Der Sozialdemokrat Karl-Joseph Bohl (75) ist gestern in Fulda mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Der Ehrenbrief des Landes Hessen wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich für besonderes ehrenamtliches Engagement im Bereich der demokratischen, sozialen oder kulturellen Gestaltung der Gesellschaft verdient gemacht haben. Der Ehrenbrief des Landes Hessen wird durch den Hessischen Ministerpräsidenten verliehen. 1973 durch den damaligen Hessischen Ministerpräsidenten, Albert Osswald, gestiftet, wird er in Hessen jährlich zwischen 1.000 und 1.500-mal vergeben. Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ist eine mindestens 12-jährige aktive ehrenamtliche Tätigkeit in der kommunalen Selbstverwaltung oder in kommunalen Einrichtungen, in Vereinen mit kulturellen und sozialen Zielen oder in vergleichbarer Weise voraus. Die Anregung für die Auszeichnung gab der ehemalige Fuldaer Bürgermeister und Staatssekretär für Soziales im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Dr. Wolfgang Dippel.
Fuldas Oberbürgermeister, Dr. Heiko Wingenfeld, würdigte die Auszeichnung an der Person Karl-Joseph Bohl als etwas, das „längst überfällig“ gewesen sei. Oberbürgermeister Wingenfeld dankte Karl-Joseph Bohl, der von den Bürgerinnen und Bürgern Fuldas lediglich „Charly“ genannt wird und er deshalb hier nur unter diesem Namen bekannt ist, für sein langjährig „gelebtes“ Ehrenamt. Das Ehrenamt, so Wingenfeld, sei das, was die Gesellschaft überhaupt erst zusammenhalte. „Immer weniger Menschen sind heute bereit, ein Ehrenamt oder mehrere Ehrenämter zu übernehmen“, so der Fuldaer Oberbürgermeister, umso mehr bedarf es Menschen wie Karl-Joseph Bohl, die sich für den Gemeinsinn und damit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren. Ein besonderes Wort des Dankes von Seiten des Oberbürgermeisters gebührte Dr. Wolfgang Dippel für seine Anregung, Karl-Joseph Bohl mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen auszuzeichnen.
1944 in Fulda geboren, wuchs Karl-Joseph Bohl als sechstes Kind eines Schmiedemeisters mit vier Schwestern und einem Bruder in Fulda-Neuenberg auf. Nach der Schule trat auch Karl-Joseph in die Fußstapfen seines Vaters und erlernte den Beruf des Schmiedes bei der heutigen Leibold Karosserie- und Fahrzeugbau GmbH in Fulda. Seine Lehrjahre absolvierte Bohl in der Buchner KG Fulda. Von 1963 bis 1965 wurde Karl-Joseph Bohl zum Grundwehrdienst eingezogen. Es folgten Aufenthalte in Hann. Münden (Niedersachsen) und Kassel. In den Jahren von 1965 bis 1985 war Karl-Joseph Bohl europaweit als Schlosser auf Montage unterwegs. Von 1985 bis 2002 übte er diese berufliche Tätigkeit in den Gummiwerken Fulda aus, bevor er 2002 den Ruhestand antrat.
Karl-Joseph Bohl kann auf eine Vielzahl gesellschaftlicher, kultureller und sozialer ehrenamtlicher Engagements zurückblicken. Einiger dieser Tätigkeiten steht er auch heute noch vor oder ist ihnen verbunden. Zu nennen sind hier das Engagement in der FKG Fulda – der Fuldaer Karnevalgesellschaft e.V. in unterschiedlichen Funktionen, der Kirchengemeinde „St. Andreras“ in Fulda-Neuenberg, sein Mitwirken dort im Männergesangsverein Fulda Neuenberg, dem MGV „Bergeslust“ 1894 Fulda-West, diesem er von 2011 bis 2017 als stellvertretender Vorsitzender vorstand, seine Mitgliedschaft im Sozialverband vdK im Ortsverband Fulda-West ab 2000 bis heute sowie seine Mitgliedschaft im Rhönklub Zweigverein Fulda von 1998 bis heute. Ein besonders Anliegen war es Karl-Joseph Bohl, sich für die Deutsch-Amerikanische Freundschaft einzusetzen. So bekleidete er von 1968 bis 1995 das Amt des Vizepräsidenten des Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsverein Fulda. Ab dem Jahr 1994 engagierte sich Karl-Joseph Bohl verstärkt im Blackhorse Museum Fulda, diesem er bis heute als stellvertretender Vorsitzender vorsteht.
Sein politisches ehrenamtliches Engagement begann 1971 mit dem Eintritt in die SPD. In den 90er Jahren bekleidete er im Ortsverband Fulda-Mitte das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden, von 2000 bis 2003 gehörte er dem Fuldaer Kreistag an. Ab dem Jahr 2000 bis heute unterstützt Karl-Joseph Bohl den Vorstand im SPD-Unterbezirk Fulda. Für die SPD-Stadtverordnetenfraktion sowie den Ortsverband Fulda-Mitte und des Unterbezirkes Fulda gratulierte der Vorsitzende der SPD-Stadtverordnetenfraktion, Jonathan Wulff. „Du warst und bist bis heute immer ein Fürsprecher für die SPD gewesen; Dazu bedarf es ein gehöriges Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen“, stellte Jonathan Wulff in seinem Grußwort heraus. „Du warst und bist immer ein Freund von klaren Worten gewesen, auch jemand, der immer mit angepackt hat und auf den man sich uneingeschränkt verlassen konnte. Du warst dem Leben immer sehr zugewandt und hattest keinerlei Berührungsängste. Du warst und bist ein Wanderer zwischen den Welten.“
Weitere Gratulanten waren Winfried Jäger, Vorsitzender des Blackhorse Museums Fulda, der Bürgermeister der Stadt Fulda a.D. Dr. Wolfgang Dippel und Günter Wolf, 1. Vorsitzender der Soldatenkameradschaft 1988 Fulda sowie Präsident der Internationalen Offiziers- und Soldatengesellschaft (IOS) – letztere Gründungsmitglied Karl-Joseph Bohl ebenfalls gewesen ist. Karl-Joseph Bohl für seinen Teil gelobte gestern, sich auch in Zukunft für das gesellschaftliche Leben in Fulda einbringen zu wollen, solange es ihm vergönnt sei, weiterhin gesund zu bleiben. Abschließend bedankte er sich bei Ministerpräsident Volker Bouffier und Dr. Wolfgang Dippel für die Auszeichnung und Würdigung seiner Person und das vielseitige, parteiübergreifende Interesse. +++ jessica auth





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