Die Fußballer des Hünfelder SV schlagen, wenn man so will, ein neues Kapitel auf. Am Montagabend begannen sie, nachdem sie in den Tagen zuvor schon im Fitnessstudio und Kraftraum von KI-Sports unterwegs waren, in die Vorbereitung auf die Restrunde der Hessenliga. Und da müssen sie, nachdem die ersten Wochen der Saison glänzend verliefen, die letzten Spiele mit einigen Niederlagen am Stück gar nicht mehr gut, Punkte für den Klassenerhalt in Hessens höchster Spielklasse holen.
„Das ist so“, weiß natürlich nicht zuletzt HSV-Coach Johannes Helmke. „Wenn die letzten Niederlagen zu etwas gut waren, dann dazu, dass jetzt jeder weiß, worum es geht“, schärft er die Sinne seiner Spieler. Auch aus einer starken Vorbereitung heraus wolle man aus dort erworbener Kraft und Energie schöpfen. Das Auftaktprogramm hat es in sich: Das erste zweier Auswärtsspiele ist Ende Februar beim KSV Baunatal, das zweite beim FSV Fernwald. Erst Mitte Februar steht die Heimspiel-Premiere im Kampf um Punkte an - Gegner ist der 1. Hanauer FC.
Die derzeitige Witterung macht auch dem HSV zu schaffen - doch jeder Kicker weiß aus Erfahrung, dass man Geduld und ein Stückchen Profession aufbringen muss, um damit umzugehen. Das als erster Test vorgesehene Spiel gegen den Würzburger FV, der am Freitagabend anberaumt war, musste wegen des vereisten Kunstrasens abgesagt werden. Test Nummer zwei an diesem Wochenende aber steht noch: jener beim SV Borsch am Sonntag auf Kunstrasen (14 Uhr).
Sechs Testspiele (noch gegen die SG Barockstadt, die SG Bad Soden, den SV Steinbach und abschließend gegen die Zweite des KSV Hessen) und insgesamt und 23 Einheiten - von den Spielen abgesehen, aber auch einige weitere im KI Sports -, haben Helmke und das Trainerteam in der Vorbereitung vorgesehen. Personell tut sich in und um die Rhönkampfbahn einiges: Jonas Simon fällt wegen eines Kreuzbandriss für diese Spielserie aus - und ein Quartett kehrt zurück in den Kader. Routinier Dennis Müller, die Ex-Steinbacher Luca Uth und Thore Hütsch sowie der junge und talentierte Mansbacher Boas Kümmel, den eine hartnäckige Schambein-Entzündung plagte.
Und auch Johannes Helmke selbst kündigte dieser Tage an, dass er nach dieser Saison nicht mehr als Trainer zur Verfügung stehen werde. Wenn die erklärenden Worte „aus privaten und familiären Gründen“ jemals zutrafen - dann jetzt. Zur Familie Helmke gehören drei Kinder jungen Alters - von drei, fünf und acht Jahren. Coach in der Hessenliga zu sein, bedeute immensen Zeitaufwand - Training, Trainingsvorbereitung, Ansprache, Spiele, fast jeden Tag sei man unterwegs. Logisch, dass man da die Prioritäten auch mal anders setzen müsse. Mit Verstand. Dabei betont Helmke: „Das Traineramt beim Hünfelder SV macht sehr viel Spaß. Ich verstehe mich mit allen sehr gut. Wir ziehen an einem Strang.“ Es sei zudem gelungen, Spieler zu holen in die Rhönkampfbahn, die Helmke auch haben wollte. Dieses aufwändige Programm sei trotz Familie auch lange möglich gewesen. Von 2007 an, als er von Borussia Fulda kam, engagierte sich der 39-jährige Helmke für den Hünfelder SV. +++ rl

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