Gerhard Möller nun Ehrenvorsitzender – Geschichtsverein zeichnet auch Dr. Thomas Schmitt aus

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Der neue Vorstand des Geschichtsvereins mit Ehrenvorsitzendem Gerhard Möller und Ehrenmitglied Dr. Thomas Schmitt in der Mitte. Foto: privat

Große Ehre für Fuldas ehemaligen Oberbürgermeister: Gerhard Möller ist jetzt Ehrenvorsitzender des Fuldaer Geschichtsvereins. Mit dieser besonderen Auszeichnung würdigten die Mitglieder sein jahrelanges, erfolgreiches Wirken an der Spitze des Vereins. Auch Dr. Thomas Schmitt, der unglaubliche 35 Jahre lang engagiert im Vorstand tätig war, wurde für seinen außergewöhnlichen Einsatz zum Ehrenmitglied ernannt. Gleichzeitig stellten die Mitglieder die Weichen für die Zukunft: Einstimmig wählten sie den umtriebigen Kulturfachmann Dr. Thomas Heiler zum neuen Vorsitzenden des Vereins.

Sechzehn Jahre lang hatte Gerhard Möller den Fuldaer Geschichtsverein geführt – eine Zeit, die von seinem Nachfolger mit deutlichen Worten gewürdigt wurde. Heiler bezeichnete Möller als „einen Glücksfall“ für den Verein. Er lobte dessen souveräne Leitung, die gelungenen Moderationen bei Veranstaltungen sowie die stets harmonische Zusammenarbeit im Vorstand und betonte anerkennend: „Wir vermissen Sie jetzt schon.“ Besonders bemerkenswert sei die Entwicklung der Mitgliederzahlen: Während viele vergleichbare Vereine unter starkem Rückgang leiden, konnte der Fuldaer Geschichtsverein unter Möllers Führung sogar wachsen. Aktuell zählt der Verein 560 Mitglieder – mehr als noch vor 16 Jahren. Für diese Verdienste ernannte die Mitgliederversammlung Möller zum Ehrenvorsitzenden. Neben ihm wurde auch Dr. Thomas Schmitt ausgezeichnet, der über dreieinhalb Jahrzehnte hinweg im Vorstand aktiv war und nun Ehrenmitglied ist.

Fuldas amtierender Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld würdigte beide Geehrten als „prägende Persönlichkeiten“. Er unterstrich die enge Verbindung zwischen der Stadt und dem Geschichtsverein und erklärte: „Es gibt eine enge Verbindung zwischen Stadt und Geschichtsverein, und ich bin unendlich dankbar, dass Sie mit solcher Leidenschaft für Fulda wirken.“

Wingenfeld gehört übrigens selbst zum neu aufgestellten Vorstand und wurde bei der Versammlung als Beisitzer gewählt. An der Spitze des Vereins steht nun der langjährige Leiter des Fuldaer Kulturamts, Dr. Thomas Heiler. Als stellvertretender Vorsitzender unterstützt ihn der Leiter des Vonderau Museums, Dr. Frank Verse. Michaela Ritz übernimmt das Amt der Schriftführerin, während Thomas Martin als Schriftleiter und Renate Mihm als Kassenwartin in ihren bisherigen Funktionen bestätigt wurden.

Zuvor hatte Gerhard Möller ein letztes Mal den Jahresbericht als Vorsitzender vorgestellt. Die Veranstaltungen des Vereins erfreuten sich im vergangenen Jahr reger Resonanz: Im Durchschnitt nahmen 75 Personen teil, insgesamt zählte man nahezu 900 Besucher. Auch publizistisch zeigte sich der Verein besonders aktiv und veröffentlichte gleich drei Werke: neben den Geschichtsblättern eine Regestensammlung zum Reichshofrat sowie die Chronik des Apollo von Vilbel. Möller verwies zudem auf die zahlreichen Kooperationen des Vereins, etwa mit der Theologischen Fakultät, der Volkshochschule, den städtischen Museen und den Schulen der Region. Rückblickend auf seine Amtszeit zog er eine persönliche Bilanz: „Es war eine Zeit, die sehr prägend war und viele Änderungen mit sich gebracht hat. Aber wir haben vieles bewegt. Es war eine Ehre, hier wirken zu dürfen.“ Zugleich versprach er, dem Geschichtsverein weiterhin eng verbunden zu bleiben.

Wie vielfältig das Programm des Vereins ist, zeigte im Anschluss ein Vortrag von Dr. Alexander Jehn über das Gefallenenehrenmal im Hof der Alten Universität. Der frühere Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung beleuchtete die Hintergründe des Denkmals, das während der NS-Zeit errichtet wurde. Besonders bemerkenswert sei, dass die Initiative für das Ehrenmal nicht von der Partei ausging, sondern vom Leiter des Domgymnasiums, der sich davon einen Karriereschub versprach. Die Stadt Fulda habe hingegen keinerlei Einfluss ausgeübt. Auffällig sei außerdem das Fehlen der üblichen martialischen Sprüche oder Hakenkreuze; selbst bei der Einweihung am 8. Mai 1938 hätten keine NSDAP-Funktionäre Grußworte gehalten.

Für Verwunderung sorgt bis heute auch die Darstellung der Figur: Mal wird sie als antiker Krieger, mal als germanischer Held beschrieben. Doch entscheidende Merkmale eines Kriegers fehlen, erläuterte Jehn – etwa Helm, Rüstung oder eine Scheide für das Schwert. Ursprünglich habe der dargestellte „Jüngling“ in der rechten Hand ein Schwert gehalten, doch dieses sei nach dem Krieg entfernt worden, wodurch das Denkmal entmilitarisiert wurde. Genau das sei letztlich der Grund gewesen, warum es nach Kriegsende bestehen blieb: Ohne erkennbare militärische oder nationalsozialistische Symbole stelle es weder eine Verherrlichung des Krieges noch des Nationalsozialismus dar.

Die nächste Veranstaltung des Fuldaer Geschichtsvereins findet am Donnerstag, 19. März 2026, um 19.00 Uhr im Kanzlerpalais statt. Dann wird Alois Hofmann über Christian Schreiber (1872–1933), einen Fuldischen Theologen und Gründungsbischof der Diözese Berlin, berichten.

Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender: Dr. Thomas Heiler; 2. Vorsitzender: Dr. Frank Verse; Schriftleiter: Thomas Martin; Kassenwartin: Renate Mihm; Schriftführerin: Michaela Ritz. Als Beisitzerinnen und Beisitzer fungieren Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Sebastian Kircher, Dr. Burghard Preußler, Dr. Marianne Riethmüller, Ewald Scheich, Dr. Alessandra Sorbello Staub, Dr. Gregor Stasch, Laura Wagner und Milena Wingenfeld. +++


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