Erstmals wurde am Klinikum Bad Hersfeld ein subkutaner Kardioverter-Defibrillator (S-ICD) implantiert. Dieser innovative Defibrillator bietet eine lebensrettende Therapieoption für Patienten mit hohem Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand. Die erfolgreiche Implantation stellt einen wichtigen Fortschritt in der kardiologischen Versorgung der Region dar.
Im Gegensatz zu herkömmlichen transvenösen ICD-Systemen wird der S-ICD unter der Haut implantiert, ohne dass Elektroden direkt in das Herz oder die Blutgefäße eingeführt werden müssen. Dadurch wird das Risiko schwerwiegender Komplikationen wie Infektionen oder Gefäßverletzungen minimiert. Das Aggregat wird in der Regel auf der linken Brustseite platziert, während die Elektrode direkt unter der Haut über dem Brustbein verlegt wird.
Der S-ICD überwacht den Herzrhythmus kontinuierlich 24 Stunden am Tag. Tritt eine lebensbedrohliche Arrhythmie auf, gibt das Gerät automatisch einen starken elektrischen Schock ab, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Im Gegensatz zu einem Herzschrittmacher, der bei einem zu langsamen Herzschlag eingreift, dient der S-ICD vorrangig der Prävention des plötzlichen Herztods durch schnelle Herzrhythmusstörungen.
Der Implantationseingriff ist minimalinvasiv und wurde am Klinikum Bad Hersfeld von einem erfahrenen interdisziplinären Team aus Kardiologen und Herzchirurgen aus dem HKZ Rotenburg durchgeführt. "Die Einführung des S-ICD-Systems stellt eine bedeutende Erweiterung unseres Behandlungsspektrums dar. Patienten, die für ein transvenöses System nicht geeignet sind, ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen oder keine dauerhafte Stimulation benötigen, profitieren besonders von dieser modernen Technologie", erklärt Dr. Fatos Mavriqi, Kardiologe am Klinikum Bad Hersfeld.
Standortleiter Kardiologie Hersfeld, Tobias Plücker, ergänzt: „Mit dem S-ICD bieten wir unseren Patienten eine hochmoderne Alternative zur konventionellen Defibrillator-Therapie. Diese Technik ermöglicht es uns, den Schutz vor plötzlichem Herztod weiter zu optimieren, ohne das Herz direkt zu belasten." Chefarzt Prof. Dr. Marcus Franz betont die Bedeutung des medizinischen Fortschritts: „Die erste erfolgreiche Implantation eines S-ICD in Bad Hersfeld ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Klinik. Wir sind stolz darauf, unseren Patienten eine fortschrittliche und sichere Therapieoption bieten zu können, die das Behandlungsspektrum erheblich erweitert."
Die Vorteile des S-ICD gegenüber einem transvenösen ICD liegen darin, dass es mit dem Kardioverter-Defibrillator zu keiner direkten Berührung mit dem Herzen oder den Gefäßen kommt und dadurch das Infektionsrisiko reduziert wird. Zudem wird das Herzgewebe geschont, da keine Elektroden in das Herz eingeführt werden. Die Implantation mit dem Kardioverter-Defibrillator schützt durch die effektive Schocktherapie vor dem plötzlichen Herztod. +++ pm/ja








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