Ladengeschäfte sollen in Deutschland in zwei Schritten wieder öffnen dürfen heißt es aus Teilnehmerkreisen der Telefonschaltkonferenz der Staatskanzleichefs und des Bundeskanzleramtes zur Corona-Epidemie. Ab 20. April sollen demnach Ladengeschäften bis 400 qm Fläche unter Einhaltung entsprechender Hygienestandards, Kundenbeschränkungen und gegebenenfalls mit alternativen Öffnungsmöglichkeiten wieder aufmachen dürfen. Darüber hinaus sollen Autohäuser, Fahrradhändler, Möbelhäuser, Buchläden und Telekommunikationsdienstleister öffnen dürfen. Ab 4. Mai sollen in einem zweiten Schritt dann auch Geschäfte bis 2.500 qm wieder öffnen dürfen. Weiter hieß es das eine Öffnung von Dienstleistungen für Körperpflege, wie beispielsweise Friseure, sei ab dem 4. Mail "realistisch" sei.
BDI verlangt von Politik klaren Plan für Zeit nach Coronakrise
Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, will für die Zeit nach der Coronakrise "klare" zeitliche Vorgaben durch die Politik. "Unsere Unternehmen müssen bald wissen, in welchen Stufen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wieder anlaufen soll - und zwar einheitlich in der Bundesrepublik", sagte Kempf am Mittwoch. So wie auf europäischer Ebene ein möglichst synchrones Vorgehen hilfreich sei, sei es in Deutschland erforderlich. "Ziel muss ein verbindlicher Planungshorizont für die Unternehmen sein." Wenn man es nicht schaffe, schon bald den Stillstand von Wirtschaft und Gesellschaft stufenweise wieder aufzuheben, drohten "erhebliche" Konsequenzen für die Unternehmen. "In der Phase der Eindämmung der Krise hat die Bundesregierung eindrucksvoll Handlungsfähigkeit bewiesen und vor allem die Liquidität der Unternehmen unterstützt", so der BDI-Präsident weiter. Auch die Nachbesserungen bei der Mittelstandslücke seien richtig gewesen. "Das Beispiel zeigt: Das Notfallmanagement stellt an Politik und Wirtschaft sehr hohe Anforderungen zur Flexibilität."
Zwar sei Flexibilität wichtig, gleichwohl müsse es aber die Chance für verbindliche Planung geben, sagte Kempf. "Für die deutsche Industrie stellt sich für den Neustart die Herausforderung, dass Wertschöpfungsketten in besonderer Weise international und EU-weit aufgestellt sind." Dieses effiziente Zusammenspiel mache die Wettbewerbsfähigkeit großer Teile der Industrie aus und dürfe "keineswegs" in Gefahr geraten durch "künstliche Einteilungen" in vermeintliche systemrelevante und nicht-systemrelevante Branchen. "Der Wieder-Hochlauf industrieller Produktionsverbünde ist die eigentliche Herausforderung", so der BDI-Präsident. Vorrangig müssten Logistikketten reibungslos funktionieren. "Die Unternehmen wissen um die Bedeutung von Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter." Sie würden deshalb alle Maßnahmen treffen, um den Wiederanlauf industrieller Produktion ohne Gesundheitsgefahren zu ermöglichen. "Die Maßnahmen reichen dabei von Eingriffen in Schichtpläne, veränderten Arbeitsschritten unmittelbar am Arbeitsplatz bis hin zur erforderlichen Schutzkleidung", sagte Kempf. +++

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