Fast alle Unternehmen leiden in dieser Krise oder sind gar in ihrer Existenz bedroht. Besonders trifft es die Freizeitindustrie, die es zum Ziel hat, Menschen zusammenzubringen. Doch gerade das gilt es im Moment zu vermeiden. Besonders genannt seien hier unsere Gastronomen und Hoteliers. Sie waren unter den ersten, die coronabedingt schließen mussten und es ist weiterhin ungewiss, wann sie wieder regulär öffnen können. Dabei können gerade sie Umsatzverluste kaum aufholen. „Ein Hotelzimmer zum Beispiel kann ich nur einmal am Tag vergeben“, führt Thomas Hering vor Augen und legt nach: „In unserer Region stellt die Gastronomie und Beherbergung eine Schlüsselfunktion dar, nicht nur als Wirtschaftskraft, sondern als kulturelles Bindeglied der Gesellschaft. Die Gastronomiebranche, vor allem im ländlichen Raum leidet schon seit Jahren am sogenannten Gaststättensterben.“ Aktuell gelte auch nicht der Grundsatz, dass sich die „Großen“ über Wasser halten würden. Denn auch große Häuser mit Tagungsangeboten haben kaum Kompensationsmöglichkeiten. Thomas Hering selbstkritisch: „Wir sorgen uns um viele Bereiche, loben Einsatz und Verständnis. Aber die besondere Not dieser Branche müssen wir noch deutlicher hervorheben.“
Für Markus Meysner könne die „Mehrwertsteuersenkung für ein Jahr“ nur ein erster Schritt sein und sollte möglichst auch für Getränke gelten. „Es geht hierbei doch um Hilfe für die Wirte. Das Bier wird dadurch nicht billiger werden, sonst wäre es keine Unterstützung für die Gastronomen. Deshalb sehe ich hier auch keine Alkoholanpreisung!“ „Wir können heute noch nicht sagen, bis wann uns Corona und die wirtschaftlichen Folgen begleiten werden. Umso wichtiger sind Signale der konkreten Unterstützung, aber vor allem Szenarien für eine Wiederaufnahme des Betriebs. Dieses Verlangen verspüren wir nicht nur bei den Unternehmen, auch unsere Nachbarn und Familien sehnen sich nach einer Anlaufstelle oder Rast bei der Fahrradtour. Und es zeichnet sich schon jetzt großes Verständnis für zunächst kleine Schritte und strenge Hygieneauflagen ab“, wissen die beiden Abgeordneten aus vielen Gesprächen zu berichten. Diese führen Sie zudem politisch in Krisenstäben, zahlreichen Telefon- und Videokonferenzen, wobei der Austausch, das Aufklären und parteiübergreifendes Solidarisieren für weiteren Schub sorgen sollen. „Wir stehen mit zahlreichen Hoteliers und Gastronomen im engen Austausch. Uns ist wichtig, dass wir nicht nur über die Branche reden und auf politischer Ebene Entscheidungen treffen, sondern gezielt mit den Gastronomen und Hoteliers an Lösungen arbeiten und uns für diese gemeinsam einsetzen“, so Thomas Hering.
Markus Meysner weiß zudem um die große Solidarität mit den lokalen Gaststätten: „Viele Menschen nutzen den Liefer- und Abholservice. Auch Gutscheine erfahren eine neue Bedeutung als Zeichen der Treue und Verbundenheit. Diese könnten ggf. mit staatlichen Garantien abgesichert werden.“ Auch wenn noch viele Detailfragen zu klären sind, ist es den beiden Abgeordneten ein großes Bedürfnis, die Bedeutung der gastronomischen Infrastruktur hervorzuheben. Was das Wegbrechen einzelner Betriebe für die Region bedeute, wollten sich beide nicht ausmalen. Nicht nur Mitarbeiter und Zulieferer oder die Stammgäste wären betroffen. Das ganze Bild einer Region samt Wertschöpfung und Attraktivität wäre ein anderes, angefangen beim Imbissbetrieb, über die Dorfgastronomie und Hotels bis zu großen Tagungshäusern, die überregionale Magnetwirkung haben. Wir stehen noch am Anfang der Pandemie. Keiner kann vorhersagen wann wir wieder zur Normalität zurückfinden. Es liegt an vielen Faktoren, aber vor allem am Verhalten von uns Allen. Es zu leicht zu nehmen oder zu verharmlosen, ist ebenso falsch wie Panikmache. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben und das für eine längere Zeit. In dieser Zeit müssen wir aber auch neue Wege finden, zu einer gewissen Normalität zurückzukehren und die Wirtschaft, inklusive der Gastronomie und Hotellerie am Leben zu halten. Dies ist wichtig für unsere Region und auch für unser Miteinander. +++ pm

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