Mit dem traditionellen Kapitalmarktausblick haben die Wirtschaftsjunioren Fulda (WJ) Ende Januar ihren wirtschaftlichen Jahresauftakt begangen. Mehr als 100 Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte sowie Interessierte aus der Region kamen dazu in der Kundenhalle der Sparkasse Fulda am Buttermarkt zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Ausblick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Entwicklungen an den Finanz- und Kapitalmärkten im Jahr 2026.
Geprägt ist das aktuelle Marktumfeld nach Einschätzung der Referenten weiterhin von den Folgen hoher Inflation, gestiegener Zinsen und geopolitischer Unsicherheiten. Diskutiert wurde, wie sich die geldpolitische Straffung der vergangenen Jahre auswirkt, welche Signale derzeit von den Notenbanken ausgehen und welche Konsequenzen sich daraus für Unternehmen, Investoren und den Mittelstand ergeben. Ziel der Veranstaltung war es, Orientierung in einem Umfeld zu geben, das hohe Anforderungen an unternehmerische und strategische Entscheidungen stellt.
In seiner Begrüßung verwies Torsten Kramm, stellvertretendes Vorstandsmitglied und Leiter des Firmenkundencenters der Sparkasse Fulda, auf die derzeit schwer kalkulierbaren Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln. Einerseits sei es wichtig, die Märkte und wirtschaftlichen Zusammenhänge zu verstehen, andererseits gelte es, die eigenen Entscheidungsspielräume konsequent zu nutzen und zielgerichtet zu handeln.
Für die Wirtschaftsjunioren Fulda begrüßte der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Michael Schaub die Teilnehmenden. Der Kapitalmarktausblick sei bewusst als Plattform für fundierte Information und offenen Austausch konzipiert. Gerade junge Unternehmerinnen und Unternehmer stünden vor der Herausforderung, Entscheidungen unter hoher Unsicherheit treffen zu müssen, sagte Schaub. Umso wichtiger sei es, wirtschaftliche Entwicklungen einordnen und Zusammenhänge verstehen zu können. Die Veranstaltung solle Impulse liefern, Chancen zu erkennen und Risiken realistisch zu bewerten.
Den Hauptvortrag hielt wie in den Vorjahren Ralf Umlauf, Senior Economist in der volkswirtschaftlichen Abteilung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Unter dem Titel „Weltwirtschaft – die Karten werden neu gemischt“ stellte er die zentralen Prognosen der Helaba für das Jahr 2026 vor. Nach Einschätzung der Bank wird die Weltwirtschaft weiterhin von Unsicherheiten geprägt sein, da sich globale Rahmenbedingungen und politische Kräfteverhältnisse im Wandel befinden. Gleichzeitig erwartet die Helaba ein moderates Wachstum. Für Deutschland wird ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um rund 1,5 Prozent im Jahresverlauf prognostiziert, womit sich das Wachstum dem der Eurozone annähern dürfte.
Die Inflationsrate dürfte nach Einschätzung der Helaba im Jahresdurchschnitt bei etwa zwei Prozent liegen. Vor diesem Hintergrund sieht die Bank keinen weiteren Bedarf für Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank. Für die Aktienmärkte rechnet die Helaba trotz anhaltender Volatilität mit einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung. Der Deutsche Aktienindex (DAX) könnte demnach zum Jahresende 2026 einen Stand von rund 25.000 Punkten erreichen.
Zum Abschluss richtete Umlauf den Blick auf die Bedeutung struktureller Reformen und einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Angesichts globaler Herausforderungen und eines dynamischen wirtschaftlichen Umfelds gewännen diese Themen weiter an Bedeutung. Unternehmer und Investoren seien gut beraten, sich flexibel und gut informiert aufzustellen, lautete sein Fazit.
Die Veranstaltung stieß bei den Wirtschaftsjunioren Fulda auf große Resonanz. Sie machte deutlich, dass fundierte Kapitalmarktanalysen eine wichtige Grundlage für unternehmerische Entscheidungen darstellen und auch im komplexen wirtschaftlichen Umfeld des Jahres 2026 wertvolle Orientierung bieten.
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