Berlin. Der Chef des Textildiscounters Kik, Heinz Speet, sieht trotz der Tragödien in Textilfabriken in Bangladesch oder Pakistan bei den Kunden kaum Bereitschaft, für bessere Produktionsbedingungen mehr zu zahlen: „Die Kunden interessiert in erster Linie der Preis und die meisten haben dabei kein schlechtes Gewissen“, sagte Speet im Interview mit dem „Handelsblatt“.
Wenn man Kunden vor der Kamera befrage, ob sie bereit seien, für bessere Produktionsbedingungen einen höheren Preis zu zahlen, dann sagten die meisten ja. „Aber die Kamera ist kaum aus, da kaufen sie schon wieder beim preisgünstigsten Anbieter“, erklärte Speet. Woher die Ware stamme, sei für die meisten Kunden nicht entscheidend. „Zumal fast alle Marken von Luxus bis Discount oft aus den gleichen Fabriken kommen.“ Trotz umfangreicher Investitionen in die bestehenden Läden, setzt Kik auch weiterhin auf Expansion. „Wir hatten in den vergangenen Jahren immer ein Wachstum von fünf bis sieben Prozent im Jahr und so wie es aussieht, werden wir dieses Tempo auch in diesem Jahr halten“, sagte Speet. „Expandieren wollen wir noch in Polen, da gehen wir von bis zu 700 Filialen aus, und in den Niederlanden, da streben wir etwa 300 Filialen an.“
Auch in Deutschland, wo es bisher rund 2.600 Kik-Filialen gibt, will das Unternehmen weiter wachsen. „Ich hoffe, dass es mal 3.000 Filialen werden, denn es gibt ja noch sehr viele weiße Flecken“, sagte Speet. Keine Kompromissbereitschaft zeigt der Kik-Chef im Tarifstreit mit der Gewerkschaft Verdi. Die will mit Streiks erzwingen, dass Kik im Zentrallager in Bönen nach dem Einzelhandelstarif zahlt. „Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis“, sagte Speet. „Eine Vergütung nach dem Einzelhandelstarif wird es bei uns definitiv nicht geben, da bleiben wir hart.“ Das Zentrallager sei ein reiner Logistikdienstleister für das Unternehmen, es gebe da nicht mal wirklich Warenbevorratung. „Wie kann man das in den Einzelhandelstarif zwängen wollen“, fragte der Kik-Chef. +++ fuldainfo

Das System KIK wurde durch den Niedriglohnsektor und Hartz IV bei uns doch erst salonfähig gemacht. Erst wenn arme Menschen sich auch etwas kaufen können in Läden, wo die Klamotten von noch ärmeren Menschen produziert wurden, kann man das System der Billiglöhner rechtfertigen.
Und das hat mit Katholisch sein nichts zu tun. Nicht Geiz ist geil sondern die Armut hier bei uns zwingt die Menschen dazu.
Wenn die katholische Kirche ihren Auftrag hierzulande auch nur halbwegs ernst nehmen würde, dann hätte sie schon längst gegen die von Merkel und der Bertelsmann-Stiftung eingeführte Verarmung breiter Schichten hier in Deutschland protestiert.
Doch eine Kirche, deren Oberhäupter vom Staat gefüttert und fett gemacht werden (Tebartz…) hat kein Interesse daran, den Staat, der ihn füttert, zu kritisieren.
Und die sogenannten Gläubigen? Interessiert´s auch nicht, weil die da oben auch nicht nach den christlichen Idealen leben. Wieso sollen wir hier unten dann christlich leben?
Abgesehen davon kann man seine Sünden ja in der Beichte loswerden: „Herr Pfarrer, ich hab gestern wieder bei KIK eingekauft!“ – „Fünf Ave Maria müßten reichen.“
Also halten wir uns auch im „katholischen“ Fulda an die Maxime: Geiz ist geil!
Oder eben KIK!
Fuchs da muß ich Dir Recht geben.
Wenn man daran etwas ändern wollte müsste man sehr tief ins Detail gehen aber dafür hat leider keiner einen Nerv.
Man will sich gar nicht mit dem Problem beschäftigen.
Ob es nun KIK oder Primark oder die 1 € Läden sind. Alle bedienen eine Klientel die dieses System erst geschaffen hat.Die Spirale nach unten wurde schon vor dreißig Jahren in Gang gesetzt und seit der Mediamarktkampange „Geiz ist Geil“ hat man dafür auch noch eine Ausrede. Natürlich hat man sich Gedanken darüber gemacht wenn schon die Löhne stagnieren sollen um den Gewinn zu steigern dann muss man dafür sorgen das der Pöbel sich von den wenigen Kröten noch etwas kaufen kann. Denn schon Henry Ford hatte erkannt das Autos keine Autos kaufen. Das perfide an der Sache ist aber das nicht nur die Billigläden in Billigländern produzieren lassen um eine Gewinnmarge zu erzielen sondern auch die Markenlabels , die es sich locker leisten könnten für existenssichernde Löhne zu sorgen.
Auch im „katholischen“ Fulda lobt man es, wenn die Billigwaren angeboten werden und es interessiert kaum jemand, wie es den Menschen geht, die sie produzieren. Wenn man diese Menschen nur halbwegs ordentlich entlohnen würde, käme auf ein T-Shirt eine Preiserhöhung von vielleicht 5 bis 10 Cent heraus. Es ist ein Trauerspiel, dass wir dieses Geld nicht haben…