Helmut Herchenhan erneut an die Spitze des Fuldaer Kreistags gewählt

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Der Kreistag des Landkreises Fulda ist am gestrigen Montag zu seiner konstituierenden Sitzung im Gemeindezentrum Künzell zusammengekommen. Zu Beginn der nahezu siebenstündigen Sitzung, die überwiegend – wie immer zu Beginn einer neuen Legislaturperiode – von Wahlen dominiert wurde, richtete sich der Vorsitzende des Kreisausschusses, Landrat Bernd Woide (CDU), mit wenigen Worten an die Kreistagsmitglieder. „Sie übernehmen ein verantwortungsvolles Mandat, und das in einer schwierigen Zeit. Trotz aller regierungsspezifischen Unterschiede und parteipolitischen Zielsetzungen sollten wir nicht das gemeinschaftliche Allgemeinwohl aus dem Blick verlieren, das uns als gewählte Mandatsträger alle einen muss und auch sollte für die Bürger dieses Landkreises“, so Landrat Bernd Woide in seinen einleitenden Worten der 1. Sitzung des Kreistages des Landkreises Fulda in der neuen Wahlperiode 2026 bis 2031, der den Kreistagsmitgliedern zu ihrer Wahl gratulierte. Nach dem erfahrenen Kommunalpolitiker und langjährigen Landrat des Landkreises sei genau dies die Aufgabe und auch Funktion eines solchen Gremiums.

Vor der Wahl des Kreistagsvorsitzenden für die Wahlperiode 2026 bis 2031 oblag die Sitzungsleitung dem Kreistagsmitglied und Vorsitzenden der CWE-Kreistagsfraktion, Thomas Grünkorn, als Alterspräsident. Grünkorn gehört dem Fuldaer Kreistag seit über 40 Jahren ununterbrochen an. Am 01.04.1985 wurde er erstmals in den Fuldaer Kreistag gewählt. In den letzten vier Jahrzehnten wirkte Grünkorn in unterschiedlichen Positionen. Seit dem 01.04.1992 fungiert der Schullehrer im Ruhestand als Vorsitzender der CWE-Kreistagsfraktion. Im April des vergangenen Jahres wurde er gemeinsam mit Winfried Möller (DIE LINKE OFFENE LISTE), der der neuen Legislaturperiode nicht mehr angehört, vom Vorsitzenden für sein über 40-jähriges ehrenamtliches kommunalpolitisches Engagement im Kreistag des Landkreises Fulda geehrt.

„Hohes Maß an Verantwortung“

Thomas Grünkorn gratulierte wie sein Vorredner den wiedergewählten Kreistagsmitgliedern bzw. denjenigen, die erstmals in den Kreistag gewählt wurden. Beide Personengruppen, so Grünkorn, seien wichtig. Während sich die Neuen mit für sie neuen Ideen, Themen und Sichtweisen einbrächten, kennten die Erfahrenen den Weg zum Machbaren und dessen Umsetzung. Grünkorn: „Der Kreistag ist gemäß der Bestimmung der Hessischen Landkreisordnung das oberste Beschlussorgan eines Landkreises, wenn es um kreispolitische Entscheidungen geht. Manche von ihnen haben beträchtliche Folgen für die Zukunft. Für die Entwicklung unseres Landkreises, seiner Städte und Gemeinden und damit für alle hier lebenden Menschen.

Insofern trägt letztlich jeder Einzelne von uns – ob in der breiten Öffentlichkeit und Bürgerschaft wahrnehmbar oder nicht – ein hohes Maß an Verantwortung. Überzeugende, stichhaltige und sachliche Argumentationen sollten im demokratischen Diskurs immer den Vorrang haben. Ein guter Umgang miteinander kann nur mit einem Mindestmaß an Respekt und Toleranz gelingen.“ Und weiter: „Die Arbeit der Kreisverwaltung besteht zum großen Teil darin, vorwiegend Bundes- und Landesgesetze auf unterster Verwaltungsebene umzusetzen. Unsere originären Zuständigkeiten sind eher beschränkt, dennoch sind sie wichtig, vor allem im Bildungswesen und bei Infrastrukturmaßnahmen. Wir sind nicht nur Entscheidungsträger der Kreispolitik, sondern gleichzeitig auch Repräsentanten eines politischen Systems, das man Demokratie nennt, mit allem, was dazugehört. Und das bedeutet, dass wir alle aufgefordert sind, uns, wo immer auch notwendig, dafür einzusetzen, dass diese Demokratie und ihre Institutionen Wertschätzung erfahren, verteidigt werden, wo sie verächtlich gemacht oder angegriffen werden. Auch das ist Aufgabe ehrenamtlicher politischer Repräsentanten.“

Abschließend wünschte der Alterspräsident den Kreistagsabgeordneten „fünf gute Jahre, die von möglichst viel Fairness, Respekt und Toleranz geprägt sein mögen“. Eines sei nach dem Alterspräsidenten sicher: Die Finanznot der kommunalen Haushalte werde die Gestaltungsmöglichkeiten der Kreistagsmitglieder deutlich einschränken, was die politische Arbeit in den kommenden Jahren sicherlich nicht leichter machen werde. Er hoffe dennoch, dass Entscheidungen getroffen werden können, die möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern dienen, denn: „Der Einsatz für das, was Gemeinwohl heißt und ist, stärkt letztlich das Vertrauen der Bürgerschaft in unser demokratisches Gemeinwesen und fördert das soziale Miteinander – auch auf der untersten politischen Ebene.“

„Repräsentation des Organs nach außen und Wahrung einer neutralen Geschäftsführung nach innen“

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Thomas Hering MdL, schlug für die Wahl des Kreistagsvorsitzenden Helmut Herchenhan (CDU) vor. Herchenhan fungierte in den vorangegangenen Legislaturperioden ebenfalls als Kreistagsvorsitzender des Kreistags des Landkreises Fulda. Weitere Wahlvorschläge gab es nicht. Herchenhan wurde am Montag erneut für eine weitere Legislaturperiode zum Kreistagsvorsitzenden gewählt. Bei der Wahl gab es vier Enthaltungen sowie drei Gegenstimmen. Mit der Wahl zum Vorsitzenden war der konstituierende Akt vollzogen und das höchste politische Organ des Landkreises Fulda arbeitsfähig.

Der alte und neue Kreistagsvorsitzende Helmut Herchenhan bedankte sich kurz nach der Wahl bei den Kreistagsmitgliedern für das ihm mit dieser Wahl erneut entgegengebrachte Vertrauen. Herchenhan: „Es ist mein Anspruch, dieses Vertrauen zu rechtfertigen, den Erwartungen, die Sie an mich als Vorsitzenden haben, nachzukommen. Das ist in erster Linie die Repräsentation des obersten Organs nach außen, aber vor allem auch eine neutrale wie parteiunabhängige Geschäftsführung nach innen.“ Nebenstehend nutzte Herchenhan die Gelegenheit, den Wiedergewählten und Neugewählten herzlich zu ihrem erworbenen Mandat zu gratulieren. Gleichzeitig mahnte er die Kreistagsmitglieder bei aller parteipolitischen Unterschiedlichkeit und Zugehörigkeit sowie unterschiedlichen Auffassungen zu einzelnen Themen zu einer sachlichen und nüchternen Kreispolitik. „Wir machen hier Kreis- und keine Landes- oder Bundespolitik“, stellte der alte und neue Kreistagsvorsitzende, Helmut Herchenhan, heraus.

Freie Wähler komplettieren Fuldaer Kreistag

Zu Herchenhans Stellvertretern wurden Rainer Kohlstruck (CWE), Helmut Schönberger (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) und Professor Dr. med. Thomas Stegmann (FDP) bestellt. Zu ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten wurden Andrea Abel (CDU), Daniela Böschen (CDU), Joachim Michael Janshen (CDU), Andreas Jörges (SPD), Hermann Müller (CDU) sowie Marion Neumeister (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) bestellt.

In Summe zählt der Kreistag des Landkreises Fulda 81 stimmberechtigte Mitglieder. Die größte Fraktion bildet die CDU mit 36 Mitgliedern, gefolgt von der AfD-Fraktion mit 16 Mitgliedern, der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN/Volt mit neun Mitgliedern, der SPD-Fraktion mit sieben Mitgliedern, der FDP/FGG-Fraktion mit drei Mitgliedern, der CWE-Fraktion mit vier Mitgliedern sowie Die Linke/Die PARTEI mit drei Mitgliedern. Erstmals vertreten im Kreistag sind die Freien Wähler mit ebenfalls drei Mitgliedern.

Aus dem Zuschauerbereich verfolgten interessierte Gäste, wie etwa die Absolventinnen und Absolventen der Verwaltungsakademie Hessen oder Kommunalpolitiker umliegender Kommunen, die konstituierende Sitzung.

Vorausgegangen war der konstituierenden Sitzung ein gemeinsamer Gottesdienst. +++ Jessica Auth


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