Haldenabdeckung am K+S-Werk Werra startet in Hattorf

Die weißen Berge des Werratals sollen grün werden

Blick auf das Kaliwerk Werra in Hattorf.

K+S beginnt mit der Abdeckung seiner Rückstandshalden des Kaliwerks Werra in Hattorf und Wintershall. Zunächst stehen mit dem Baustart auf dem Haldentop in Hattorf die Plateauabdeckungen im Vordergrund, die Flankenabdeckungen folgen später. Langfristig werden die weißen Berge des Werratals grün, und die Umwelt wird nachhaltig entlastet, heißt es in einer Mitteilung.

Bei der Aufbereitung der unter Tage gewonnenen Rohsalze fallen aufgrund der natürlichen Zusammensetzung zwangsläufig große Mengen an Rückständen an. Diese festen Salzrückstände werden aufgehaldet. Fallen Niederschläge auf die Halde, entstehen salzhaltige Wässer – sogenannte Haldenwässer –, die kontinuierlich aufgefangen und ordnungsgemäß entsorgt werden. Durch die vollständige Abdeckung der Halden werden die Haldenwässer langfristig erheblich reduziert.

Im Frühjahr hatte K+S bereits angekündigt, die Kalihalde am Werk Neuhof-Ellers abzudecken und zu begrünen. „Mit der Abdeckung aller Halden werden wir einen großen Beitrag zu einer dauerhaften Reduzierung der Umweltbelastung im Zusammenhang mit der Kaliproduktion im Werra-Fulda-Revier leisten“, sagt der K+S-Vorstandsvorsitzende Dr. Burkhard Lohr. Die Abdeckung der Halden ist außerdem ein wichtiger Aspekt im Maßnahmenkatalog der Flussgebietsgemeinschaft Weser, weil damit langfristig der Zustand von Werra und Weser verbessert wird. „Nachdem wir zum Jahresende 2021 die Versenkung von salzhaltigen Wässern in tiefe Gesteinsschichten eingestellt haben, halten wir hiermit erneut Wort und stellen unter Beweis, dass K+S der Vorreiter eines umweltfreundlichen und nachhaltigen Bergbaus ist“, sagt Lohr.

Zukunft des Werks sichern

Die Haldenabdeckungen seien auch ein wichtiger Baustein zur Zukunftssicherung des Werks Werra – mit einer Kaliproduktion, die nach derzeitigem Stand bis in die 2060er-Jahre reichen wird. „Wir möchten die heimische Rohstoffgewinnung und damit Arbeits- und Ausbildungsplätze langfristig sichern. Voraussetzung dafür ist ein ressourcenschonender Abbau mit zeitgemäßen Aufbereitungs- und nachhaltigen Entsorgungsverfahren“, teilt K+S-Werksleiter Martin Ebeling mit.

„Um die Haldenwassermenge nachhaltig zu reduzieren, haben wir bereits seit den 1980er-Jahren verschiedene Varianten von Haldenabdeckungen entwickelt, in Pilotprojekten getestet und auf einigen Bestandshalden – angepasst an die jeweiligen Standortbedingungen – umgesetzt“, erklärt Benedikt Kalbhenn, K+S-Projektleiter Haldenabdeckung. Für das Werk Werra stelle eine Kombination aus verschiedenen technischen Varianten die dem Standort optimal angepasste und nachhaltigste Lösung dar. Die Wirkungsweise der Haldenabdeckung erklärt Benedikt Kalbhenn folgendermaßen: „Die Abdeckung verhindert, dass Niederschläge mit dem Haldenkörper aus Salzrückstand in Berührung kommen. Stattdessen wird das Regenwasser zwischengespeichert beziehungsweise kann direkt an der später begrünten Haldenoberfläche verdunsten.“ Für die Abdeckung verwendet K+S standorteigenes Bodenmaterial, entsprechend beschränkt sich der Lieferverkehr auf ein absolutes Minimum.

Die Flanken werden später begrünt

Das Regierungspräsidium Kassel als zuständige Aufsichtsbehörde hat den Antrag für die Plateauabdeckung in Hattorf genehmigt, auch die angrenzenden Gemeinden haben zugestimmt. Nach dem Baubeginn auf dem Haldentop in Hattorf soll in einem zweiten Schritt ebenfalls noch in diesem Jahr der Baubeginn in Wintershall erfolgen. „Die Abdeckung der Flanken erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt. Hierfür sind eigene Genehmigungsverfahren zu durchlaufen“, gibt K+S-Projektleiter Kalbhenn einen Ausblick. „Über den aktuellen Stand werden wir die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren und von Anfang an mit ins Boot holen“, verspricht er.

„Mit der dauerhaften Abdeckung der beiden Halden minimieren wir Ewigkeitslasten und Langzeitfolgen für nachfolgende Generationen und das Unternehmen. Die begrünten Halden fügen sich schlussendlich in das Landschaftsbild ein“, sagt Werksleiter Martin Ebeling. Er weist ebenfalls darauf hin, dass das Werk die neu entstehenden Grünflächen auf dem Top zur Reduzierung des CO2-Anfalls des Werkes nutzbar machen und auch die Entstehung von Biotopen fördern möchte. +++ pm

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Letzte Aktualisierung: 06.10.2022, 05:22 Uhr
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