Die Wähler haben entschieden. Das Ergebnis ist eine Zäsur für die SPD. Wir haben nicht genug überzeugt, obwohl wir viel für die Menschen erreicht haben. Die Bundesregierung hinterlässt wichtige Erfolge wie den Abbau des Reformstaus, weniger Niedriglöhne, stabile Renten, Reformen bei BAföG und Wohngeld sowie eine stärkere Bundeswehr. Wir danken für jede Stimme.
Trotzdem hat es nicht gereicht. Das ist bitter für die SPD und unsere Kandidaten in Hessen. Wahrscheinlich werden weniger hessische Sozialdemokraten im Bundestag sein. Wir verlieren gute Abgeordnete.
Die SPD kann mit solchen Momenten umgehen. In Gesprächen haben wir viele Emotionen erlebt: Unentschlossenheit, Nachdenklichkeit, aber auch Offenheit. Wir sind eine Partei, die kämpft. Wir glauben an uns und daran, dass wir wieder mehr Menschen erreichen. Dafür arbeiten wir hart.
In Hessen haben wir uns nach der Landtagswahl neu aufgestellt, regieren erfolgreich mit und entwickeln die Partei weiter. Jetzt müssen wir auch im Bund beraten, welche Konsequenzen nötig sind.
Die Spaltung der Gesellschaft beunruhigt uns. Alle demokratischen Parteien müssen den Zusammenhalt stärken. Wir brauchen mehr Dialog. Die SPD steht an der Seite derer, die Angst vor dem Zugewinn der Rechten haben. Wir kämpfen dafür, dass Erfolge unserer Gesellschaft nicht zunichte gemacht werden.
Viele Menschen sorgen sich um die Zukunft. Sie sehen Risiken durch soziale und wirtschaftliche Veränderungen. Sie fühlen sich unsicher angesichts der Weltlage und der Wirtschaft. Diese Sorgen sind berechtigt. Die Menschen wollen Perspektiven.
Die nächste Regierung muss diese Herausforderungen angehen. Die SPD muss bereit sein zum Dialog, aber mit klaren Prioritäten. Viele Menschen finden sich in den politischen Diskussionen nicht wieder. Wir müssen den Alltag der Mehrheit in den Fokus rücken.
Wir brauchen Mehrheiten für sichere Arbeitsplätze und ein gerechtes Zusammenleben. Alltägliche Probleme, die im Wahlkampf kaum eine Rolle spielten, müssen gelöst werden. Eltern sprechen uns auf Betreuung und marode Schulen an. Menschen, die den Laden am Laufen halten, können ihre Wohnung nicht bezahlen. Um diese Menschen geht es. Regieren ist kein Selbstzweck. Wir entziehen uns der Lösungsfindung nicht.
Wir werden uns intensiv mit den Ergebnissen auseinandersetzen. Wir sind seit 160 Jahren Garant der Demokratie. Das verpflichtet uns.
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