Gabriel: Rede „großer Schritt“ für Trump – „kleiner für Menschheit“

Nach der Amtseinführung von Donald Trump hat Ex-Außenminister Sigmar Gabriel gemischt auf dessen Antrittsrede reagiert. „Die Rede von Donald Trump zur Amtseinführung war eher ein großer Schritt für ihn und ein kleiner für die Menschheit“, sagte der Vorsitzende der Atlantik-Brücke am Montagabend den Sendern RTL und ntv.

Dass Trump im Süden der USA den Notstand erklären will, um die Armee einzusetzen, müsse schon ein bisschen Sorge machen. „Trotzdem wäre ich dafür, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren. Weil je stärker wir in Europa sind, desto weniger Sorge müssen wir vor diesem Amerika haben. Und im Übrigen gilt, es ist nie das Ende der Geschichte, das war vor 30 Jahren nicht so und ist auch jetzt nicht so“, sagte Gabriel. +++

Kommentar zu Trump
Trumps zweite Amtszeit – Ein radikaler Neustart?

Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass er die Politik von Joe Biden so schnell wie möglich rückgängig machen will. Schon am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit plant er drastische Änderungen, die eine klare Rückkehr zu seinen früheren politischen Leitlinien signalisieren. Doch was bedeutet das für die USA und die Welt?

Die geplanten Verschärfungen in der Einwanderungspolitik könnten erneut für gesellschaftliche Spannungen sorgen. Bereits in seiner ersten Amtszeit war Trumps harter Kurs an der Grenze höchst umstritten. Strengere Kontrollen mögen die illegale Einwanderung eindämmen, doch sie lösen nicht die tieferen Ursachen der Migration. Zudem stellt sich die Frage, ob eine solche Politik wirtschaftlich sinnvoll ist, da viele Branchen dringend auf Arbeitskräfte angewiesen sind.

Auch seine wirtschaftlichen Maßnahmen und die Rücknahme von Umweltvorschriften folgen altbekannten Mustern. Trump sieht in Regulierungen vor allem eine Last für Unternehmen – doch der langfristige Schaden für Klima und Umwelt bleibt außer Acht. Eine Politik, die kurzfristigen Wirtschaftsinteressen Vorrang gibt, könnte sich langfristig rächen.

Besonders umstritten dürfte erneut seine Haltung zum Gesundheitssystem sein. Die erneute Attacke auf Obamacare zeigt, dass Trump weiterhin das sozialpolitische Erbe der Demokraten beseitigen will. Doch das könnte Millionen Amerikaner betreffen, die auf erschwingliche Gesundheitsversorgung angewiesen sind.

In der Außenpolitik setzt er wieder auf Konfrontation statt Kooperation. Die Abkehr von multilateralen Abkommen könnte Amerikas globale Position schwächen, während China und andere Großmächte ihren Einfluss ausbauen.

Trump bleibt sich treu: Sein Ziel ist es, seine Politik von damals mit voller Härte wieder einzuführen – koste es, was es wolle. Doch die Welt hat sich verändert, und viele seiner Pläne könnten auf Widerstand stoßen. Ob seine Strategie wirklich zu „America First“ führt oder die USA weiter isoliert, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Eine zweite Amtszeit Trumps wird die politische Landschaft erneut grundlegend erschüttern. +++ Norbert Hettler


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