Ein großes Klimaschutzprojekt im Main-Kinzig-Kreis ist abgeschlossen: Auf der Deponie Hailer wurde der offizielle Projektabschluss gefeiert. Im Mittelpunkt steht die sogenannte In-situ-Stabilisierung, mit der der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft seine Deponien in Gelnhausen-Hailer, Schlüchtern-Hohenzell, Neuberg und Bruchköbel umfassend modernisiert hat.
Kern des Projekts war die Sanierung und Optimierung der Gasbrunnen in den Deponiekörpern. Rund 200 Brunnen wurden überarbeitet und abgedichtet. Dadurch kann künftig deutlich mehr Deponiegas aufgefangen werden – vor allem Methan. Dieses Gas entsteht bei der Zersetzung von Abfällen und gilt als besonders klimaschädliches Treibhausgas.
„Deponien werden beim Klimaschutz oft unterschätzt“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Andreas Hofmann bei dem Termin in Hailer. „Da wir gezielt an dieser Stelle ansetzen, können wir mit konkreten Maßnahmen einen großen Effekt erzielen.“
Auch Jochen Hemmer, Leiter des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Main-Kinzig-Kreises, sprach von einem wichtigen Schritt: „Das Projekt ist ein Meilenstein für den Main-Kinzig-Kreis, ein lebendiges Beispiel dafür, wie politischer Wille in konkretes Handeln umgesetzt worden ist. Alle Beteiligten haben gemeinsam professionell und sehr erfolgreich zusammengearbeitet.“
Die In-situ-Stabilisierung sorgt dafür, dass durch eine kontrollierte Belüftung die Methanbildung reduziert wird – und damit auch die Emissionen. Hofmann erklärte das Prinzip mit einem einfachen Vergleich: „Man kann sich eine Deponie ein wenig wie einen großen Schwamm vorstellen. Über viele Jahre entstehen darin klimaschädliche Deponiegase, deren Entweichen in die Atmosphäre verhindert werden muss.“
Die Wirkung des Projekts ist beträchtlich. Schon in den ersten zehn Jahren sollen an den vier Deponiestandorten insgesamt rund 400.000 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart werden. Das entspricht ungefähr den Emissionen, die rund 20.000 Autos im selben Zeitraum verursachen würden.
Dabei ist das Projekt auf eine lange Laufzeit ausgelegt. Die Anlagen sind nicht nur für zehn Jahre geplant, sondern für insgesamt 25 Jahre Betrieb. „Das ist eine Größenordnung, die zeigt, wie groß der Hebel beim Klimaschutz auch in der Abfallwirtschaft sein kann und ist kommunaler Klimaschutz im besten Sinne“, betonte Hemmer. „Wir investieren in moderne Technik, senken Emissionen und sichern gleichzeitig die langfristige Bewirtschaftung unserer Deponien.“
Rund acht Millionen Euro investiert der Main-Kinzig-Kreis in die Stabilisierung der vier Standorte. Ein Teil der Maßnahmen wird über die Nationale Klimaschutzinitiative gefördert.
Für den Ersten Kreisbeigeordneten Andreas Hofmann steht das Projekt beispielhaft für die Klimapolitik des Kreises. „Dort, wo wir Verantwortung tragen, handeln wir auch. Der Main-Kinzig-Kreis nutzt seine Möglichkeiten, um ganz konkrete Beiträge zum Klimaschutz zu leisten – Schritt für Schritt und langfristig.“
Viele Arbeiten an den Anlagen fanden dabei fernab der Öffentlichkeit statt. „Solche Projekte entstehen nicht am Schreibtisch“, sagte Hofmann. „Sie sind das Ergebnis fachlicher Arbeit draußen auf der Fläche – und genau dafür gilt allen Beteiligten mein ausdrücklicher Dank.“
Mit dem Abschluss der In-situ-Stabilisierung ist eines der größten Einzelprojekte im Klimaschutzprogramm des Main-Kinzig-Kreises umgesetzt. Die Wirkung der Maßnahmen wird jedoch noch viele Jahre messbar bleiben. „Das Projekt steht für Verantwortung – und für die Aufgabe, unseren Kindern und Enkeln einen lebenswerten Kreis zu hinterlassen“, sagte Hofmann. +++

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