K+S – Klotzsche: Situation spitzt sich weiter zu

K+S

Fulda. Zur aktuellen Lage der osthessischen K+S Standorte erklärt Mario Klotzsche, Kreisvorsitzender der FDP und Vorsitzender der Freien Demokraten im Kreistag: „Die Lage spitzt sich aktuell weiter zu. Der Standort Hattorf steht nach wie vor. Ein Ende der Kurzarbeit, von der über 1.000 Beschäftigte betroffen sind, ist nicht abzusehen. Nun ist aber auch die im Rahmen der Übergangsgenehmigung erlaubte Versenkmenge (725.000 Kubikmeter) restlos aufgebraucht. Das bedeutet, dass auch am Standort Wintershall (Heringen) nun über eintausend weitere Bergleute von Kurzarbeit bedroht sind. Wie lange das dortige Werk noch arbeiten kann, hängt alleine vom Wasserstand der Werra ab. Gutes Wetter bedeutet wenig Regen und dann werden dort auch die Lichter ausgehen.“

„Umweltministerin Hinz muss endlich ihre Blockadehaltung aufgeben und dafür sorgen, dass die von ihr selbst im September 2014 zugesagte und bis 2021 befristete Versenkerlaubnis erteilt wird. Ansonsten werden tausende Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, nicht nur die 4.500 Beschäftigten im Werk Werra, sondern auch viele weitere bei Dienstleistern und Zuliefern. Seit mehr als einem Jahr werden die Bergleute und ihre Familien immer wieder vertröstet, immer wieder werden neue Termine genannt, wann die Genehmigung kommen soll. Passiert ist aber nichts. Im Gegenteil, die Beschäftigten, die schon in Kurzarbeit sind, werden ab Dezember deutlich weniger Kurzarbeitergeld bekommen und müssen faktisch mit der Hälfte ihres Einkommens leben. Am schlimmsten ist für die Menschen aber die Unsicherheit, ob und wann es überhaupt weiter geht, weil schlicht die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel steht. Das scheint Frau Hinz alles nicht zu interessieren, genauso wenig wie die Umsetzung ihrer eigenen Zusagen.“

„Für die ganze Region Fulda ist das Schicksal des Kalibergbaus von Bedeutung. K+S ist mit dem Werk in Neuhof, dessen Haldenabwässer auch in den Werra gehen, der mit Anstand wichtigste Arbeitgeber für Neuhof, Flieden und Kalbach. Viele Beschäftigte des Werkes Werra leben außerdem in Hünfeld, Burghaun und Eiterfeld. Große Teile der im Bau befindlichen, 160 Millionen Euro teuren KKF-Anlage in Hattorf werden außerdem in Eiterfeld hergestellt.“

Klotzsche weiter: „Statt die Entscheidung immer weiter zu verzögern, muss der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier endlich ein Machtwort sprechen. Als K+S letztes Jahr die Übernahme durch Potash drohte, hat Herr Bouffier jeden zweiten Tag seine Unterstützung für das Unternehmen beteuert. Nun taucht der Ministerpräsident ab, wenn das industrielle Rückgrat Osthessens durch den Genehmigungshickhack seiner eigenen Behörden kaputt gemacht wird und tausenden Menschen der Verlust ihrer Arbeit droht.“

„Deshalb haben wir eine Petition ins Leben gerufen. Bisher haben schon 3.700 Menschen schriftlich ihre Unterstützung erklärt. Wir wollen die Petition Herrn Bouffier übergeben und damit ein klares Zeichen für den Erhalt des Kalibergbaus und der damit verbundenen Arbeitsplätze senden. Außerdem wird es bald in der Region neue Aktionen geben, weil die Verzweiflung unter den Beschäftigten von Tag zu Tag steigt und sich alle Vorankündigungen einer Lösung bisher nicht bewahrheitet haben.“


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3 Kommentare

  1. Erst wenn es allen Leuten schlecht geht, erst dann ist die Politik zu frieden. Soetwas gibt es nur in diesem Land. Andere Länder wären froh, solch ein Unternehmen im eigenen Land zu haben.

  2. Eine Frechheit ist das.Und da ist es wieder!Für den Deutschen Bürger wird kein Finger krumm gemacht,aber wehe Gott und die Welt schreit auf.Tolle Regierung die wir hier haben.

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