In einem landesweiten Einsatz zur Bekämpfung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder hat die Polizei zwischen dem 13. und 17. Januar 85 Wohnungen durchsucht und umfangreiche Ermittlungen gegen 79 Beschuldigte geführt. Der Einsatz wurde von den hessischen Staatsanwaltschaften koordiniert und vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) unterstützt.
Die Ermittlungen richten sich gegen 79 Personen im Alter von 14 bis 78 Jahren, denen überwiegend die Herstellung, der Besitz und die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen vorgeworfen wird. Darüber hinaus werden zwölf der Beschuldigten des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigt, während drei weitere Personen wegen Vergewaltigung oder sexueller Übergriffe im Verdacht stehen. Bei den Durchsuchungen konnten 2.084 Beweismittel sichergestellt werden, darunter eine Vielzahl von Speichermedien, die potenziell belastendes Material enthalten.
Im Rahmen des Einsatzes wurde ein Haftbefehl vollstreckt, und insgesamt 14 Personen wurden vernommen. Die Ermittler fanden keinerlei Hinweise auf einen Austausch von Informationen oder Material zwischen den Beschuldigten. Die Durchsuchungen fanden in mehreren Städten Hessens statt, darunter Darmstadt und Frankfurt am Main, sowie in zahlreichen Landkreisen.
„Der Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Kindern bleibt eine der zentralen Aufgaben der hessischen Polizei“, betont Andreas Röhrig, Leiter des Hessischen Landeskriminalamts. Der Einsatz ist Teil eines umfassenden Engagements gegen Kindesmissbrauch und die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen, das in Hessen bereits seit 2020 durch die besondere Ermittlungsgruppe „FOKUS“ unterstützt wird.
Die hessische Polizei weist darauf hin, dass die strafrechtlichen Verjährungsfristen für sexuellen Kindesmissbrauch je nach Schwere des Delikts zwischen fünf und zwanzig Jahren liegen. Diese Fristen beginnen erst ab dem vollendeten Lebensjahr des Opfers zu laufen. Opfer von Missbrauch haben auch später noch die Möglichkeit, Taten anzuzeigen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und weiteren Straftaten vorzubeugen. Die Polizei ruft dazu auf, Straftaten zu melden und sich aktiv an der Prävention von Kindesmissbrauch zu beteiligen.
Hintergrund des Einsatzes bildet die besondere Aufbauorganisation „FOKUS“, die im Oktober 2020 ins Leben gerufen wurde, um gegen die steigenden Fallzahlen von sexuellem Kindesmissbrauch vorzugehen. Mit mittlerweile rund 300 Mitarbeitenden, darunter etwa 170 Ermittlerinnen und Ermittler, arbeitet die Einheit eng mit den sieben Polizeipräsidien Hessens und dem HLKA zusammen. Ziel ist es, gezielt gegen sexuelle Gewalt an Kindern und die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen vorzugehen. +++

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