Hochschulpräsident Khakzar als Sachverständiger in Forschungsausschuss geladen

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Der Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages hat sich in einem öffentlichen Fachgespräch mit der Bedeutung der angewandten Forschung und dem Transfer in die Praxis befasst. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Rolle der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs). Als Sachverständigen lud der Ausschuss den Fuldaer Hochschulpräsidenten Prof. Dr. Karim Khakzar ein, der viele Jahre als Sprecher der HAWs in Deutschland tätig war.

Die HAWs zeichnen sich durch ihren starken Anwendungs- und Praxisbezug sowie enge Kooperationen mit kleinen und mittleren Unternehmen der jeweiligen Regionen aus. Damit übernehmen sie eine zentrale Funktion beim Transfer neuer Erkenntnisse und Innovationen in die praktische Umsetzung. Angesichts der Bedeutung des Mittelstands, der kleinen Unternehmen sowie Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitsbereich fordert Khakzar seit Jahren im Namen aller HAWs eine deutliche Aufstockung bestehender Förderprogramme sowie die Gründung einer auf regionale Bedarfe ausgerichteten Fördereinrichtung für angewandte Forschung und Transfer. Ziel sei es, Innovationen schneller und effektiver umzusetzen. Internationale Studien zeigten seit Jahren erhebliche Defizite Deutschlands in diesem Bereich.

Khakzars Forderung wurde 2021 von der Ampelregierung aufgegriffen. Nach einer langen Konzeptphase stand 2024 die Gründung der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) kurz bevor. Mit dem Ende der Ampelregierung wurde jedoch auch dieses Vorhaben eingestellt. Neuer Hoffnung für die HAWs gibt nun der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD. Dieser sieht eine „Initiative Forschung und Anwendung“ mit neuen Förderlinien vor, die stark auf die Bedürfnisse der HAWs ausgerichtet sind. Geplant sind sogenannte „Transferbooster“, die die Umsetzung von Innovationen in den Regionen unter Federführung der HAWs beschleunigen sollen. Zudem soll eine Deutsche Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG) entstehen, die spezielle Förderprogramme für HAWs umfasst und eine dauerhafte Förderung der angewandten Forschung und des Transfers sicherstellen soll.

Khakzar forderte im Ausschuss die zügige Umsetzung der angekündigten Maßnahmen. Dies sei auch notwendig, um Wachstumsimpulse für die schwächelnde deutsche Wirtschaft zu setzen. Zudem brauche es eine angemessene Forschungsförderung für HAWs, die in den vergangenen Jahren eine starke Entwicklung in der angewandten Forschung durchlaufen hätten. Angesichts der milliardenschweren Förderung der Universitäten über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seien die spezifischen Programme für HAWs mit jährlich rund 70 Millionen Euro deutlich unterfinanziert. Das Potenzial der HAWs müsse stärker genutzt werden, zumal sie bundesweit die Mehrheit der Fachkräfte in Ingenieurwissenschaften, Informatik und Betriebswirtschaftslehre ausbildeten – alles Schlüsselbereiche für die Wirtschaft.

Einigkeit herrschte im Ausschuss sowohl unter den Sachverständigen als auch in allen Fraktionen darüber, dass nach früheren Verzögerungen und Versäumnissen nun schnell gehandelt und ausreichend finanzielle Mittel bereitgestellt werden müssten. Zudem wurden schlanke und unbürokratische Bewilligungsverfahren gefordert, um den Bedarfen der Praxis effizient gerecht zu werden. Khakzar betonte die zentrale und verantwortungsvolle Rolle der HAWs, die ihre Leistungsfähigkeit in den vergangenen Jahren vielfach unter Beweis gestellt hätten. Staatssekretär Matthias Hauer (CDU) kündigte für Anfang 2026 eine grobe Skizze und einen Zeitplan für die DAFG an. +++


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