IHK-Präsident Bernhard Juchheim mit einem klaren Bekenntnis für Europa

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IHK-Präsident Bernhard Juchheim

Ein Thema, das vor wenigen Wochen in vielen Wahlkreisen den Wahlkampf zur Hessischen Landtagswahl dominierte, betraf die Ärztliche Versorgung auf dem Land. Auch die Kandidaten der Fuldaer Wahlkreise hatten diese mit in ihr Wahlprogramm aufgenommen. So wurde die Ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen nicht nur bei den Freien Demokraten des Kreisverbandes Fulda in Wahlkampfveranstaltungen ein häufiger Themengegenstand. Wenige Wochen nach der Landtagswahl wollten wir wissen, wie es tatsächlich um die Ärztliche Versorgung auf dem Land – spezifisch in dem Landkreis Fulda – steht und sprachen hierüber mit dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda, Herrn Dipl.-Ing. Bernhard Juchheim.

Um den möglichen Engpässen um den Erwerb von jungen Ärztinnen und Ärzten in der Region rechtzeitig vorzubeugen, besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit dem Regionalen Standortmarketing, dem Marketing-Netzwerk Region Fulda e. V., und dem Klinikum Fulda als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Marburg (Campus Fulda). So konnten des Regionale Standortmarketing im Zeitraum vom November 2014 bis Juli 2017 mehr als 300 Studentinnen und Studenten der Humanmedizin begrüßt werden, um ihnen die Wirtschaftsregion Fulda näherzubringen. „Auf diese Weise wird den Medizinstudenten Fulda (und auch die Rhön) besser bekanntgemacht; In der Hoffnung, dass die jungen, angehenden Ärztinnen und Ärzten das Potential, welches diese Stadt für sie bereithält und auch die damit verbundenen Chancen für ihre berufliche Zukunft erkennen und ihren Lebensmittelpunkt hier finden“, sagt der Präsident der Industrie- und Handelskammer Fulda, Bernhard Juchheim. Die gleiche Zielsetzung verfolgt das Projekt „Landpartie Fulda“ der Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Fulda, welches Studierenden der Humanmedizin die Möglichkeit bietet, im Rahmen eines Blockpraktikums Allgemeinmedizin die hausärztliche Tätigkeit auf dem Land kennenzulernen. Einer ärztlichen Unterversorgung im Landkreis steht Juchheim daher skeptisch gegenüber. „Ich denke nicht, dass es in der Region zu einer ärztlichen Unterversorgung kommen wird.“

Ein weiteres Thema, über das wir mit dem IHK-Präsidenten sprachen, betraf den Bedarf von Fachkräften vor dem Hintergrund eines möglichen Einwanderungsgesetzes. „Der Fachkräftebedarf in der Region ist sehr, sehr groß“, bekundet Juchheim. „Wir freuen uns über jeden Menschen, der hier nach Fulda kommt.“ Beispielgebend sowie federführend in der Region bei der Berufsvorbereitung und schulischer Ausbildung junger Menschen ist hier die Gemeinnützige Perspektiva GmbH, der Fördergemeinschaft Theresienhof für Arbeit und Leben, zu nennen. So konnten erst jetzt wieder 50 junge Menschen von Firmen übernommen- beziehungsweise in ein Ausbildungsverhältnis gebracht werden. Daneben hebt der IHK-Präsident das Angebot von Sprachkursen der hiesigen Berufsschulen für Menschen mit Migrationshintergrund positiv hervor. „Wichtig ist, dass diese Menschen, die hier in ein Ausbildungsverhältnis gebracht werden, die deutsche Sprache beherrschen. Denn nur so kann eine Ausbildung auch erfolgreich absolviert werden“, sagt der IHK-Präsident Fulda, Bernhard Juchheim. Eine wesentliche oder wahrscheinlich die größte Chance, Menschen mit Migrationshintergrund oder auch Menschen mit Fluchthintergrund erfolgreich zu integrieren, sieht Juchheim in der vollumfänglichen Aufgabe, diese Menschen nicht dem Zufall zu überlassen: „Wir müssen uns um die jungen Menschen mit Migrationshintergrund kümmern und dürfen sie nicht alleine lassen. Wir müssen ihnen unsere Kultur nahebringen, Werte und Normen aufzeigen, die erwartet werden. Nur so ist es möglich, dass ein Ausbildungsverhältnis für sie auch erfolgreich wird. Wir, von der IHK sind jedenfalls froh, dass es zu einem Einwanderungsgesetz kommen wird“, so der Präsident der Industrie- und Handelskammer Fulda, der sich positiv für ein Abschiebestopp für die Menschen, für die Familien, die bereits seit wenigen Jahren in Deutschland leben und vollständig integriert sind, deren Kinder hier zur Schule gehen und binnen kürzester Zeit die Deutsche Sprache gelernt haben. „Ich bin dafür, dass man diese Menschen nicht abschiebt, sondern hierbehält“, sagt er auch im Hinblick auf den so dringend benötigten Fachkräftebedarf.

Neben der allgemeinen, wirtschaftlichen Entwicklung in der Region, haben wir den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Fulda noch zu Europa und dem bevorstehenden Brexit befragt. Mit dem letzteren Themenpunkt begonnen, sagte Juchheim, der als geschäftsführender Gesellschafter eines High-Tech-Anbieters von innovativen Produkten im Bereich der Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik und damit eines weltweit tätigen Familienunternehmens beruflich in der ganzen Welt unterwegs ist: „Der Brexit bereitet einem schon einige Kopfschmerzen; Man kann nur hoffen, dass es zu einem leichten Brexit kommen wird.“

Mit Blick auf Europa und die Vorkommnisse in den EU-Staaten in den jüngsten Tagen, sprach sich der IHK-Präsident für eine enge Zusammenarbeit zwischen den Ländern der EU aus. Diese sei im Moment eklatant wichtig. „Ich hoffe, dass die Europäische Union nicht auseinanderfällt. In einigen Ländern ist ein starker Populismus zu spüren. Deshalb müssen wir hart daran arbeiten, damit die Europäische Union bestehen bleibt und auch Bestand hat. Wenn wir eng an dieser Zielsetzung arbeiten, dann haben wir eine gute Zukunft vor uns und ich denke auch, noch lange Frieden. Ich hoffe auch, dass sich die Menschen, die sich als Europäer fühlen, durchsetzen werden, damit wir ein vereintes Europa bleiben.“ +++ ja

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