Katholikenzahl im Bistum Fulda sinkt weiter – leichter Anstieg bei Firmungen

Bistum

Die katholische Kirche in Deutschland hat am Montag ihre aktuelle kirchliche Statistik veröffentlicht. Auch im Bistum Fulda setzt sich der bundesweite Trend fort: Die Zahl der Katholikinnen und Katholiken nimmt weiter ab. Zwar wurden im vergangenen Jahr weniger Kirchenaustritte registriert als noch im Jahr zuvor, dennoch bleibt die Gesamtzahl der Mitglieder rückläufig.

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 zählt das Bistum Fulda 317.416 Katholiken. Das sind 9.417 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Kirchenaustritte ist zwar gesunken, bleibt aber auf hohem Niveau. 4.975 Menschen verließen im vergangenen Jahr die Kirche. Im Jahr 2024 waren es noch 5.345 Austritte gewesen. Insgesamt bleibt die Entwicklung negativ, was unter anderem auch mit dem demographischen Wandel zusammenhängt.

Auch bei den kirchlichen Sakramenten und Amtshandlungen zeigen die Zahlen überwiegend einen Rückgang. Im Jahr 2025 wurden im Bistum Fulda 1.481 Kinder getauft. Im Jahr zuvor waren es noch 1.658 Taufen gewesen. 67 Menschen wurden wieder in die katholische Kirche aufgenommen, nach 74 Wiederaufnahmen im Jahr 2024. Gleichzeitig traten 57 Personen neu in die Kirche ein, während es im Vorjahr 45 Eintritte gegeben hatte.

Deutlich höher liegt weiterhin die Zahl der kirchlichen Bestattungen. 3.475 Verstorbene wurden 2025 kirchlich beigesetzt. Im Jahr zuvor waren es 3.654 Bestattungen gewesen.

2.218 Kinder empfingen im vergangenen Jahr im Bistum Fulda ihre Erstkommunion. 2024 waren es noch 2.263 gewesen. Auch bei den kirchlichen Trauungen ist ein Rückgang zu verzeichnen. 346 Paare ließen sich 2025 kirchlich trauen, im Jahr zuvor waren es noch 411 gewesen.

Der Anteil der Gottesdienstbesucher blieb nahezu stabil. Er lag 2025 bei 8,8 Prozent, nachdem im Jahr zuvor ein Wert von 8,9 Prozent gemessen worden war.

Eine Entwicklung sticht jedoch heraus: Die Zahl der Firmungen ist im Bistum Fulda deutlich gestiegen. 1.801 Jugendliche empfingen im Jahr 2025 das Sakrament der Firmung. Das sind 290 mehr als im Jahr zuvor. 2024 hatten 1.511 junge Menschen die Firmung erhalten.

Der Generalvikar des Bistums Fulda, Dr. Martin Stanke, äußerte sich in einer ersten Stellungnahme zu den neuen Zahlen. Jeder Kirchenaustritt erfülle ihn mit Sorge und Bedauern. Zugleich stehe hinter jedem Austritt eine persönliche Entscheidung, die ernst genommen werden müsse. Gleichzeitig sei dies auch eine Herausforderung für die Kirche, deutlicher zu zeigen, wofür sie stehe: für Gemeinschaft, Hoffnung und für die befreiende Botschaft Jesu Christi.

Zuversichtlich stimme ihn zugleich, dass weiterhin junge Menschen bewusst den Weg des Glaubens suchten. Der Anstieg bei den Firmungen sei ein gutes Zeichen. Er zeige, dass die Botschaft Jesu Christi auch für junge Menschen relevant bleibe und dass sie ihren Platz in der Kirche suchen und finden wollten.

Die kirchliche Statistik der katholischen Bistümer in Deutschland wird jeweils im ersten Quartal eines Jahres veröffentlicht. Die aktuellen Angaben gelten als vorläufig und können noch geringfügige Abweichungen erfahren. +++


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