Um die Bedeutung des EU-Programms Erasmus+ für Europa und für die Weiterentwicklung des europäischen Hochschulraums zu unterstreichen, haben Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels und sieben hessische Hochschulen in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel eine Fachveranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern der EU-Bildungs- und Wissenschaftspolitik ausgerichtet. Unter den beteiligten Hochschulen war auch die Hochschule Fulda. Alle sieben Einrichtungen sind jeweils Mitglied in einer der insgesamt 65 Europäischen Hochschulallianzen und werden von der Europäischen Union gefördert.
Gegenüber Vertreterinnen und Vertretern der EU warb Minister Gremmels für eine Aufstockung der Finanzierung der Leitinitiative „Europäische Hochschulallianzen“. Der aktuelle Förderrahmen läuft im Jahr 2027 aus, derzeit wird im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für den EU-Haushalt 2028 bis 2034 über die künftige Finanzierung beraten. Die Europäischen Hochschulallianzen hätten sich hervorragend entwickelt und stellten eine große Bereicherung für den europäischen Hochschulraum dar, sagte Gremmels.
Diese Einschätzung teilten auch die beiden Vertreterinnen der EU, Vanessa Debiais-Sainton, Mitglied des Kabinetts der Exekutiv-Vizepräsidentin Roxana Mînzatu in der Europäischen Kommission, sowie Laurence Farreng, Mitglied des Europäischen Parlaments. Sie unterstrichen die große Bedeutung der Allianzen für Europa. Die Einrichtung der Europäischen Hochschulallianzen geht auf eine Anregung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron aus dem Jahr 2017 zurück.
Die Leitungen der sieben vertretenen hessischen Hochschulen stellten ihre jeweiligen Allianzen in Kurzpräsentationen vor. Der Präsident der Hochschule Fulda, Prof. Dr. Karim Khakzar, erläuterte dabei die besonderen Merkmale der Hochschulallianz E³UDRES², an der die Hochschule Fulda seit 2022 beteiligt ist. Alle neun Mitgliedshochschulen dieser Allianz befänden sich in kleinen oder mittelgroßen Städten und verfügten über eine starke anwendungs- und praxisorientierte Ausrichtung, sagte Khakzar. Mit diesen Profilen seien sie wichtige Innovationsmotoren für ihre Regionen und förderten den Transfer zwischen Hochschule und Praxis.
Davon profitierten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Einrichtungen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich, führte Khakzar aus. Die immer schnelleren Veränderungen etwa in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stellten viele Akteure vor große Herausforderungen. Wichtig sei jedoch, dass Innovationen in Europa auch bei den zahlreichen Akteuren in den Regionen ankämen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Allianz E³UDRES² biete dafür eine geeignete Plattform, um voneinander zu lernen und gemeinsam Initiativen zur Förderung der Regionen zu entwickeln und umzusetzen. Ziel sei es, an den jeweiligen Hochschulstandorten gemeinsam mit regionalen Praxispartnern Innovationsökosysteme aufzubauen und diese idealerweise miteinander zu vernetzen.
Neben vier hessischen Universitäten konnten sich auch drei hessische Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in dem als sehr kompetitiv beschriebenen Wettbewerb um EU-Fördermittel behaupten. Minister Gremmels wies darauf hin, dass Hessen im Bundesvergleich damit weit überdurchschnittlich erfolgreich gewesen sei. Khakzar begrüßte in diesem Zusammenhang, dass die EU mit den geförderten Hochschulallianzen die breite Vielfalt des europäischen Hochschulsystems unterstütze.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Podiumsdiskussion, an der neben Minister Gremmels Prof. Steinmetz, Präsident der Hochschule Darmstadt, Dr. Stephan Geifes von der Nationalen Erasmus+-Agentur im Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), Lara Zieß, studentische Vizepräsidentin der Universität Marburg, sowie Vanessa Debiais-Sainton und die Europaabgeordnete Laurence Farreng teilnahmen. Diskutiert wurden vor allem die künftige Finanzierung der Europäischen Hochschulallianzen, eine mögliche thematische Fokussierung sowie die Vorreiterrolle der Allianzen bei der Entwicklung von Lösungen für europaweite strukturelle Herausforderungen, etwa bei der automatischen Anerkennung von Studienleistungen oder Studienabschlüssen. Moderiert wurde die Diskussion von dem Wissenschaftsjournalisten Jan-Martin Wiarda.
Begleitet wurde die Fachveranstaltung von einer Präsentation aller beteiligten Hochschulallianzen an eigenen Ständen. Beim anschließenden gemeinsamen Networking bot sich den Teilnehmenden Gelegenheit zum Austausch. +++

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