Fulda. Im Veranstaltungskalender der Stadt Fulda ist der Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) ein fester Termin zum Jahresbeginn. Hauptredner war der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir. Weitere Begrüßungsworte sprachen Oberbürgermeister Gerhard Möller und IHK- Vorsitzender Stefan Schunk. IHK-Präsident Bernhard Juchheim begrüßte über 600 Gäste aus Wirtschaft, Politik und öffentlichem Leben im Schlosstheater, Juchheim erachtete den Empfang als wichtige Kontaktbörse. Unter anderem lobte Juchheim die hohe Lebensqualität, die Fulda und die Region Osthessen bietet. Weiterhin thematisierte er den Mindestlohn: "Ob dieser die richtige politische Entscheidung war, müsse sich allerdings noch unter Beweis stellen", so Juchheim.
2014 für Hessen insgesamt ein gutes Jahr gewesen betonte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in seiner Rede: „Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist ein historischer Höchststand zu verzeichnen. Die wirtschaftliche Entwicklung dürfte laut Konjunkturprognose besser als der Bundesdurchschnitt sein, und die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit den frühen 90er Jahren angelangt.“ Der Stellvertretende Ministerpräsident hob hervor, dass der Landkreis Fulda hessenweit seit langem die niedrigste Arbeitslosen- und die höchste Ausbildungsquote habe. Für das Jahr 2015 steht die nachhaltige Entwicklung der hessischen Wirtschaft weiter im Fokus der Landesregierung. „So sichern wir unseren Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen im Einklang mit ökologischer Vernunft. Eine Wachstumsstrategie, die nicht auf Ressourceneffizienz und erneuerbare Energien setzt, muss langfristig zum Scheitern verurteilt sein“, unterstrich der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.
IHK-Präsident Bernhard Juchheim dankte Tarek Al-Wazir für die reibungslose Zusammenarbeit der Schwarz-Grünen Koalition und ließ das turbulente und aus seiner Sicht insgesamt erfolgreiche Wirtschaftsjahr 2014 Revue passieren. Neben seinem Dank an die Unternehmer ging Juchheim auf politische Entscheidungen ein: „Die Rentenreform und der Mindestlohn sind nur zwei kleine Beispiele in einer langen Liste, mit der sich die Politik auf Bundesebene im Jahr 2014 von der Wirtschaft entfernt hat.“ Ob Zeitarbeit, Werkverträge oder Frauenquote: Statt der Eigenverantwortung der Unternehmen zu vertrauen, werde auf Reglementierungen gesetzt. Juchheim forderte unter anderem eine faire und transparente Form befristeter Arbeitsverträge und Zeitarbeit. Zudem müsse die Regelungsdichte in den Unternehmen und in der Gesellschaft zurückgefahren werden.
Die Betriebe der Region hätten mit deutlichen Einbußen im Osthandel zu kämpfen. Diese Verluste müssten anderweitig kompensiert werden. Der IHK-Präsident warnte vor weiteren Belastungen – Stichwort Kommunaler Finanzausgleich – und appellierte an die Abgeordneten im Hessischen Landtag, die heimischen Kommunen zu unterstützen. Energiewende, Fachkräftemangel, Industrie 4.0. und die Konfliktherde der Erde, würden die Unternehmer auch weiterhin herausfordern, stellte Juchheim mit Blick auf das neue Jahr fest. Nach der Eröffnung der Autobahn A66 setzt der Jumo-Chef auch beim Ausbau der Schienenverbindung Fulda – Frankfurt auf die weitere Unterstützung aus Wiesbaden.
Nicht zuletzt dankte der IHK-Präsident Oberbürgermeister Gerhard Möller für seinen unermüdlichen Einsatz und hob in diesem Zusammenhang vor allem die Konsolidierung der Finanzen und die vielfältigen Investitionen in Fulda hervor. Das Stadtoberhaupt war zum letzten Mal in offizieller Funktion beim IHK-Neujahrsempfang. In seinem Grußwort betonte OB Gerhard Möller den hohen Stellenwert der guten Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft und betonte die Notwendigkeit solider kommunaler Finanzen. Wie schon Bernhard Juchheim attestierte auch IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck in seinem Schlusswort der Schwarz-Grünen Landesregierung nach einem Jahr ein hohes Maß an Verlässlichkeit und wirtschaftspolitischen Realitätssinn. Für den Rückweg nach Wiesbaden überreichte Schunck dem Wirtschaftsminister einen gut gefüllten Fuldaer Rucksack des Regionalen Standortmarketings – eine sympathische Werbung für die Region. Der Abend klang mit angeregten Gesprächen beim Imbiss locker aus. +++ fuldainfo | ja/nh
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