Der Düngemittel- und Salzkonzern K+S hat im Geschäftsjahr 2025 seine wichtigsten operativen Kennzahlen im Rahmen der Erwartungen entwickelt. Während das operative Ergebnis deutlich zulegen konnte, belasteten hohe Investitionen und ein erheblicher außerordentlicher Wertminderungsaufwand das berichtete Konzernergebnis.
Der Umsatz blieb mit 3,65 Milliarden Euro stabil auf Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis EBITDA verbesserte sich hingegen deutlich auf 612,8 Millionen Euro nach 557,7 Millionen Euro im Jahr zuvor und lag damit über der durchschnittlichen Vara-Konsensschätzung von 603,4 Millionen Euro.
Treiber dieser Entwicklung waren vor allem höhere Preise im Kundensegment Landwirtschaft sowie bei Industrieprodukten. Zusammen mit niedrigeren Frachtkosten konnten sie die gestiegenen Energie- und Personalkosten mehr als kompensieren.
Der bereinigte freie Cashflow lag im Berichtsjahr bei 29,1 Millionen Euro und damit über der Vara-Konsensschätzung von 22,8 Millionen Euro, jedoch deutlich unter dem Vorjahreswert von 62,4 Millionen Euro.
Sonderbelastung durch Wertminderung
Das berichtete Konzernergebnis wurde im vergangenen Jahr maßgeblich durch einen umfangreichen Wertminderungsaufwand belastet. Nachdem es im vierten Quartal zu einer Zuschreibung von 484 Millionen Euro gekommen war, verbleibt für das Gesamtjahr dennoch ein außerordentlicher, nicht zahlungswirksamer Wertminderungsaufwand von 1,575 Milliarden Euro für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Kali- und Magnesiumprodukte.
In der Folge lag das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern bei minus 1,13 Milliarden Euro nach plus 3,6 Millionen Euro im Vorjahr.
Ohne Berücksichtigung dieser Wertminderungseffekte und ihrer steuerlichen Auswirkungen hätte das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern 125,5 Millionen Euro betragen und damit über der Vara-Konsensschätzung von 117,1 Millionen Euro gelegen.
Vorstand sieht operative Ziele erreicht
K+S-Vorstandschef Dr. Christian H. Meyer wertet das Ergebnis trotz der Belastungsfaktoren als solide. „Trotz einiger Belastungsfaktoren wie der ungünstigen Entwicklung des US-Dollars haben wir beim operativen Ergebnis EBITDA im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 das obere Ende unserer ursprünglichen Prognosespanne erreicht. Auch mit dem leicht positiven bereinigten Freien Cashflow haben wir trotz der erhöhten Investitionen in unsere Großprojekte unsere Erwartungen erfüllen können“, sagt Meyer.
Aus Sicht des Managements zeigt die Entwicklung, dass K+S die beiden laufenden Großprojekte erneut aus eigener Kraft finanzieren konnte. Dieses Prinzip soll auch in den kommenden Jahren gelten. Entsprechend will der Konzern seine Mittelallokation, Strukturen und Prozesse weiter optimieren, um insbesondere die Kostenbasis robuster zu machen.
Appell an die Politik
Auf der Bilanzpressekonferenz nutzte Meyer zudem die Gelegenheit für einen industriepolitischen Appell. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie riskant eine starke Importabhängigkeit bei Rohstoffen sein könne.
„Wir haben zuletzt in Deutschland schmerzlich erfahren müssen, wie gefährlich eine zu starke Abhängigkeit von wichtigen Rohstoffen aus dem Ausland sein kann. Daher muss eine unabhängige Rohstoffversorgung wieder einen deutlich höheren Stellenwert haben“, sagte Meyer.
Dazu gehöre auch, für die wenigen Rohstoffunternehmen in Deutschland wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Vorstandschef fordert insbesondere weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und niedrigere Energiekosten. Andernfalls drohten Deutschland und Europa neue Abhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen.
Landwirtschaft stabil, Industrie leicht schwächer
Im größten Kundensegment Landwirtschaft blieb der Umsatz mit 2,55 Milliarden Euro stabil. Während die Erlöse im europäischen Geschäft leicht zulegten, lagen sie in den Überseemärkten leicht unter dem Vorjahresniveau. Preissteigerungen konnten dabei eine geringere Absatzmenge und negative Währungseffekte nahezu vollständig kompensieren.
Das Absatzvolumen des Segments ohne Handelsware sank leicht auf 7,3 Millionen Tonnen nach 7,6 Millionen Tonnen im Vorjahr.
Auch im Kundensegment Industrie+ blieb der Umsatz mit 1,10 Milliarden Euro weitgehend stabil. Die gestiegenen Preise für Kaliumchlorid im Düngemittelmarkt wirkten sich mit zeitlicher Verzögerung auch auf Teile der kalihaltigen Industrieprodukte aus. Gleichzeitig setzte sich das hohe Preisniveau bei den Salzprodukten fort und festigte sich in einzelnen Bereichen weiter.
Damit konnten witterungsbedingt geringere Absatzmengen bei Auftausalz weitgehend ausgeglichen werden. Insgesamt lag die Absatzmenge im Segment mit 6,26 Millionen Tonnen rund 5 Prozent unter dem Vorjahreswert von 6,58 Millionen Tonnen.
Niedrigere Dividende
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 7 Cent je Aktie vor. Im Vorjahr waren noch 15 Cent je Aktie ausgeschüttet worden. Die Vara-Konsensschätzung lag im Durchschnitt bei 8 Cent.
Finanzvorstand Dr. Jens Christian Keuthen verweist auf die bestehende Ausschüttungspolitik: „Der Gewinnverwendungsvorschlag folgt der Ausschüttungspolitik, insgesamt 30 bis 50 Prozent des bereinigten Freien Cashflows des abgelaufenen Geschäftsjahres an die Aktionäre auszuschütten.“
Auf dieser Basis ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 13 Millionen Euro (Vara-Konsensschätzung: 14 Millionen Euro; 2024: 27 Millionen Euro). Das entspricht 43 Prozent des bereinigten freien Cashflows und liegt damit exakt auf dem Niveau des Vorjahres.
Erwartete Nachfrageerholung bei Kali
Für das laufende Geschäftsjahr geht das Unternehmen von einer anziehenden Nachfrage auf dem Kalimarkt aus. Die weltweiten Kalikapazitäten seien bereits im Jahr 2025 vollständig ausgelastet gewesen.
Für 2026 erwartet K+S daher eine steigende globale Nachfrage. Bereits zu Jahresbeginn seien die Preise im wichtigen Überseemarkt Brasilien leicht gestiegen. Die weitere Entwicklung hängt nach Einschätzung des Unternehmens maßgeblich vom Verlauf der Frühjahrssaison ab, in der mehrere wichtige Absatzregionen gleichzeitig beliefert werden müssen.
Auch im Salzgeschäft rechnet K+S mit Rückenwind: Unter der Annahme durchschnittlicher winterlicher Witterung im vierten Quartal 2026 dürfte der Absatz von Auftausalz deutlich stärker ausfallen als im Vorjahr. Das Jahr habe bereits mit günstiger Witterung für die Nachfrage begonnen.
Prognose für 2026
Für das Gesamtjahr 2026 stellt der Konzern ein EBITDA zwischen 600 und 700 Millionen Euro in Aussicht. Die Vara-Konsensschätzung liegt derzeit bei 629 Millionen Euro. Im Jahr 2025 hatte das EBITDA 612,8 Millionen Euro erreicht.
Trotz weiterhin hoher Investitionen – insbesondere an den Standorten Werra und Bethune – erwartet das Unternehmen mindestens einen ausgeglichenen bereinigten freien Cashflow. Analysten gehen aktuell im Durchschnitt von 13 Millionen Euro aus.
Am oberen Ende der Ergebnisbandbreite unterstellt K+S eine moderate weitere Preiserholung für Kaliumchlorid in Brasilien während der Frühjahrssaison, die auf andere Absatzmärkte und Produktgruppen ausstrahlt und bis in das zweite Halbjahr hinein Bestand hat. Zudem wird in diesem Szenario eine Absatzmenge im Segment Landwirtschaft von 7,6 Millionen Tonnen angenommen.
Sollten die Preise hingegen im Jahresdurchschnitt lediglich auf dem Niveau von Ende 2025 liegen, könnte das EBITDA bei einer Absatzmenge von 7,4 Millionen Tonnen eher am unteren Ende der Prognosespanne landen.
Kostenentwicklung und Investitionen
Auf der Kostenseite geht der Konzern davon aus, dass steigende Personalkosten durch Entlastungen bei Energiepreisen weitgehend ausgeglichen werden können. Für das Jahr 2026 sind bereits rund 70 Prozent des europäischen Erdgasbedarfs zu Preisen von unter 40 Euro pro Megawattstunde abgesichert. Für den verbleibenden Anteil wird ebenfalls ein durchschnittlicher Preis unter dieser Marke angenommen. Auch beim kanadischen Gasbedarf sind rund 70 Prozent für 2026 preislich fixiert.
Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern ohne Wertminderungseffekte dürfte nach Unternehmensangaben bei einem EBITDA in der Mitte der Bandbreite leicht über dem Vorjahreswert von 125,5 Millionen Euro liegen.
Die Kosten der beiden Großprojekte bewegen sich weiterhin im geplanten Budgetrahmen. Der Abschluss des Projekts Werra 2060 verschiebt sich allerdings aufgrund der Komplexität des Umbaus im laufenden Betrieb und ist nun für die reguläre Wartungspause im Sommer 2028 vorgesehen. Auswirkungen auf die Produktion erwartet das Unternehmen dadurch nicht.
Weitere Annahmen für die Prognose, darunter auch die Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen im Zusammenhang mit der kriegerischen Eskalation im Nahen Osten seit dem 28. Februar 2026, sind im Geschäftsbericht 2025 im Nachtragsbericht sowie in den Prognoseannahmen ausführlich erläutert. +++

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