die in anderen Ländern dringend gebraucht würden. „Als Nächstes müssen wir auch bei der Produktion von Impfstoffen in Entwicklungsländern vorankommen“, sagte Müller. +++

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