HELIOS Klinik Hünfeld übernimmt die Behandlung von zwei angolanische Kindern

Beide können aber auch schon ein bisschen Deutsch sprechen

Hünfeld. Kranke Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland holen – das hat sich die Organisation Friedensdorf seit bereits 50 Jahren zur Aufgabe gemacht. In diesem Jahr werden bereits zum dritten Mal zwei Kinder aus Angola in Hünfeld behandelt.

Mit Gehstützen geht es schon zügig voran – Ezepuiel und Emidio genießen die Sonne im Park der HELIOS St. Elisabeth Klinik Hünfeld. Die beiden 8- und 12-Jährigen sind seit Mai zur Behandlung in Hünfeld und machen bereits große Fortschritte. „Ich arbeite bereits seit 1992 mit Friedensdorf zusammen und habe in unterschiedlichen Kliniken ungefähr 35 Kinder versorgt“, erläutert der Chefarzt der Unfallchirurgie/Orthopädie/Sporttraumatologie, Dr. Andreas Rügamer. Er hat während des Aufenthalts das Sorgerecht für die beiden Kinder und kümmert sich gemeinsam mit den Schwestern der Station 3 liebevoll um sie.

Dr. Rügamer erläutert: „Das Gesundheitssystem in Angola ist für die Bevölkerung kaum zugänglich. Ezepuiel und Emidio litten beide unter einer Knochenvereiterung des Oberschenkels. Unsere Aufgabe war es, die Beine der Kinder zu erhalten, die Entzündung im Knochen operativ und antibiotisch zu sanieren.“, erklärt Dr. Rügamer. „Das war nach mehreren Operationen erfolgreich. Neue Proben haben ergeben, dass keine Keime mehr vorhanden sind.“, freut er sich. Die beiden bleiben noch ein paar Tage in der HELIOS St. Elisabeth Klinik Hünfeld und kommen danach wieder ins Friedensdorf nach Oberhausen. Dort sind möglichst heimatnahe Lebensgewohnheiten wie beispielsweise Ernährung, Beschäftigung und Sprache sichergestellt. Zur Kontrolle ihrer Wunden kommen die Kinder zwischenzeitlich nochmal nach Hünfeld, bevor es dann im November wieder zurück geht in die ca. 10.000 Kilometer entfernte Heimat.

Ärzte und Pflegepersonal verständigen sich mit Ezepuiel und Emidio mit „Händen und Füßen“. Beide können aber auch schon ein bisschen Deutsch sprechen. Eine Dolmetscherin kommt zudem regelmäßig und übersetzt den beiden, was in der Klink auf sie zukommt. Ebenso schaut der Malteser Kinderbesuchsdienst täglich für Sprachübungen und Spiele vorbei, was den sonst schüchternen Kindern viel Spaß bereitet. „Gerne übernehmen wir die Behandlungskosten für die beiden Kinder aus Angola. Ich finde es wichtig, dass wir unsere medizinische Kompetenz auch einsetzen, um denjenigen zu helfen, in deren Ländern eine Gesundheitsversorgung nicht in dem Maße wie bei uns gewährleistet ist“, sagt Sandra Henek, Klinikgeschäftsführerin. +++

 
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